Definition Was ist ein Campusnetz

Von Martin Droysen

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Bei einem Campusnetz handelt es sich um ein lokales Mobilfunknetz, das Nutzern exklusiv zur Verfügung steht. Betreiber sind zum Beispiel Bildungseinrichtungen und Firmen, die sich auf eine gewisse Bandbreite, Latenz und Sicherheit verlassen müssen.

Grundlagenwissen zum IT-Business(Bild:  © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)
Grundlagenwissen zum IT-Business
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Ein Campusnetz deckt mit einem separaten Mobilfunknetz einen lokal begrenzten Raum wie mehrere Gebäude oder ein Grundstück ab. Diese Alternative zur öffentlichen Mobilfunkinfrastruktur ist auch unter dem Begriff City Area Network bekannt. Die Bezeichnung Campusnetz weist darauf hin, dass Bildungs- und Forschungseinrichtungen zu den Nutzern gehören. Mittlerweile spielen exklusive Mobilfunknetze aber auch in der Wirtschaft eine zunehmend größere Rolle.

Die Vorteile eines Campusnetzes

Beim öffentlichen Mobilfunknetz gibt es für Nutzer zahlreiche Unwägbarkeiten: Bei einer Überlastung des Netzes kann es zum Beispiel zusammenbrechen. Für industrielle Anwendungen und andere Zwecke fehlt es an der erforderlichen Zuverlässigkeit. So vernetzen Industriebetriebe im Zuge der Digitalisierung Maschinen, Fahrzeuge und Rechenzentren, eine stabile Bandbreite und geringe Reaktionszeiten sind für effiziente Betriebsabläufe unverzichtbar. Ein Campusnetz schafft Abhilfe. Die Leistung des lokalen Mobilfunknetzes nutzen Betreiber alleine, entsprechend verfügen sie über die volle Kontrolle. Das garantiert ein reibungsloses Funktionieren und Planungssicherheit. Ein weiterer Vorteil ist die Datensicherheit. Die separate Nutzung eines privaten Netzes reduziert die Gefahr, dass Dritte Zugriffe erhalten.

City Area Network: Aufbau und Funktionsweise

Für ein Campusnetz benötigen Betreiber eine eigenständige Infrastruktur. Dazu gehören:

  • eine Antenne
  • eine Funkeinheit (Radio Head)
  • ein Kernnetz
  • eine Basisstation

Beim Kernnetz und der Basisstation handelt es sich im Regelfall um eine integrierte Softwarelösung auf einem lokalen Rechner. Die Bundesnetzagentur erlaubt diese Mobilfunknetze im Frequenzbereich von 3,7 bis 3,8 GHz, die Technik basiert auf dem 5G-Standard. Interessierte Institutionen realisieren ihr Campusnetz in Kooperation mit einem großen Mobilfunkanbieter oder eigenständig. Bei beiden Optionen lässt sich das City Area Network skalieren, sodass die Technik exakt auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die maßgeschneiderte Einrichtung des Netzwerks sorgt dafür, dass sämtliche Aspekte wie Bandbreite, Verfügbarkeit und Latenz den jeweiligen Anforderungen entsprechen.

Zwei unterschiedliche Varianten des Campusnetzes

Ein Campusnetz lässt sich wahlweise als Mischung aus privatem sowie öffentlichem Mobilfunknetz oder als ausschließlich privates Netz verwirklichen. Im ersten Fall können Nutzer präzise definieren, welche Anwendungen über den privaten oder öffentlichen Teil des Netzes erfolgen sollen. Diese Kombination ermöglicht Flexibilität: Die Fernwartung von Maschinen setzt zum Beispiel eine Anbindung an das öffentliche Netz voraus. Ein eigenständiges privates Campusnetz empfiehlt sich dagegen für sicherheitskritische Anwendungen, wie sie sich unter anderem in der industriellen Produktion finden. Die erhöhte Sicherheit vor Zugriffen von außen erweist sich als Pluspunkt.

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