Intel-Krise Nach Rücktrittsforderung: Trump lobt Geschichte des Intel-Chefs

Aktualisiert am 12.08.2025 Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Online-Plattform Truth Social, Intel-Chef Lip-Bu Tan habe Interessenkonflikte und müsse sofort zurücktreten. „Es gibt keine andere Lösung für dieses Problem.“ Wenige Tage danach schlägt er versöhnliche Töne ein.

Intel-Chef Lip-Bu Tan soll seinen Chefposten bei dem Chipriesen wegen Interessenskonflikten räumen.(Bild:  Intel)
Intel-Chef Lip-Bu Tan soll seinen Chefposten bei dem Chipriesen wegen Interessenskonflikten räumen.
(Bild: Intel)

Update vom 12.8.2025: Nur wenige Tage nachdem Donald Trump einen Chefwechsel beim kriselnden Chipkonzern Intel gefordert hat, schlägt der US-Präsident versöhnliche Töne ein. Der Erfolg und der Aufstieg von Intel-Chef Lip-Bu Tan seien eine „tolle Geschichte“, schrieb Trump nun auf seine Plattform Truth Social nach einem Treffen mit dem Manager. Tan werde Zeit mit Regierungsmitgliedern verbringen und kommende Woche Vorschläge präsentieren. Worum genau es dabei gehen soll, ließ Trump offen.

Intel sprach nach dem Treffen von einer offenen und konstruktiven Diskussion zur Selbstverpflichtung der Firma, die US-Führung bei Technologie und Produktion zu stärken. Man wolle eng mit Trump und seiner Regierung zusammenarbeiten.

Nähe zu China vermutet

Trump fordert den sofortigen Rücktritt von Intel-Chef Lip-Bu Tan, nachdem ein amerikanischer Senator dem Chip-Manager zu große Nähe zu China vorgeworfen hat. Intel hatte den 65-Jährigen erst im März nach monatelanger Suche in den Chefposten gehoben. Der Branchenveteran setzte beim kriselnden Intel-Konzern den Rotstift an und gab auch die Milliarden-Pläne zum Bau einer Fabrik in Magdeburg auf.

Lip-Bu Tan führte zuvor den Chipentwickler Cadence. Der republikanische Senator Tom Cotton verwies nun darauf, dass Cadence unter dessen Führung widerrechtlich Produkte an eine Militäruniversität in China verkauft und Technologie an ein chinesisches Unternehmen weitergegeben habe. Auch gebe es Berichte, wonach Lip-Bu Tan „Dutzende“ Firmen in China kontrolliere. Cotton forderte eine Antwort vom Intel-Verwaltungsrat bis Mitte August.

Trump: Rücktritt einzige Lösung

Trump schrieb nun bei seiner Online-Plattform Truth Social, Lip-Bu Tan habe Interessenkonflikte und müsse sofort zurücktreten. „Es gibt keine andere Lösung für dieses Problem.“

Intel reagierte Stunden später mit einer sehr vorsichtigen Stellungnahme. Der Konzern und Lip-Bu Tan betonten darin, dass sie den Sicherheits-Interessen der USA verpflichtet seien. Man investiere Milliarden im Heimatland – und wolle weiter mit der US-Regierung in Kontakt bleiben.

Intel dominierte einst die Chipbranche, fiel dann aber zurück. Ein entscheidender Moment war der verlorene Kampf um den Platz in Smartphones. Intel hoffte, die Stärke im PC-Geschäft auf die Mobilgeräte zu übertragen – doch stromsparendere Prozessoren setzten sich durch. Smartphone-Chips kommen somit nicht von Intel, sondern von Wettbewerbern wie Qualcomm oder TSMC. Und bei Chipsystemen für Künstliche Intelligenz führt mit großem Abstand Nvidia.

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