Verhandlungen mit potenziellen Investoren angelaufen Zukunft der Niggemann-Group ungewiss

Redakteur: Regina Böckle

Am 1. August wurde das Insolvenz-Verfahren für die Töchter der Niggemann Group eröffnet. Dazu zählen unter anderem die Online Distributions sowie die ITK-Systemhaus GmbH. Für einen Teil der Firmengruppe könnte es eine Überlebens-Chance geben.

Anbieter zum Thema

Für die insgesamt noch vier Firmen umfassende Niggemann Group aus dem westfälischen Unna wurde am 1. August das Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind davon die Online Distributions GbmH, die Saltestec GmbH, die ITK-Systemhaus GmbH und die Refurbished GmbH (siehe Übersicht im Kasten). Angesichts drohender Zahlungsunfähigkeit hatte der ehemalige Firmenchef und Unternehmensgründer Olaf Niggemann für diese Tochterfirmen Ende Mai beim Amtsgericht Dortmund den Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb aller zur Niggemann Group gehörenden Firmen wurde inzwischen eingestellt. Ende Juni legte Olaf Niggemann seine Ämter nieder und verließ das Unternehmen, kündigte allerdings an, in die Branche zurückkehren zu wollen.

„Wir sind mit einem potenziellen Investor im Gespräch, die Verhandlungen sind bereits weit fortgeschritten. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Dienstleistungen und Services von Online Distributions, Salestec und ITK-Systemhaus weitgehend erhalten bleiben können“, erklärte der Insolvenzverwalter Yassin DiMassi von der Kanzlei White & Case gegenüber IT-BUSINESS. Wie hoch die Chancen stehen, diese Verhandlungen zu einem positiven Abschluss zu bringen, könne man aktuell noch definitiv nicht bewerten, erklärt er. Derzeit werde nur ein kleiner Teil der insgesamt rund 60 Mitarbeiter zu Abwicklungszwecken weiterbeschäftigt.

Domino-Effekt

Nach Ansicht des Insolvenzverwalters war die Kündigung der Verträge mit Siemens, der den Löwenanteil des Online-Distributions-Geschäfts – und damit auch der Firmengruppe – ausmachte, die entscheidende Ursache für den massiven Umsatzeinbruch, den das Unternehmen offenbar nicht mehr auffangen konnte. Siemens bestritt eine Mitschuld.

Auch für die Refurbished GmbH gebe es einen Interesenten, hier seien allerdings die Gespräche noch nicht so weit fortgeschritten wie bei den übrigen Firmen.

Die ebenfalls zur Niggemann Group gehörende B&S Computers GmbH musste bereits im März Insolvenz anmelden. Das Geschäft ist inzwischen komplett eingestellt. Im April folgte die Insolvenz der Niggemann Innovations.

(ID:2046431)