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Definition Was ist Fintech?

| Autor / Redakteur: MiR / Sarah Böttcher

Der Begriff Fintech ist die Kurzform von Finanztechnologie und wird als Sammelbegriff für moderne beziehungsweise digitale Technologien sowie anbietende Unternehmen im Finanzdienstleistungssektor verwendet.

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Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business
(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Grundsätzlich bildet der gesamte Fintech-Bereich eine neue Form von Finanzindustrie, bei der digitale Technologien zur Verbesserung finanzieller Aktivitäten zum Einsatz kommen. Vor allem junge Unternehmen und Startup-Unternehmen sind auf diesem Markt aktiv. Dabei muss zwischen verschiedenen Gestaltungsformen beziehungsweise Unterkategorien unterschieden werden.

Dies sind die fünf relevantesten Gestaltungsformen

  • 1. Geschäftstätigkeiten im Bereich der Banken- und Versicherungsindustrie; bezieht sich auf unterschiedliche Finanzsektoren
  • 2. Fachlicher Anwendungsbereich vornehmlich in den Bereichen Bezahlen, Anlegen, Absichern, Finanzieren, Vorsorgen und Beraten. Als typische Beispiele für Fintech-Anwendungsbereiche dieser Art gelten mobile Bezahllösungen sowie auf den Anlagebereich abgestimmte Social-Trading-Lösungen.
  • 3. Anwendungen im Rahmen eines adressierten Kundensegments. Hierzu zählen neben Retail Banking, Corporate Banking und Private Banking auch die Sparten Lebensversicherung sowie Nicht-Lebensversicherung. Die Bandbreite an Instrumenten reicht vom Peer-to-Peer-Darlehen über das im standardisierten Privatkundengeschäft gern genutzte Lending bis hin zu elektronischen Marktplätzen für die Unternehmensfinanzierung.
  • 4. In diesem Gestaltungsbereich steht die jeweilige Interaktionsform primär im Fokus. Gearbeitet wird hier zum Beispiel an einer stetigen Weiterentwicklung von Community Banking Ansätzen im C2C-Kontext oder etwa an einer Verbesserung der im B2C-Bereich genutzten Online-Portfolio-Management-Systeme.
  • 5. In dieser Unterkategorie geht es in erster Linie um die inhaltliche Positionierung der Fintech-Unternehmen am Markt. Zum einen bieten Fintechs dabei klassische Lösungen – wie zum Beispiel Personal-Finance-Management-Systeme – an, die sich mit den entsprechenden Angeboten von Banken und Versicherungen decken. Zum anderen haben Fintechs aber auch konkurrierende oder kooperative Angebote im Portfolio.

Wie arbeiten Fintech-Anbieter?

Fintech-Anwendungen werden von den Finanzexperten als potenziell disruptive Technologien angesehen, die bestehende Dienstleistungen im Finanzsektor fast komplett ersetzen können. Die modernen Finanztechnologien ermöglichen es den Kunden, direkt und ohne Mittelsmann beispielsweise Bezahlvorgänge zu realisieren, Darlehen aufzunehmen oder auch eine Finanzberatung in Anspruch zu nehmen (hier: Robo-Advisory). Auch für die Unternehmensfinanzierung wird der Fintech-Bereich immer mehr zu einem wesentlichen Bestandteil der Finanzplanung.

Keine Banklizenz für den Geschäftsbetrieb erforderlich

Die Gesamtentwicklung im Fintech-Bereich profitiert maßgeblich von der weit verbreiteten Nutzung mobiler Endgeräte sowie vom Aufkommen von visionären Technologieansätzen rundum Cloud Computing, Big Data und IoT (Internet of Things). Im Gegensatz zu den klassischen Banken benötigen Finanztechnologie-Firmen für den Geschäftsbetrieb keine Banklizenz. Dadurch gehen sie den strengen Vorschriften und Anforderungen der Bankenregulierung und damit einer explizit deutlichen Markteintrittshürde aus dem Weg.

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