Definition Was ist Recommerce?

Von MiR 3 min Lesedauer

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Recommerce steht für die Wiederverwendung von Produkten und bezieht sich diesbezüglich auf den An- und Verkauf von gebrauchten Gütern über Plattformen oder durch Unternehmen. Dieses nachhaltige Geschäftsmodell trifft genau den modernen Zeitgeist.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
Grundlagenwissen zum IT-Business
(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Der Online-Handel mit gebrauchten Produkten bietet gleich mehrere Vorteile. Aus Kundenperspektive stehen dabei vor allem der Aspekt der Nachhaltigkeit und die günstigeren Preise primär im Mittelpunkt. Dies sind die relevantesten Vorteile von Recommerce für die Verbraucher:

  • Die Wieder- und Weiterverwendung von Produkten reduziert den Ressourcenverbrauch, schont die Umwelt und steht für Nachhaltigkeit.
  • Anstatt nicht mehr benötigte Artikel zu entsorgen, können die Verbraucher diese via Recommerce schnell und einfach verkaufen. Dadurch lassen sich eigentlich ausrangierte Artikel noch zu Bargeld machen.
  • Käufer profitieren demgegenüber von den günstigeren Preisen für gebrauchte Gegenstände.
  • Die Ankaufportale überprüfen die Artikel, bereiten diese gegebenenfalls neu auf und gewährleisten somit deren Zustand respektive Funktionalität.
  • Kürzere Verkaufsprozesse sorgen für ein Zeitersparnis.

Auch die Unternehmen profitieren von Recommerce

Für Unternehmen macht Recommerce durch die damit verbundene Aufwandsreduktion die Logistik effizienter. Zudem lässt sich Zeit beim Verkaufsprozess sparen, da Produktangaben und Internet-Präsenzen bereits vorliegen. Grundsätzlich stellt Recommerce eine sinnvolle Ergänzung zum klassischen Neuwarengeschäft dar, sorgt für zusätzlichen Umsatz und verringert den Aufwand für Retouren. Auch Vorführgeräte lassen sich so noch nachträglich zu Geld machen. Außerdem bietet ein Unternehmen durch die eigene Recommerce-Aktivität seinen Kunden ein preiswertes und nachhaltiges Einkaufserlebnis.

Recommerce setzte sich nur langsam in Deutschland durch

Im Vergleich zur USA ist der Trend zum Recommerce in Deutschland nur zögerlich in den Fokus gerückt. Den Anfang machte hier T-Mobile im Jahr 2003, als das Unternehmen eine Rücknahmeaktion für Handys startete. Allerdings erfolgte diese Aktion damals noch nicht online. Trotzdem gilt diese Rücknahmeaktion als Startzeitpunkt für ein gezieltes Recommerce. Rund zwei Jahrzehnte später gibt es in Deutschland jetzt mehr als 50 Anbieter von Recommerce Ankaufportalen für verschiedene Produktkategorien.

Diese Plattformen gelten als Pioniere des Recommerce in Deutschland:

  • Momox; hauptsächlich ausgerichtet auf den An- und Verkauf von gebrauchten Büchern und Medien
  • Medifanten; spezialisiert auf Bücher, DVDs, Blue-Ray sowie Konsolen- und Computerspiele
  • reBuy für Medien- und Elektronikartikel (PC-Spiele, Filme, Handys, Bücher etc.)
  • ITSCO; der Fokus liegt auf Business-IT
  • Flip4new und Wirkaufens für elektronische Geräte unterschiedlichster Art
  • Cash4new und Verkaufsuns; fokussiert auf gebrauchte Unterhaltungselektronik wie beispielsweise iPhones, iPads sowie Android-Smartphones und Tablets
  • sellmyprojector.com für Beamer
  • textil-ankauf.com; hier dreht sich alles um Bekleidung

Die weitere Entwicklung von Recommerce in Deutschland

Gerade Momox, reBuy, Wirkaufens und Flip4New nehmen dabei auch produktübergreifend eine Vielzahl verschiedener Artikel entgegen. Dies gilt ebenfalls für heute fest etablierte Ankaufservices wie mySWOOOP, ZOXS und clevertronic. Recommerce in Deutschland beschränkt sich aber nicht nur auf die einschlägigen Plattformen, sondern findet inzwischen auch in großen Unternehmen Verwendung.

So starteten zum Beispiel Amazon und Apple bereits eigene Trade-in-Programme. Zudem bieten Hersteller wie Adidas, Hugo Boss, H&M About You, Zalando, Levi's, Dr. Martens, Farfetch oder The North Face mittlerweile selbst gebrauchte Kleidung ihrer eigenen Marke sowohl online als auch stationär an.

Hinzu kommen diverse Kooperationen. Der Versandhändler Otto arbeitet zum Beispiel mit Wirkaufens zusammen, während Media-Saturn gebrauchte Elektronikartikel erst stationär ankauft und dann an Flip4new weiterleitet. Auch sofortverkauf.ebay.de basiert auf einer Kooperation zwischen Flip4new und eBay.

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