Analyse von Tech (people) {code} Softwareentwicklungsjobs in Deutschland erreichen Höchststand

Von Alexander Siegert 2 min Lesedauer

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Die Anzahl angestellter Softwareentwickler stieg von 2022 auf 2023 um 7,28 Prozent. Basierend auf den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hatten rezessionsbedingte Entlassungswellen in der Tech-Branche keinen Einfluss auf das Jobwachstum in der Softwareentwicklung.

Trotz Massenentlassungen in der Tech-Branche bleiben Softwareentwickler in Deutschland gefragt.(Bild:  Ashi - stock.adobe.com)
Trotz Massenentlassungen in der Tech-Branche bleiben Softwareentwickler in Deutschland gefragt.
(Bild: Ashi - stock.adobe.com)

326.150 Softwareentwickler sind momentan in Deutschland angestellt. Von der leichten Rezession zeigte sich die Softwareentwicklung relativ unbeeindruckt. Der Wachstumstrend hält seit 2020 an. Damals betrug der Anstieg 5,7 Prozent und von 2021 auf 2022 8,04 Prozent. Mitte 2022 hatten sich Meldungen zu Massenentlassungen in der Tech-Branche gehäuft. Unternehmen wie Dell, IBM oder Salesforce ließen den Ankündigungen Taten folgen und setzten viele ihrer Mitarbeiter vor die Tür. Doch die Anzahl der Jobs in der Softwareentwicklung wuchs trotzdem weiter auf einen deutschen Höchststand.

Große regionale Unterschiede

Im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich oder Großbritannien, wo die Informations- und Kommunikationstechnologie-Unternehmen stark in der Hauptstadt konzentriert sind, gibt es hier eine breite Verteilung. Der Digitalstandort Deutschland ist dezentral. Dennoch verzeichnen vor allem die großen Zentren signifikante Zuwächse.

Die Analyse zeigt, dass es insgesamt 18 Tech-Hubs gibt, in denen jeweils mehr als 4.000 Fachkräfte für Softwareentwicklung und Programmierung in Festanstellung tätig sind. In diesen Zentren arbeiten fast 70 Prozent aller Spezialisten.

An der Spitze steht der Großraum München, einschließlich Augsburg mit 36.420 Mitarbeitern, gefolgt von Berlin und Potsdam mit 32.080 Beschäftigten. Auch die Großräume Stuttgart (23.010), Frankfurt (19.390) mit Wiesbaden-Mainz (5.820), Hamburg (16.660) und Nürnberg (15.100) beherbergen große Zentren.

Nordrhein-Westfalen weist eine hohe Dichte an Fachkräften auf. Allein in den benachbarten Hubs Ruhrgebiet, Düsseldorf, Köln-Bonn und Aachen beschäftigen lokale Unternehmen 38.980 Mitarbeiter in der Programmierung.

Die größten prozentualen Zuwächse innerhalb eines Jahres verzeichnen Leipzig-Halle mit über 12 Prozent und Wiesbaden-Mainz mit über 11 Prozent.

Im Gegenzug arbeiten 30 Prozent aller Softwareentwickler in mittleren bis kleinen Hubs, darunter Städte wie Konstanz, Braunschweig, Paderborn oder Freiburg.

Nur eine geringe Anzahl der über 300.000 Fachkräften ist in den neuen Bundesländern registriert, obwohl dort der Anteil der Informatikstudierenden vergleichsweise hoch ist.

Frauen und Expats gegen den Fachkräftemangel

Weibliche Programmierfachkräfte bleiben auf einem konstanten Niveau. Bundesweit liegt der Frauenanteil bei 14 Prozent (48.870). Auch hier gibt es regionale Unterschiede: In Großstädten gibt es sowohl quantitativ als auch prozentual mehr weibliche Entwickler.

Im Gegensatz dazu steigt die Zahl der Fachkräfte in den großen Zentren ohne deutsche Staatsbürgerschaft (65.680) kontinuierlich. Berlin erreicht mit 44,24 Prozent einen neuen Rekord in Bezug auf alle Hubs.

Laut des Digitalverbandes Bitkom sind in Deutschland dennoch 149.000 IT-Jobs unbesetzt. Angesichts der vielen offenen Stellen in der IT müssen Unternehmen mehr weibliche Experten gewinnen und halten, um den Fachkräftemangel zu bewältigen. Langfristige Mitarbeiterbindung ist dabei entscheidend. Zudem sollten Unternehmen weiterhin in die Anwerbung ausländischer Fachkräfte investieren.

Die Datengrundlage

Die Bundesagentur für Arbeit gliedert IT-Fachkräfte in vier Hauptkategorien innerhalb der übergeordneten Gruppe „Informatik und andere IKT-Berufe“ ein, der insgesamt 1.077.300 Beschäftigte umfasst. Unternehmen übermitteln die Beschäftigungsverhältnisse anhand von Tätigkeitsschlüsseln. Neben der Kategorie „Softwareentwicklung und Programmierung“ mit 326.150 Beschäftigten gibt es die allgemeine Kategorie „Informatik“ mit 301.350 Beschäftigten, „IT-Systemanalyse, Anwenderberatung, IT-Vertrieb“ mit 234.060 Beschäftigten und „IT-Netzwerktechnik, -koordination, -administration, -organisation“ mit 215.740 Beschäftigten. Die Gruppe der Softwareentwicklung und Programmierung macht somit etwas mehr als 30 Prozent aller Arbeitnehmer der gesamten IT aus.

Zur gesamten Auswertung

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