Bitkom-Studie Wer heute noch ohne KI gründet, hat verloren

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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55 Prozent der Start-ups glauben: Ohne Künstliche Intelligenz (KI) keine Zukunft. Zugleich wächst die Sorge, dass Europa sich selbst ins Abseits reguliert. Bitkom warnt vor einem „Regulierungsparadox“ – und fordert einen Kurswechsel in Europa.

82 Prozent der deutschen Start-ups nutzen KI – doch regulatorische Hürden nehmen zu. Bitkom fordert eine neue Strategie für Europa.(Bild:  KI-generiert)
82 Prozent der deutschen Start-ups nutzen KI – doch regulatorische Hürden nehmen zu. Bitkom fordert eine neue Strategie für Europa.
(Bild: KI-generiert)

Die deutsche Start-up-Szene hat sich radikal gewandelt: 82 Prozent der Tech-Gründungen nutzen heute KI. Vor zwei Jahren waren es noch 49 Prozent. Für 43 Prozent ist die Technologie so zentral, dass sie ohne sie keine Produkte oder Services mehr liefern könnten.

Das zeigt eine aktuelle Bitkom-Umfrage* unter 152 deutschen Start-ups. Sie liefert ein klares Bild: KI ist längst kein Trend mehr – sondern Grundvoraussetzung. 55 Prozent der Befragten glauben, dass Start-ups ohne KI-Einsatz keine Zukunft haben. Und 74 Prozent sagen, dass KI-Produkte leichter Investoren überzeugen.

Doch die Euphorie hat Risse. 35 Prozent geben an, dass KI die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllt hat. Und: Die Regulierung wird zum Bremsklotz.

AI Act im Kreuzfeuer

Die Mehrheit der Start-ups blickt kritisch auf den AI Act. 63 Prozent warnen, dass übertriebene Regulierung leistungsfähige KI aus Europa verdrängen könnte. 45 Prozent sehen direkte Einschränkungen für ihr eigenes Business, 43 Prozent befürchten Nachteile gegenüber der US- oder -Konkurrenz.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst fordert Planbarkeit: „Wir müssen alles dafür tun, damit Start-ups in Deutschland und Europa bei KI international konkurrenzfähig sein können.“

Bremsfaktoren: Datenschutz & Unsicherheit

Größtes Hindernis für KI-Projekte ist laut Umfrage der Datenschutz (33 Prozent). An zweiter Stelle: Rechtsunsicherheit – insbesondere durch neue Vorgaben wie den AI Act (27 Prozent). Erst danach folgen fehlendes Kapital (21 Prozent) und Fachkräftemangel (20 Prozent).

Rund ein Viertel der Befragten sieht hingegen keine Hürden. Für sie ist KI bereits Alltag.

Bitkom fordert Kurswechsel

Im Zuge der Studie hat der Digitalverband auch Handlungsempfehlungen vorgelegt. Die Veröffentlichung „Startups und das KI-Paradox“ fordert unter anderem besseren Zugang zu Daten, mehr Gründerförderung und innovationsfreundlichere Ausschreibungen. Das Ziel: „KI made in Germany“ – ohne europäische Selbstblockade.

* Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 152 Tech-Start-ups aus Deutschland online befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 12 bis KW 21 2025 statt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, gibt aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild für Tech-Start-ups in Deutschland. Die Fragestellungen lauteten „Welche der genannten Technologien sind in eurem Start-up bereits im Einsatz, werden geplant oder diskutiert oder sind derzeit kein Thema?“, „Setzt ihr generative KI in eurem Start-up ein?“, „Was sind die größten Hemmnisse für den Einsatz von KI in eurem Start-up?“ und „Inwiefern treffen die folgenden Aussagen zum Thema KI auf euer Start-up bzw. deiner Meinung nach zu?“

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