Wer durch Deutschland fährt, dürfte nicht mehr so häufig im Funkloch landen wie früher. Denn der Mobilfunkausbau läuft auf Hochtouren. Das liegt auch am Schulterschluss der Netzbetreiber. Verbraucherschützer fragen aber, warum es jetzt erst vorwärts geht.
Gemeinsam haben die Telekom und Vodafone seit Sommer 2021 im Bundesgebiet mehr als 2.000 Mobilfunklöcher beseitigt.
(Bild: Vodafone)
Deutschlands Telekommunikationsbranche kommt beim Schließen von Funklöchern auf dem Land etwas voran. Die Deutsche Telekom und Vodafone gaben am Dienstag ein Zwischenergebnis für eine Kooperation bekannt: Als Folge dieser Zusammenarbeit verschwanden seit Sommer 2021 im Bundesgebiet mehr als 2.000 „graue Flecken“, also Orte, an denen nur einer der drei deutschen Netzbetreiber funkt – Kunden der anderen beiden haben dort keinen 4G-Empfang. Es geht je zur Hälfte um Standorte von der Telekom und von Vodafone. Wer also zum Beispiel das Vodafone-Netz nutzt, hat deutschlandweit nun gut 1.000 Funklöcher weniger.
Die beiden Firmen setzen dabei auf das sogenannte Network Sharing, bei dem sie sich gegenseitig auf die Antennen lassen. Bis Sommer 2022 wollen sie weitere 1.000 graue Flecken schließen.
Netzbetreiber kooperieren
Laut Bundesnetzagentur umfassen die grauen Flecken noch 6,44 Prozent der Fläche Deutschlands. Dieser Wert ist vom Januar 2022. Das waren 0,36 Prozentpunkte weniger als im Oktober 2021. Der Fortschritt dürfte größtenteils auf das Konto der Zusammenarbeit zwischen Vodafone und Telekom gehen. Die Unternehmen selbst machen keine Flächenangaben – es bleibt also unklar, wie groß die Landesfläche ist, die wegen der im Sommer 2021 gestarteten Freischaltung nicht mehr grauen Flecken zuzuordnen ist. Schätzungsweise dürfte es mehr als ein Prozent sein.
Den Schulterschluss hatten die Telekom und Vodafone schon 2020 bekanntgegeben. Das Bundeskartellamt hatte damals aber Bedenken – daraufhin kündigten die beiden Firmen an, Antennen auch für Telefónica (O2) zu öffnen, und aus dem Zweierpakt wurde ein Dreierbündnis mit Kooperationen zwischen diesen drei Unternehmen. Das wiederum glättete die Sorgenfalten der Bonner Wettbewerbshüter.
Bei den Kooperationen mit Telefónica ist man allerdings noch nicht so weit. Ein Telefónica-Sprecher sagte, dass in den kommenden Monaten die ersten Standorte im Rahmen von Kooperationen aktiviert würden. Insgesamt gehe es um etwa 2.000 eigene Antennen-Standorte – ein Teil davon an die Telekom und ein Teil an Vodafone.
Im Gegenzug bekommt Telefónica Zugriff auf die gleiche Anzahl von Antennen-Standorten der Konkurrenz. Die Zahlen sind allerdings nicht eins zu eins vergleichbar mit den Graue-Flecken-Zahlen von Vodafone und Telekom, weil in den Angaben von Telefónica auch neue Standorte in sogenannten weißen Flecken inkludiert sind, wo bisher gar kein Netzbetreiber präsent ist – das Schließen weißer Flecken geht auf eine andere Branchenzusammenarbeit zurück. Die Zahlen von Vodafone und Telekom beziehen sich nur auf die grauen Flecken.
Mehr Netz für Deutschland
Manager der Provider zeigten sich über die Fortschritte ihrer Kooperation zufrieden. Man schaffe mehr Netz für Deutschland und sei dabei „voll auf Kurs“, sagte Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter. Sein Pendant bei der Telekom, Srini Gopalan, betonte, dass man Kooperationen sehr ernst nehme.
Verbraucherschützer werteten die Fortschritte positiv, äußerten aber auch Kritik. Felix Flosbach von der Verbraucherzentrale NRW wies darauf hin, dass Verbraucher, die in einem Dorf mit bisher nur einem Handynetz lebten, bei der Wahl ihres Netzbetreibers schon seit langem keine Auswahl hätten. „Bessere Angebote anderer Anbieter kommen für sie nicht in Frage – sie sind also in einer schwachen Position.“ Die Anti-Funklöcher-Allianz der Mobilfunkbranche sei eine gute Nachricht für Verbraucher – „aber es ist bedauerlich, dass das nicht schon viel früher geschehen ist“. Zudem gebe es bei der Flächen-Abdeckung zwar Fortschritte, aber die Branche hätte noch viel zu tun.
Immer noch weiße Flecken vorhanden
Auch die weißen Flecken – also Gegenden ganz ohne 4G-Netz – sollen allmählich von der Landkarte verschwinden. Laut Bundesnetzagentur sind das noch rund vier Prozent der Landesfläche. Hierbei kooperieren die Telekommunikationsfirmen ebenfalls – sie lassen bis zum Jahr 2024 neue Funkmasten bauen, an denen sie alle ihre Antennen hängen können.
Warum machen die Wettbewerber überhaupt gemeinsame Sache? Fakt ist, dass ihre Netzabdeckung dadurch ein Stückchen ähnlicher wird. In einem Dorf mit bisher nur einem Handynetz verliert der Betreiber dieses Netzes sein Alleinstellungsmerkmal und die Dorfbewohner könnten zur Konkurrenz wechseln, wenn deren Netz auch verfügbar ist. Solche Effekte dürfte es zwar geben, sie fallen aber wohl nicht sehr stark ins Gewicht. Viel wichtiger ist, dass die Firmen durch die Bündelung ihrer Ausbaukräfte hohe Kosten sparen und bei der Erfüllung von staatlichen Ausbau-Auflagen schneller vorankommen als zuvor.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Es gibt noch einen weiteren Grund zur Hoffnung, dass es zukünftig weniger Funklöcher gibt als heute. Denn eine Anfang 2021 gegründete „Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft“ des Bundes startete unlängst ihren ersten Förderaufruf – für ein Funkloch im Bayerischen Wald liegt nun Fördergeld bereit, damit dort ein Mast errichtet wird.
Zahlreiche weitere Funklöcher will die Bundesgesellschaft mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro Fördergeld schließen. Die Einrichtung ist für die Funklöcher zuständig, bei denen die Mobilfunkbranche den Ausbau nicht selbst schultern will. Besagter Förderaufruf macht Hoffnung, dass selbst die „schwierigen Fälle“ unter den Funklöchern angegangen werden. Er machte aber auch deutlich, dass der Kampf gegen die „Keine Verbindung“-Anzeige auf dem Handydisplay eine langwierige Sache ist: Der Funkmast, der in der bayerischen Marktgemeinde Lam entstehen soll, wird frühestens Ende 2023 fertiggestellt werden.