Urgesteine aus der IT-Branche Tonis Rüsche wurde gesagt eine „64-Kilobit/s-Übertragung ist nicht möglich“
Seit 40 Jahren mischt Tonis Rüsche in der IT-Branche mit. Eigentlich blieb er dabei immer der gleichen Firma treu, auch wenn diese in ihrer hundertjährigen Geschichte öfter den Namen wechselte.
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ITB: Herr Rüsche, wie sind Sie in die Informationstechnologie eingestiegen.
Rüsche: Das war am 1. Februar 1971 bei Philips Data Systems in Siegen. Damals eines der führenden Unternehmen bei der mittleren Datentechnik.
ITB: Mittlere Datentechnik, wie Sie es gerade verwenden, ist ein Begriff vor meiner Zeit. Könnten Sie ihn kurz erläutern?
Rüsche: IBM hat Großrechner gebaut. Philips fabrizierte kleinere Geräte, damals noch Vorgänger des Personal Computers. Ein einfacher Rechner ohne Bildschirm, der Lochkarten als Speichermedium nutzte. Da musste man noch richtig programmieren.
ITB: Was war Ihre erste Aufgabe bei Philips?
Rüsche: Direkt nach dem Studium war ich dort in der Bürokommunikation tätig. Ich sollte einen IBM-kompatiblen Adapter entwickeln. Damals war fast alles auf die Deutsche Industrienorm ausgelegt, die jedoch bei den Rechnern kaum jemand nutzte.
ITB: Können Sie sich noch an Ihren ersten Computer erinnern?
Rüsche: Ja. Mein Arbeitgeber stellte mir 1971 einen Philips P350 zur Verfügung. Der besaß eine Speicherkapazität von 64 Kilobyte. So ein Rechner kostete damals 60.000 DM.
ITB: Was sind die Highlights aus 40 Jahren IT-Erfahrung?
Rüsche: Mein persönliches Highlight war der schon erwähnte Adapter – ich habe ihn in vier Wochen gebaut. Dieser wurde dann gleich auf der Hannover Messe – damals hieß nur die Halle eins Cebit – bei einer Datenübertragung von unserem Stand in das Siegener Firmengebäude eingesetzt. In Siegen stand die ganze Geschäftsführung zusammen mit einigen Ministern und warteten gespannt. Das war damals schon ein Erlebnis. Das zweite Highlight war für mich, als wir uns 1999 bereits unter dem Namen NK Networks agierend, bei der Ausschreibung für die Vernetzung des Deutschen Bundestages gegen die Riesen Deutsche Telekom und Siemens durchsetzen konnten.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie damals das Fernmeldetechnische Zentralamt Tonis Rüsche erklärte, dass eine Bandbreite von 64 Kilobit pro Sekunde nicht möglich ist.
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