Gescheiterte Software-Projekte Schäden in Milliarden-Höhe durch mangelhafte Software-Entwicklung
Mängel in der Vorbereitung, Analyse, Durchführung und Koordination bei Software-Entwicklung kosten der deutschen Wirtschaft viel Geld. Planlosigkeit herrscht nicht nur bei Anwendern, sondern oft genug auch bei jenen, die eigentlich wissen müssten, wie professionelle Entwicklung in der Software-Branche funktioniert.
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Durch mangelhafte Qualität und Ineffizienzen bei der Software-Entwicklung entsteht der deutschen Wirtschaft ein Schaden von jährlich zehn Milliarden Euro, so die Schätzungen der Studie „Softwareentwicklung 2012“, die im Auftrag des Software- und IT-Beratungsunternehmens Accso aus Darmstadt erstellt wurde. Fast die Hälfte der befragten Fach- und Führungskräfte gaben an, dass sie einen wirtschaftlichen Schaden von über eine Milliarde Euro durch gescheiterte Software-Entwicklung vermuten. Dass viele von ihnen eigene, schlechte Erfahrungen gemacht haben, darf man annehmen.
Die Gründe für ein Scheitern von Software-Projekten sind vielschichtig. Sobald bei der Entwicklung individuelle Faktoren, wie etwa eine gegebene Infrastruktur beim Kunden, zu berücksichtigen sind, steigt das Risiko eines Flops. „Der wirtschaftliche Schaden ist dann vorprogrammiert“, sagt Jürgen Artmann, Geschäftsführer der Accso GmbH.
Vor allem die Komplexität bei Individualsoftware macht Entwicklern und ihren Kunden zu schaffen. Jeder fünfte Befragte hält das letztlich für den Hauptgrund des Scheiterns. Offenbar wird die Anforderungsanalyse nur unzureichend durchgeführt. Fairerweise muss man aber hinzufügen, dass nicht immer nur IT-Häuser mit Schwerpunkt Software-Entwicklung für diesen Mangel verantwortlich sind. Denn oft sind sich die Auftraggeber über ihre konkreten Ziele nicht im Klaren. Ständig wechselnde Anforderungen, die 14 Prozent der befragten IT-Spezialisten als Grund für das Scheitern von Software-Entwicklung nennen, erhöhen die Komplexität zusätzlich.
Allerdings müssen sich einige Softwareentwickler anrechnen lassen, dass sie die Anforderungen der Fachabteilungen des Kunden sowie der Branche, in der diese tätig sind, nur unzureichend kennen. Weitere Defizite sind Inkonsistenzen zwischen Architektur und Implementierung sowie kaum ausreichende Tests der Software. Fast schon ein Klassiker, der in allen Charts der meist genannten Gründe für Projektversagen auftaucht, ist die mangelhafte Kommunikation zwischen Anbieter und Anwender.
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