Gefahr für OT-Umgebungen Viele Remote-Access-Tools sind nicht für Unternehmen geeignet

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Nach einer aktuellen Studie von Claroty setzen die Hälfte der Unternehmen mehrere Remote-Access-Tools in ihren OT-Umgebungen (Operational Technology) ein. Dabei sind viele dieser Tools gar nicht für den Einsatz in Unternehmen geeignet.

Die Hälfte aller Unternehmen nutzen Remot-Access-Tools in OT-Umgebungen, dabei sind viele der Tools nicht für den Unternehmenseinsatz geeignet(Bild:  greenbutterfly - stock.adobe.com)
Die Hälfte aller Unternehmen nutzen Remot-Access-Tools in OT-Umgebungen, dabei sind viele der Tools nicht für den Unternehmenseinsatz geeignet
(Bild: greenbutterfly - stock.adobe.com)

Der Claroty-Report „The Problem with Remote Access Tool Sprawl“ zeigt auf, dass der Großteil von Unternehmen (79 %) auf Remote Access-Lösungen setzt, die nicht für Unternehmen geeignet sind. Eine OT-Umgebung (Operational Technology) bezieht sich auf die Hardware und Software, die in Unternehmen zur Steuerung und Überwachung physischer Prozesse, Geräte und Infrastrukturen eingesetzt wird. Im Gegensatz zur Informationstechnologie (IT), die sich hauptsächlich mit der Verarbeitung, Speicherung und Übertragung von Daten beschäftigt, liegt der Fokus von OT auf der physischen Welt, insbesondere in Bereichen wie Fertigung, Energie, Transport, Versorgung und anderen industriellen Sektoren.

OT-Systeme sind im Fokus von Cyberkriminellen

OT-Systeme steuern unter anderem Produktionsmaschinen, Industrieanlagen, Kraftwerke, Energieverteilungsnetze, Verkehrsinfrastrukturen oder Gebäudeverwaltungssysteme. Sie sind essenziell, um Abläufe in Echtzeit zu steuern und zu überwachen. Typische Beispiele für OT-Systeme sind speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), industrielle Steuerungssysteme (ICS) und SCADA-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition). In den letzten Jahren rücken OT-Umgebungen zunehmend ins Visier von Cyberangriffen, da sie oft mit IT-Systemen verbunden sind.

Remote-Access-Tools können durchaus zum Problem werden

Die zunehmende Verbreitung von Remote-Access-Tools in OT-Umgebungen stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Laut einer aktuellen Studie des Sicherheitsspezialisten Claroty setzen 55 Prozent der Unternehmen vier oder mehr solcher Tools in ihren OT-Netzwerken ein. Bei 33 Prozent der befragten Unternehmen sind es sogar mindestens sechs Tools. Diese Situation birgt deutliche Gefahren, da die unkontrollierte Nutzung zahlreicher Fernzugriffslösungen die Komplexität der Verwaltung erhöht und gleichzeitig die Angriffsfläche für potenzielle Cyberangriffe vergrößert.

Die Studie, die von Team82, der Forschungsabteilung von Claroty, durchgeführt wurde, basiert auf der Analyse von über 50.000 fernzugriffsfähigen Geräten in industriellen Netzwerken. Ein weiteres besorgniserregendes Ergebnis zeigt, dass 79 Prozent der Unternehmen mehr als zwei Fernzugriffstools verwenden, die für den Unternehmenseinsatz in OT-Umgebungen ungeeignet sind. Diese Tools fehlen oft grundlegende Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen, die in OT-Umgebungen besonders wichtig sind. Dazu gehören unter anderem Sitzungsaufzeichnungen, rollenbasierte Zugriffskontrollen, Auditing-Funktionen und die unverzichtbare Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).

(ID:50187675)

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung