Studie zur KI-Nutzung im Arbeitsalltag Wie Unternehmen KI nutzen wollen

Von Agnes Panjas 4 min Lesedauer

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Kein Arbeitstag ohne KI: Chatbots, Copilot und smarte Assistenten sind längst im Büro angekommen. Doch wie tief ist die Nutzung wirklich? Eine Studie von Wrike gibt einen Überblick, wie Unternehmen KI einsetzen – und was sie sich von den Tools erwarten.

Künstliche Intelligenz ist im Arbeitsalltag deutscher Unternehmen angekommen – 88 Prozent der Wissensarbeiter nutzen laut der Wrike-Studie regelmäßig KI-Tools.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Künstliche Intelligenz ist im Arbeitsalltag deutscher Unternehmen angekommen – 88 Prozent der Wissensarbeiter nutzen laut der Wrike-Studie regelmäßig KI-Tools.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Eine aktuelle Studie von Wrike, einem Anbieter einer Arbeits- und Projektmanagement-Plattform, zeigt: Chatbots und smarte Assistenten sind im Berufsalltag angekommen. 82 Prozent der Wissensarbeitenden weltweit nutzen KI regelmäßig, in Deutschland sind es sogar 88 Prozent. Mehr als die Hälfte setzt dabei auf generative KI-Tools wie ChatGPT oder Dall-e (58 %) oder Copilot (55 %) zur Unterstützung alltäglicher Aufgaben. Weltweit liegen die Werte bei 61 und 53 Prozent. Doch unter welchen Voraussetzungen entfaltet KI ihre volle Wirkung?

Breite Nutzung und klare Erwartungen

Neben GenAI und Copilot setzen deutsche Teams zunehmend auch auf autonome KI-Agenten (38 %), integrierte KI-Funktionen von Drittanwendungen (34 %) sowie unternehmenseigene KI-Lösungen (35 %). Lediglich zwölf Prozent gaben an, aktuell keine KI-Tools einzusetzen. KI ist also längst kein Nischenthema mehr, sondern hat quer durch Branchen und Unternehmensgrößen etabliert.

Deutschland liegt mit diesen Werten deutlich über dem europäischen Durchschnitt und fast auf Augenhöhe mit den USA. Während in Frankreich nur 41 Prozent der Befragten Copilot nutzen, sind es in den Vereinigten Staaten 56 Prozent – Deutschland liegt mit 55 Prozent dazwischen. Auch beim Einsatz autonomer KI-Agenten (38 %) erreicht Deutschland nahezu das US-Niveau (45 %) und liegt klar vor Frankreich (23 %). Nur zwölf Prozent der deutschen Befragten gaben an, keine KI-Tools zu nutzen – weniger als in allen anderen untersuchten Ländern. Das zeigt: Deutsche Unternehmen setzen KI breit und pragmatisch ein.

Über die Studie

Die Umfrage wurde im September 2025 unter 1.000 Fach- und Führungskräften in fünf Ländern durchgeführt, darunter 200 aus Deutschland. Ziel war es, den aktuellen Stand, Nutzen und Herausforderungen von KI im Arbeitsalltag zu bewerten. Alle hier genannten Zahlen stammen aus dem offiziell freigegebenen Topline-Datensatz der globalen Wrike-Studie.

Fokus auf Integration und Vertrauen

Deutsche Unternehmen legen vor allem Wert auf technische Integration: Mehr als ein Drittel (36 %) fordert eine stärkere Anbindung von KI an bestehende Kernsysteme. Ebenso wichtig sind einheitliche Plattformen (31 %) und kontinuierliche Schulungen (34 %). Während in Frankreich der Fokus stärker auf Governance und Datenschutz liegt, sehen deutsche IT-Teams den größten Hebel in der Vernetzung von Tools, Prozessen und Workflows.

Im internationalen Vergleich zeigt sich hier ein deutlicher Trend: Kein anderes Land fordert die Integration von KI so stark wie Deutschland. In Frankreich liegt dieser Wert bei 21 Prozent, in den USA bei 33 Prozent. Damit positioniert sich Deutschland als Vorreiter – und bestätigt die wachsende Reife im Umgang mit KI-Anwendungen.

