Produktion und Fakturierung schon vor einem Jahr nach Österreich verlagert Maxdata: „Insolvenz beeinträchtigt das Geschäft nicht“

Redakteur: Harald Jacob

Auch als Tochter der Quanmax Inc. kommt Maxdata nicht wie geplant auf die Füße. Der Insolvenzantrag bleibt für Reseller und Kunden aber ohne jede Auswirkung, versichert Geschäftsführer Jürgen Werneke.

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Am 3. November stellte Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Werneke beim Amtsgericht Essen Insolvenzantrag für die Maxdata GmbH in Marl (Aktenzeichen: 161 IN 242/10). Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dr. Dirk Andres aus Düsseldorf. Er ist mit der Materie bestens vertraut, denn er hatte auch schon die Insolvenz der Maxdata AG im Sommer 2008 betreut. Andres teilte auf Anfrage mit, dass der Betrieb bis auf weiteres unverändert fortgeführt wird.

Wie Geschäftsführer Werneke versicherte, haben weder Fachhändler noch Kunden negative Folgen aus der Insolvenz zu befürchten. Schon seit einem Jahr sei die Maxdata nur mehr eine Art „Vermittlungsagentur“ für die Schwester Quanmax AG mit Sitz im österreichischen Linz. Bestellungen bei Maxdata seien seither von Linz aus erledigt und fakturiert worden. Auch für Gewährleistungsansprüche steht daher die Quanmax ein, und diese gibt sich derzeit sehr solide.

Einzig für den Zeitraum von Anfang November 2008 bis zur Verlagerung der Produktionsabwicklung nach Linz im Sommer 2009, hätten Gewährleistungs-Probleme auftreten können. Doch auch für Produkte, deren Rechnungsstellung durch die Maxdata GmbH erfolgte, übernimmt nun die Quanmax AG die Gewährleistungspflichten, teilte das Unternehmen soeben mit.

Produktions-Verlagerung

Was gut ist für Händler und Kunden, ist aber gleichzeitig auch Teil des Problems für Maxdata: Nach der Insolvenz der Maxdata AG war eine „neue Maxdata“ als GmbH gegründet worden. Im Rahmen eines Asset-Deals hatte diese unter anderem den Brand erworben und wollte eigentlich in Deutschland wieder Server produzieren und konfigurieren.

Der Neustart sei aber „zum schlechtesten Zeitpunkt“ erfolgt, so Werneke im Gespräch mit IT-BUSINESS, nämlich genau zur einsetzenden Wirtschaftskrise 2008/2009. Daher war im Konzern die Entscheidung gefallen, die Produktionsstandorte zu konsolidieren – in Linz, bei der ehemaligen Gericom, wo bereits auch die Chiligreen-Marke angesiedelt worden war.

In Marl hatte man deshalb Personal für Fertigung und Logistik, das eigentlich nicht gebraucht wurde. Dieser Kostenfaktor wird zur Finanzkrise der Maxdata GmbH gut zwei Jahre nach ihrer Gründung beigetragen haben. Auch wenn die Verantwortlichen noch keine Details zum Sanierungskonzept preisgeben wollen, dürfte ein Stellenabbau unvermeidlich sein.

Erst kürzlich war auch der Maxdata-Ersatzteilversorger und -Service-Anbieter, HHR Service und Logistik ebenfalls pleite gegangen. Anders als bei der Maxdata gab es aber für HHR keine Rettung.

Starke Schwester

Die Quanmax AG aus Linz ist, wie die Maxdata GmbH, eine hunderprozentige Tocher der Quanmax Inc. mit Sitz in Taiwan. Das Linzer Unternehmen hatte im Sommer bekannt gegeben, dass es eine Investitions-Offfensive starten wolle, um mit den drei Marken die anvisierten Kundensegmente – Retail (Chiligreen), Consumer (Gericom) und B2B (Maxdata) – besser zu erreichen.

Mit guten Zahlen zum dritten Quartal, die drei Wochen früher als ursprünglich geplant bekanntgegeben wurden, bestätigte das Unternehmen die gute Entwicklung, die sich bereits mit der Bekanntgabe der Q2-Zahlen angedeutet hatte. Quanmax bekräftigte zudem seine Strategie, sich vom Hardware-Lieferanten zum Technologie-Träger zu entwickeln und beispielsweise in den Bereich Appliances/Cloud Computing zu investieren.

Werneke geht davon aus, „dass deutsche Kunden auch weiterhin ihre Bestellungen an einem deutschen Standort aufgeben können“. Für weitere Details sei es aber noch zu früh.

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