Trends 2026 Warum Cybersecurity 2026 zur Chefsache werden muss

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

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KI, Automatisierung und Zero-Days verändern die Cybersicherheit und stellen Unternehmen 2026 vor Herausforderungen. Warum das Thema Security bei Chefs nun ganz oben auf der Agenda stehen muss, zeigt Paul Laudanski, Director Security Research von Onapsis.

Die Führungsetage ist verantwortlich für das Risikomanagement. Sie muss die potenziellen Bedrohungen verstehen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um Risiken zu minimieren und die Resilienz des Unternehmens zu stärken.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Die Führungsetage ist verantwortlich für das Risikomanagement. Sie muss die potenziellen Bedrohungen verstehen und geeignete Maßnahmen ergreifen, um Risiken zu minimieren und die Resilienz des Unternehmens zu stärken.
(Bild: Canva / KI-generiert)

2026 wird ein entscheidendes Jahr für die Cybersicherheit: Während Unternehmen ihre digitalen Geschäftsmodelle weiter ausbauen, professionalisieren Angreifer ihre Methoden in rasantem Tempo. Neue Zero-Days, KI-gestützte Angriffstechniken und die wachsende Abhängigkeit von vernetzten Anwendungen setzen IT- und Führungsteams gleichermaßen unter Druck. Paul Laudanski, Director Security Research bei Onapsis, beschreibt die wichtigsten Entwicklungen und zeigt auf, welche Trends das kommende Jahr bestimmen – und worauf sich Unternehmen jetzt vorbereiten sollten.

Geschäftskritische Applikationen sind das Herz eines Unternehmens. Wer sie angreift, greift das gesamte Unternehmen an. Deshalb müssen Security und Business endlich zusammenarbeiten und die IT-Sicherheit als Grundbestandteil des Betriebsmodells verstehen, nicht als spätere Ergänzung.

Paul Laudanski, Director Security Research bei Onapsis

ERP-Security: Das Risiko ist geschäftskritisch

Das Jahr 2025 hat gezeigt, wie massiv sich die Bedrohungslage für geschäftskritische Anwendungen verändert hat. Die Exploit-Welle rund um CVE-2025-31324 hat verdeutlicht, wie schnell Zero-Day-Angriffe auf ERP-Systeme eskalieren können und wie lange Risiken bestehen bleiben, selbst wenn Patches bereits verfügbar sind. Cyberangriffe auf ERP-Landschaften werden zunehmend automatisiert, arbeitsteilig, technisch raffinierter – und damit schneller und gezielter. Ein Trend, der sich 2026 weiter verstärken wird. Hier reichen klassische Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr aus.

Mehr noch: Unternehmen mussten erkennen, dass Patching allein nicht genügt. Ohne kontinuierliches Monitoring, Konfigurationskontrollen und Threat Detection bleiben selbst gepatchte Systeme angreifbar.

CVE-2025-31324 war ein Weckruf: Angreifer verstehen ERP inzwischen besser als jene, die es schützen sollen. 2026 werden wir mehr Zero-Days, mehr automatisierte Exploit-Chains und mehr Angriffe auf Integrationen zwischen ERP-, CRM- und HR-Systemen sehen.

Paul Laudanski, Director Security Research bei Onapsis

KI, Deepfakes & Next-Gen Attacks greifen an

Parallel verändert künstliche Intelligenz die Cyberlandschaft fundamental. Sie verschiebt die Balance zwischen Angriff und Verteidigung weiter zugunsten der Angreifer. Ihre Angriffe werden adaptiver, realitätsnäher und schwerer zu erkennen, indem sie KI beispielsweise nutzen, um Anwendungen systematisch auf Schwachstellen zu prüfen oder komplexe Zero-Days schneller „zusammenzusetzen“. Damit steigt auch die Geschwindigkeit, mit der kritische Schwachstellen entdeckt und ausgenutzt werden.

Gleichzeitig bietet KI aber auch enormes Potenzial auf der Seite der Verteidiger: Automatisiertes Monitoring, Verhaltensanalysen und proaktive Vorhersagen entlasten Teams, die unter Personalmangel leiden und immer kürzere Reaktionszeiten bewältigen müssen. 2026 wird sich entscheiden, wie schnell Unternehmen diese Technologien nicht nur einführen, sondern verantwortungsvoll verankern.

Paul Laudanski ist Director Security Research bei Onapsis.(Bild:  Onapsis)
Paul Laudanski ist Director Security Research bei Onapsis.
(Bild: Onapsis)

Entsprechend sagt Laudanski voraus: „2026 wird das Jahr, in dem Cybersicherheit noch mehr von reaktiver Verteidigung zu intelligenter Vorhersage übergehen muss, um mit den Angreifern Schritt zu halten. Unternehmen, die KI sinnvoll und an den richtigen Stellen nutzen, können Angriffe erkennen, bevor sie richtig beginnen.“

Sicherheitskultur beginnt in der Unternehmensführung

Viele Unternehmen unterschätzen noch immer die eigene Verwundbarkeit oder scheuen notwendige Veränderungen, weil Strukturen, Verantwortlichkeiten oder Budgets fehlen. Das Jahr 2026 fordert daher einen deutlichen Wandel hin zu einer aktiveren Sicherheitskultur. Cybersecurity darf nicht länger als nachgelagerte Aufgabe betrachtet werden, sondern muss integraler Bestandteil der Unternehmensführung werden – mit klaren Zuständigkeiten, verbindlichen Standards und einer Kultur, die Sicherheit aktiv lebt.

Auch regulatorisch steigt der Druck, insbesondere durch EU-weite Vorgaben wie NIS2 oder DORA, die eine deutlich klarere Zuweisung von Verantwortlichkeiten verlangen. Zwar wird derzeit (noch) nicht über eine persönliche Haftung von Entscheidern wie in manchen US-Debatten gesprochen, doch die Anforderungen an Governance, Risikoanalyse und Nachweisfähigkeit nehmen spürbar zu. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, Sicherheit als Führungsaufgabe zu verankern und nicht als technische Disziplin.

Viele Unternehmen behandeln Security noch immer wie ein lästiges To-do. Das muss dringend enden. Damit wird Cybersecurity zum Führungsprinzip: Die Unternehmen, die 2026 erfolgreich sind, kombinieren starke Technologien mit klaren Prozessen und echter Verantwortung.

Paul Laudanski, Director Security Research bei Onapsis

Unternehmen sollten ihre Sicherheitsstrategien deswegen neu ausrichten – technologisch wie organisatorisch. Wer jetzt handelt, schafft die Grundlage für resiliente Geschäftsprozesse und nachhaltiges Wachstum. Unternehmen, die Transparenz, Automatisierung und Verantwortlichkeit kombinieren, und wird 2026 zu den Gewinnern gehören. Sicherheit ist längst kein Kostenfaktor mehr, sondern ein strategischer Vorteil.

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