Datenschutz und Nutzbarkeit zählen

Laut der Wrike-Studie zählen Datenschutz und Vertrauenswürdigkeit mit 51 Prozent zu den wichtigsten Kriterien. Dicht dahinter folgen die Genauigkeit der Ergebnisse mit 44 Prozent und die Benutzerfreundlichkeit mit 41 Prozent. Erst danach werden die Geschwindigkeit mit 40 Prozent, die Integrationsfähigkeit mit 28 Prozent und die Transparenz mit 22 Prozent als relevant bewertet. Das unterstreicht: Für Unternehmen steht Verlässlichkeit über „Hype“ – KI wird dann akzeptiert, wenn sie nachvollziehbar, sicher ist und in bestehende Abläufe eingebettet werden kann.

Europaweit fällt auf: Frankreich legt mit 56 Prozent den größten Wert auf Datenschutz und Sicherheit, Deutschland folgt mit 51 Prozent. In den USA spielt Datenschutz mit 40 Prozent eine geringere Rolle – dort dominieren Effizienz und Genauigkeit. Das zeigt: Während die USA auf Tempo setzen, bleibt Europa der Linie „Vertrauen vor Geschwindigkeit“ treu.

Effizienzgewinne spürbar – aber noch Potenzial bei Koordination

In der Praxis sorgt KI bereits für deutliche Produktivitätssteigerungen. Ein Viertel der Befragten (25 %) berichtet von einer schnelleren Aufgabenbearbeitung, 22 Prozent von einer besseren Koordination zwischen Tools und 16 Prozent von einem sofortigen Zugriff auf aktuelle Informationen. Zudem sehen 15 Prozent der Befragten weniger repetitive Aufgaben und 12 Prozent reibungslose Übergaben zwischen Teams.

Weltweit sagen 95 Prozent der Befragten, sie würden bereits heute Aufgaben an KI-Agenten delegieren – etwa zum Analysieren von Daten, zur Prozessautomatisierung oder zur Texterstellung. 96 Prozent der weltweit Befragten halten es außerdem für wertvoll, wenn KI-Tools künftig stärker miteinander vernetzt und kontextbezogen arbeiten. Diese Forderung deckt sich mit den deutschen Ergebnissen, wonach der größte Hebel in der Integration und plattformübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine liegt.

Gleichzeitig wünschen sich viele Unternehmen eine übergreifende Architektur, die isolierte Anwendungen verbindet. Dies sei ein klarer Hinweis auf den Bedarf an plattformübergreifender Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI.

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Herausforderungen und nächste Schritte

Trotz des hohen Reifegrades gibt es noch organisatorische Hürden: So geben 53 Prozent der Befragten an, dass einzelne Teams KI bislang unabhängig von einer zentralen Strategie einsetzen. 41 Prozent nennen fehlende Führung oder Priorisierung und 59 Prozent mangelnden Buy-in als Bremsfaktoren. Für die kommenden Jahre erwarten die meisten Unternehmen daher verstärkte Schulungen (34 %), maßgeschneiderte Trainings (29 %), einen gleichberechtigten Zugang zu KI-Tools (29 %) und eine bessere Kommunikation der KI-Strategie (24 %).

Deutschland zeigt hier den höchsten Umsetzungsgrad unter den untersuchten Ländern: 90 Prozent der Befragten bezeichnen ihre KI-Implementierung als weitgehend konsistent – ein höherer Wert als in den USA (85 %), dem Vereinigten Königreich (82 %) oder Frankreich (78 %). Das spreche für die strukturelle Stärke deutscher Unternehmen beim Rollout neuer Technologien.

Deutschland ist bei der Einführung weitgehend konsistent

Die Mehrheit der befragten Unternehmen in Deutschland betrachtet ihre KI-Einführungsstrategie als erfolgreich. Laut Studie liegen weitere Hürden vor allem in ungleichen Schulungsständen oder fehlender einheitlicher Governance. Im internationalen Vergleich liegen Frankreich und Deutschland bei der generativen KI-Nutzung gleichauf, unterscheiden sich jedoch in ihren Prioritäten: Frankreich legt mehr Wert auf Richtlinien, Deutschland auf Integration und Effizienz.

Thomas Scott, CEO von Wrike
„Unternehmen stehen an einem Wendepunkt: KI ist kein Experiment mehr, sondern fester Bestandteil moderner Arbeitsabläufe. Unsere Studie zeigt, dass deutsche Teams klare Erwartungen haben: Sie wollen integrierte, vertrauenswürdige und einfach nutzbare Lösungen, die echte Ergebnisse liefern.“

Bildquelle: Wrike

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