Firmenjubiläum Raber+Märcker setzt auf finanzielle Unabhängigkeit

Autor / Redakteur: Uwe Brand, Raber+Märcker / Sarah Gandorfer

Manch einer mag die Strategie von Raber+Märcker heutzutage als eher konservativ ansehen: Das inhabergeführte Systemhaus bleibt gerne unabhängig von Banken und verzichtet auf riskante Zukäufe.

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Das Systemhaus Raber+Märcker feiert heuer sein 75-jähriges Firmenjubiläum. In den Jahren seit der Gründung hat das Traditionsunternehmen viele Höhen und Tiefen in der Wirtschaft miterlebt. »Dies hat uns alles nicht aus der Bahn geworfen, sondern eher noch stärker gemacht«, stellt Uwe Brand, Geschäftsführender Gesellschafter bei Raber+Märcker fest.

Dieser Beitrag stammt aus der Mutmacher-Ausgabe von IT-BUSINESS (5/2009 vom 2.3.2009, zur CeBIT 2009). (Archiv: Vogel Business Media)

Seit der Gründung im Jahr 1934 durch die beiden Kaufleute Max Raber und Willy Märcker ist das Unternehmensziel Organisationsabläufe innovativ zu verbessern und Dienstleistungen der Spitzenklasse anzubieten.

Viele Kunden ein Großkunde

Raber+Märcker hat den Fokus bei seinen Kunden auf mittelständische Unternehmen gelegt. Im Gegensatz zu Konzernen haben diese den Mut sich antizyklisch zu verhalten. »Durch diese Fokussierung haben wir uns nie von einem einzelnen Kunden abhängig gemacht«, so Brand. »Keiner unserer Kunden hat einen Umsatzanteil von über vier Prozent.« Durch eine solide Kapitalausstattung ist das Traditionsunternehmen weitgehend unabhängig von Banken und den Kapriolen der Kapitalmärkte. Dies wird durch eine zurückhaltende Ausschüttungspolitik und dem Verzicht auf teure und riskante Zukäufe erreicht.

»Unsere Mitarbeiter identifizieren sich in hohem Maße mit dem Unternehmen sowie dessen Zielen und zeigen auch in schwierigen Zeiten ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft«, fährt Brand fort.

Schwankungen ausgleichen

Speziell Finanzinvestoren fordern verstärkt Transparenz durch Monokulturen und einfache Geschäftsmodelle, um diese leichter zu kontrollieren. Gerade aber in schwierigen Zeiten zeigt sich dann die Anfälligkeit bei dieser Vorgehensweise. Raber+Märcker hat mehrere Geschäftsbereiche und kann dadurch Schwankungen in der Wirtschaft entgegenwirken.

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass das Systemhaus inhabergeführt ist. Dadurch können schnelle und flexible Entscheidungen getroffen werden, die langfristig und nachhaltig wirken und nicht einem kurzfristigen Erfolgs- und Quartalsdruck geschuldet sind.

»Unser Geheimnis ist ganz einfach«, sagt Uwe Brand. »Eine ausgewogene Balance der Interessen von Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Gesellschaftern. Antizyklisches Denken und Handeln sowie ein kontinuierlicher, aber wohl überdachter Ausbau unseres Unternehmens sind dabei von Vorteil.« Das Unternehmen hat mittlerweile vier Tochtergesellschaften. »Es ist wichtig, in guten Zeiten auf dem Boden zu bleiben und nicht arrogant zu werden. Den Beweis für unseren Erfolg sehen wir Jahr für Jahr an unserem stetigen, organischen Wachstum. Wir sehen die Wirtschaftskrise als eine weitere Herausforderung in unserer Firmengeschichte und arbeiten an der qualitativen, sowie nachhaltigen Entwicklung unserer Unternehmensgruppe«, resümiert der geschäftsführende Gesellschafter.

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