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Waren und Logistik
Über die Logistikdienstleistungen und die Warenverfügbarkeit ist in den vergangenen Tagen viel spekuliert worden. Die Verfügbarkeit soll sichergestellt sein.
Auch an der Logistik ändert sich nichts. Seit Februar bedient die Logistikwerk GmbH in Braunschweig – nach Unternehmensangaben ohne veränderte Cut-off Zeiten und Serviceeinschränkungen – die Lieferwünsche des Grossisten.
Das Unternehmen war im Oktober 2012 gegründet worden und hatte bei B.com den bisherigen DHL-Logistikvertrag ersetzt, der über ein Lager in Staufenberg abgewickelt worden war. Auch der Dienstleister DSC-TEC/ H & H UG, der dort Server und PCs der eigenmarke B.com fertige, verlor seinen Vertrag und wurde ersetzt.
Die „neue B.com“ müsse aber auch einen neuen Vertrag mit der Logistikwerk vereinbaren, da der alte Vertrag nicht automatisch auf das künftig aktive Unternehmen übergehe, so der Insolvenzverwalter.
Management und Mitarbeiter
Die beiden Chefs der B.com AG, Vorstandsvorsitzender Torsten Belverato und Vorstandsmitglied Patrick Köhler, werden beide auch die Führung des neuen Unternehmens innehaben. Sie waren Eigentümer der B.com AG. Der am Management-Buyout im Sommer 2011 beteiligte Thomas Hoffmann war zum Jahresbeginn 2013 vom Vorstand in den Aufsichtsrat gewechselt und scheidet im April aus dem Unternehmen aus.
Bei den Mitarbeitern wurden fast zwei Drittel übernommen, aber auch 45 Arbeitsplätze gestrichen. Weiterbeschäftigt wurden insbesondere jene Mitarbeiter, die zur Fortführung des operativen Geschäfts gebraucht werden und die im Kundenkontakt stehen. Daher kann die neue Gesellschaft auch mit versprechen: „Ansprechpartner und Durchwahlen haben sich nicht geändert“. Von den Kündigungen betroffen sind dagegen Abteilungen im Bereich Backoffice und technische Aufgaben.
Weitere Details noch offen
Vieles ist geklärt, aber einige Details sind naturgemäß noch offen. So konnte der Insolvenzverwalter keine Angaben machen zur Eigenmarke von B.com – auch Wortmann hat mit den Terra-Produkten ja bereits eine erfolgreiche Marke am Start. Welche Lieferanten die „neue B.com“ haben wird, wie generell das Verhältnis zwischen der Wortmann AG und der neuen Tochter geregelt wird, dazu müssen in den nächsten Tagen die beteiligten Manager erst noch Vereinbarungen treffen. Derzeit haben die Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des operativen Geschäfts höchste Priorität.
Ungewöhnliche Geschwindigkeit
Für Rechtsanwalt Kebekus war der Fall B.com allerdings ein außergewöhnliches Verfahren: „Unsere Kanzlei hat seit der Einreichung des Antrags auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens praktisch Tag und Nacht an der Rettung des Unternehmens gearbeitet“. Dank einer Gesetzesänderung im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen sich aber auch gut auf das Verfahren vorbereiten und hatte mit Dr. Dirk Andres bereits vor der Antragstellung einen Sanierungsbeauftragen eingeschaltet.
„Es ist der hervorragenden Zusammenarbeit von Sanierungsbeauftragtem, Insolvenzverwalter und Insolvenzgericht zu verdanken, dass in diesem Fall so schnell eine Lösung gefunden werden konnte“, betonte Kebekus. Oft wird das Insolvenzverfahren erst nach drei Monaten eröffnet, hier bereits nach eineinhalb Wochen – zum Wohle des Unternehmens und der Mitarbeiter.
Er lobte aber auch die Verhandlungen mit Siegbert Wortmann. Man sei froh, in ihm einen kapitalkräftigen, strategischen Investor gefunden zu haben. Das vertriebsstarke Unternehmen B.com und der kapitalstarke Partner Wortmann passen nach seinen Worten hervorragend zusammen. Damit sei die Basis für eine dauerhafte, stabile Geschäftstätigkeit gelegt.
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