Anbietervergleichsstudie von ISG New-Work-Wettbewerb: Der hybride Arbeitsplatz entscheidet

Von Bernhard Lück 3 min Lesedauer

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Unternehmen suchen zunehmend nach Wegen, die Vorteile des Homeoffice mit den Vorzügen des Büros als sozialem Ankerpunkt zu verbinden. New-Work-Serviceanbieter entwickeln deshalb gerade mit Hochdruck Lösungen für den hybriden Arbeitsplatz.

Im Marktsegment „Workplace Strategy Transformation Services“ hat ISG 27 Anbieter untersucht. Zehn davon sehen die Marktforscher als „Leader“.(Bild:  ISG)
Im Marktsegment „Workplace Strategy Transformation Services“ hat ISG 27 Anbieter untersucht. Zehn davon sehen die Marktforscher als „Leader“.
(Bild: ISG)

In ihrer Anbietervergleichsstudie „ISG Provider Lens Future of Work – Services & Solutions Germany 2022“ untersucht die Information Services Group (ISG) die Wettbewerbsstärke und Portfolioattraktivität von 30 Dienstleistern, die im deutschen Markt für Future-of-Work-Services und -Lösungen tätig sind.

„Hybrides Arbeiten ist in der heutigen Dimension auch für die Service Provider im New-Work-Markt ein neues Thema. Nachhaltige Erfolgsgeschichten gibt es bisher daher kaum“, sagt Roman Pelzel, Principal Consultant bei der Information Services Group (ISG). Deshalb könnten Serviceanbieter noch große Wettbewerbsvorteile am Markt erzielen, wenn sie erfolgreiche Implementationen von Hybrid-Work-Lösungen vorweisen. „Mobiles Arbeiten ist ja beileibe kein neues Phänomen“, so Pelzel weiter, „aber die Art und Weise, wie sich die Arbeitskultur gerade verändert – darauf müssen die Service- und Lösungsanbieter Antworten finden.“

Den ISG-Analysten zufolge standen bisher vor allem die digitalen und technologischen Aspekte des hybriden Arbeitens im Mittelpunkt der New-Work-Initiativen in Unternehmen, vor allem ausgelöst durch die Covid-19-Pandemie. Nun würden die menschenbezogenen und kulturellen Aspekte sowie Fragen der Bürogestaltung zunehmend in den Mittelpunkt rücken. Deshalb sollten neben der IT-, auch die HR-Abteilung sowie das Facility Management beim Einführen von Lösungen für hybrides Arbeiten miteinbezogen werden.

„Das Gebäudemanagement und die Büroorganisation kamen bisher vor allem dann ins Spiel, wenn es darum ging, neue Büroräumlichkeiten zu erschließen“, ergänzt ISG-Analyst Pelzel. „Dies wird sich in den kommenden Jahren deutlich verändern. Denn Facility-Management-Experten müssen sich mit IT- und Personalverantwortlichen an einen Tisch setzen, um Büros zu smarten Orten weiterzuentwickeln.“ Die Zukunft des Arbeitens werde dabei immer stärker zum Bestandteil von Unternehmensstrategien und der digitalen Transformation allgemein.

Den ISG-Analysten zufolge zeigen deutsche Unternehmen darüber hinaus erstes Interesse an der Mischung aus Realität und Virtualität, um den Nutzen für Kunden und die eigenen Mitarbeiter zu erhöhen. Noch schränke teure und unhandliche Hardware wie VR-Brillen die neuen Technologien wie z.B. das Metaverse ein. Doch gebe es erste erfolgreiche Anwendungsfälle wie etwa Schulungen oder das Onboarding neuer Mitarbeiter, bei denen immersive Technologien die Effektivität gesteigert hätten.

Marktprognose

Generell liegt die Markt- und Innovationsführerschaft bei den großen internationalen New-Work-Serviceanbietern. Sie verfügen laut ISG über die größten Ressourcen, etwa in Form von Innovationszentren auch vor Ort in Deutschland. Auf diese Weise prägten sie den Markt, setzten Trends und könnten zeigen, wie hybrides Arbeiten zum Erfolg gebracht werden kann. Allerdings müssten die großen Provider darauf achten, mittelständische Unternehmen nicht zu überfordern. An dieser Stelle biete sich den wenigen deutschen Serviceanbietern durch ihre Kundennähe oft ein Wettbewerbsvorteil.

ISG geht zudem davon aus, dass Microsoft mit dem für 2023 angekündigten „Microsoft Places“ Standards setzen werde. Das Unternehmen werde hybrides Arbeiten mit dieser Lösung quasi normieren. Serviceanbieter könnten sich in den kommenden Jahren zusätzliche Marktanteile erschließen, wenn sie vor diesem Hintergrund passende Lösungen entwickeln.

Die Studie „ISG Provider Lens Future of Work – Services & Solutions Germany 2022” untersucht die Fähigkeiten von 30 Anbietern in vier Marktsegmenten (Quadranten): „Workplace Strategy Transformation Services“, „Managed Workplace Services – End User Technology“, „Digital Service Desk & Workplace Support Services“ sowie „Managed Employee Experience Services“.

Die Studie führt Accenture, Capgemini, Computacenter, Fujitsu, HCL und Unisys als „Leader“ in allen vier Quadranten auf. Bechtle, Cancom und Wipro werden in jeweils drei Quadranten als Leader bezeichnet, Deutsche Telekom in zwei Quadranten. Getronics und Infosys sind Leader in jeweils einem Quadranten.

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