27 Filialen der Elektronik-Handelskette Medimax betroffen Pro-Markt-Gründer melden Insolvenz an
Die Gebrüder Wegert, Gründer des Berliner Elektronik-Discounters Pro-Markt, sind zahlungsunfähig. Davon sind 27 Standorte betroffen, die als Franchise-Unternehmen unter der EP-Marke Medimax firmieren. Nach ersten Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter bestehen jedoch gute Aussichten, dass der Betrieb in vollem Umfang fortgeführt werden kann.
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Die Berliner Elektronikkette »Multi-Media Pro-Markt Handels GmbH« ist pleite. Die Gründer Michael und Matthias Wegert haben Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 27 Filialen der Handelskette Medimax. Anfang 2006 kooperierten die Gebrüder mit Electronic Partner (EP) und betrieben seitdem ihre Läden unter diesem Label.
Die heute noch existierenden Pro-Märkte in Deutschland gehören nicht zur Wegert-Gesellschaft, sondern sind Teil des Rewe-Imperiums. Sie haben mit der Wegert-Pleite nichts zu tun.
Auslöser für die Zahlungsunfähigkeit der Berliner Gesellschaft sei eine »ankündigungslose fristlose Kündigung der Delcredere-Haftung durch Electronic Partner«, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Das alles sei für die Geschäftsführung so überraschend gekommen, dass es nicht mehr möglich gewesen sei, entsprechende Alternativen zu entwickeln. Außerdem hätten die Lieferanten teilweise von der Haftungs-Kündigung früher gewusst als das Unternehmen selbst.
Keine anderen Franchisenehmer betroffen
EP will im Rahmen der Insolvenzeröffnung vorerst keine detaillierte Stellungnahme geben. »Wir sind in intensiven Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter, um die Situation zu verbessern«, erklärt die Unternehmenssprecherin von EP, Sonja Steves. »Weder die Fachhandelskooperation noch die anderen Medimax-Franchisenehmer sind in irgendeiner Weise von der Situation betroffen. Es handelt sich rein um die Pro-Markt-Geschäfte.«
Nach ersten Gesprächen mit dem Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Rolf Rattunde, bestünden gute Aussichten für eine Sanierung. Der Betrieb wird deshalb in vollem Umfang fortgeführt.
Historie
Im Jahr 1988 eröffneten die Brüder Wegert ihren ersten Pro-Markt in Berlin. Die Kette war einst Hauptkonkurrent der Metro-Tochter Media-Markt. Mit dem Fall der Mauer beginnt der Ausbau in den alten Bundesländern. Zeitweise war auch die Lebensmittelkette Rewe an der Pro-Markt Holding der Wegerts beteiligt. Immer schon eigenständig war hingegen die gleichnamige Pro-Markt GmbH und Co.KG Bremen. 1998 steigt die britische Kingfisher-Gruppe in die Holding ein und übernimmt diese zwei Jahre später vollständig.
Nachdem die Briten nur Verluste gemacht haben, kaufen die Brüder Wegert Pro-Markt für einen symbolischen Preis wieder zurück. Ihr Fokus liegt nun auf einer Tiefpreispolitik. Nach und nach werden die Läden in Makro-Markt umbenannt. Allerdings war den Wegerts kein Erfolg beschieden: Nachdem die Kette immer noch rote Zahlen schrieb, flüchtete sie 2006 unter die Fittiche der Düsseldorfer EP. 16 Märkte verkauften die Brüder ganz. Für die anderen 32 nahmen sie lediglich den Markennamen Medimax an und führten diese als eigenständige Unternehmen weiter.
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