Massiver Stellenabbau bei Tech-Konzern Salesforce baut jede zehnte Stelle ab

Von dpa 2 min Lesedauer

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Ähnlich wie Amazon, Meta, Microsoft oder Twitter reagiert Salesforce auf das derzeit schwierige Geschäftsumfeld mit Entlassungen. Der Softwarehersteller hat einen massiven Stellenabbau angekündigt und will jede zehnte Stelle streichen.

Salesforce hat einen massiven Stellenabbau angekündigt; der Software-Riese will jede zehnte Stelle streichen.(Bild:  © 2022 by Jakub Mosur Photography)
Salesforce hat einen massiven Stellenabbau angekündigt; der Software-Riese will jede zehnte Stelle streichen.
(Bild: © 2022 by Jakub Mosur Photography)

Der US-Softwarehersteller Salesforce will im schwierigeren Geschäftsumfeld rund jeden zehnten Mitarbeiter loswerden. Einer der Rivalen des Dax-Konzerns SAP kündigte am Mittwoch eine Restrukturierung zur Kostensenkung an, in deren Rahmen die Jobs gestrichen und auch Büroräume abgegeben werden sollen. Zuletzt hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben vom Dezember weltweit mehr als 79.000 Mitarbeiter.

Die Salesforce-Aktie lag vorbörslich in den USA rund 4,5 Prozent im Plus. Allerdings hat das Papier in den vergangenen Monaten auch keine gute Figur gemacht – wie auch der Großteil der Tech-Werte, insbesondere jene in den USA. Die Zinssteigerungen belasten die Bewertungen wachstumsstarker Aktien aus Sicht von großen Profiinvestoren erheblich. Salesforce-Titel büßten 2022 fast die Hälfte ihres Wertes ein.

Unternehmenschef und Mitgründer Marc Benioff erklärte den Schritt in einem Brief an die Belegschaft unter anderem damit, dass die Kunden des Unternehmens derzeit genauer hinsähen, bevor sie Kaufentscheidungen träfen. Die meisten der betroffenen Jobs sollen ihm zufolge in den kommenden Wochen gestrichen werden. Er übernehme die Verantwortung dafür, dass die Firma mit den anziehenden Geschäften in der Corona-Pandemie angesichts des aktuellen Abschwungs zu viele Leute eingestellt habe, schrieb er.

Bevor die geplanten Einsparungen zum Tragen kommen, erwartet das Management erst einmal Kosten von etwa 1,4 bis 2,1 Milliarden US-Dollar (1,3 bis 2 Milliarden Euro).

Salesforce hatte Investoren erst Ende November mit dem Ausblick für das Schlussquartal enttäuscht. Zudem hatte der Konzern damals mitgeteilt, dass Co-Konzernchef Bret Taylor Ende Januar seinen Posten räume. Zuletzt hatten auch weitere Tech-Konzerne aus den USA mit großen Stellenstreichungen versucht, Kosten zu senken, darunter Twitter und die Facebook-Mutter Meta Platforms. Die Facebook-Muttergesellschaft hat unlängst bekannt gegeben, dass sie rund 11.000 Mitarbeiter entlassen will – das entspricht etwa 13 Prozent der gesamten Belegschaft.

Wegen sinkender Nachfrage nach Computern und Druckern hatte HP im November 2022 Stellenstreichungen angekündigt. Der Computerhersteller will in den kommenden drei Jahren bis zu 6.000 Stellen abbauen.

Auch bei Amazon sollen Jobs gestrichen werden. Dabei will der Online-Riese von den insgesamt 1,6 Millionen Beschäftigten rund 10.000 Stellen einsparen. Und Tech-Unternehmen wie Lyft, Stripe oder Snap haben in jüngster Zeit im großen Umfang Mitarbeiter entlassen. Und nicht zuletzt hat Tech-Milliardär Elon Musk nach der Übernahme von Twitter die Mitarbeiterzahl sogar halbiert.

Salesforce konkurriert mit SAP vor allem auf dem Gebiet mit Software zur Unternehmenssteuerung. Während Salesforce einst als reiner Cloud-Anbieter für Vertriebsteams und den Kundenkontakt groß geworden ist, hat das Unternehmen seine Palette inzwischen durch Zukäufe kräftig ausgebaut, unter anderem durch die Übernahme des Büro-Messengerdienstes Slack.

SAP-Chef Christian Klein hat dem Walldorfer Dax-Konzern Anfang des vergangenen Jahres mit neuen Produktbündeln einen schnelleren Umstieg auf Angebote zur Nutzung aus dem Netz (Cloud) verordnet – auch um mit Salesforce weiter mithalten zu können. Die Abonnementmodelle aus der Cloud sind in der Softwarebranche mittlerweile zum Standard geworden, von ihnen versprechen sich die Manager mehr Wachstum und damit auch höhere Attraktivität bei Investoren. Auch SAP spart und stellt derzeit nur verhalten ein.

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