Definition Was ist ein Infostealer?

Von SiLip 2 min Lesedauer

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Ein Infostealer ist eine Schadsoftware, die auf kompromittierten Systemen vertrauliche Daten sammelt. Diese Art des Cyberangriffs kommt immer häufiger zur Anwendung und erfordert eine angemessene Präventionsstrategie.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
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Infostealer sind eine der gefährlichsten Formen der Malware. Sie richten sich sowohl gegen Unternehmen als auch gegen Privatpersonen und können unterschiedlichste Daten stehlen. Dazu zählen unter anderem:

  • Zugangsdaten für Online-Banking, FTP-Dienste, E-Mail-Konten, soziale Netzwerke etc.
  • Kreditkartendaten
  • Wallets für Kryptowährung
  • IP-Adressen
  • Browserverläufe
  • Informationen zur Hardware und zum Betriebssystem
  • Screenshots
  • bestimmte Dateitypen, insbesondere Dokumente, Tabellen, Bilder

Häufig werden Infostealer als Malware as a Service (MaaS) eingesetzt. Hierbei vermietet der Entwickler die Schadsoftware gegen Gebühren an Dritte. Damit ist ihr Einsatz auch für Personen möglich, die sie sonst mangels technischer Fähigkeiten nicht nutzen könnten.

Wege der Infektion mit einem Infostealer

Die Schadsoftware wird über unterschiedlichste Angriffsmethoden verbreitet. Eine der am häufigsten genutzten ist Spam. Angreifer versenden die Malware unter dem Deckmantel vertrauenswürdiger Organisationen per E-Mail. Dort ist sie entweder im Anhang enthalten oder der Empfänger wird animiert, auf einen Link zu klicken, über den das Schadprogramm heruntergeladen wird. In vielen Fällen werden Infostealer auch per Fernzugriff auf das System gebracht, nachdem der Angreifer über andere Schadsoftware Zugriff auf dieses erlangt hat.

Ein weiterer Zugangsweg ist bösartige Werbung, die in aller Regel über kompromittierte Websites bereitgestellt wird. Klickt der User auf die Werbeanzeige, wird der schädliche Code zur Installation des Infostealers ausgeführt. Zum Teil werden die Benutzer auch auf eine Website weitergeleitet, von der aus dann die Malware heruntergeladen wird. Manchmal genügt es bereits, die Werbung anzusehen, um den Download in Gang zu setzen. Ebenfalls nicht ungewöhnlich ist das Bündeln des Schadprogramms mit Raubkopien.

Geeignete Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung von Infostealern

Die wirkungsvollste Gegenmaßnahme besteht darin, keine Anhänge ungefragt zugesendeter E-Mails zu öffnen. Das gilt vor allem für E-Mails ohne persönliche Anrede. Um eine Infizierung über kompromittierte Links zu vermeiden, empfiehlt es sich, zunächst den Mauszeiger über die URL zu halten, um die Übereinstimmung der Zieladresse mit dem verlinkten Text zu prüfen.

Eine Absicherung des Browsers mit einer Erweiterung, die den Zugang zu Malware verbreitenden Webseiten blockiert und Phishing-Versuche verhindert, kann ebenfalls das Risiko senken. Gleiches gilt für eine mehrstufige Authentisierung (z. B. Zwei-Faktor-Authentisierung). Außerdem ist es ratsam, keine Raubkopien zu verwenden.

Die wichtigsten Infostealer im Überblick

Zu den derzeit relevantesten Infostealer-Familien gehören Vidar (seit 2018), RedLine (seit 2020) und Raccoon (seit 2019). Üblicherweise werden die Schadprogramme im Darknet gehandelt, wo sie als Einzelversionen oder Abonnements erhältlich sind.

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