Insolvenz in Eigenverwaltung gescheitert mStore schließt die meisten Filialen

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Ende Februar hatte mStore eine Insolvenz in Eigenverwaltung eingeleitet. Nun verkündet der Apple-Premium-Reseller, dass seine Bemühungen das Unternehmen zu sanieren gescheitert sind.

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Die meisten mStore-Läden werden nun geschlossen.
Die meisten mStore-Läden werden nun geschlossen.
(Bild: mStore)

Trotz des Interesses einiger Investoren konnte mStore die endgültige Insolvenz nicht abwenden. Bereits am 21. Februar hatte die Kette ein Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet, und zwar sowohl für die Zentrale als auch für alle anderen Gesellschaften, die zu der Unternehmenskette gehören.

Nun konnte mStore tortz seiner Bemühungen keine Einigung mit den Gläubigern und Investoren erzielen. Die Gläubigerversammlung stimmte in der vergangenen Woche weiteren Verhandlungen nicht zu und empfahl, die Eigenverwaltung aufzuheben. Die meisten Ladengeschäfte von mStore werden deshalb von der Insolvenzverwalterin Sylvia Fiebig, Rechtsanwältin bei der Kanzlei White & Case, in Kürze geschlossen.

Ursprünglich war geplant, dass zur Unternehmensrettung die Filialen jeweils in Einzelverfahren abgewickelt werden sollten. Diesem Antrag stimmte das Gericht Anfang Juni zu. So können finanzielle Mittel einzelner Läden nicht zum Ausgleich anderer genutzt werden.

Allerdings zeigte sich keiner der potenziellen Investoren bereit, die defizitären Ladengeschäfte finanziell auszugleichen. Entsprechend scheiterten die Verhandlungen. Nun muss die vom Gericht bestimmte Insolvenzverwalterin über das weitere Vorgehen befinden. Das Scheitern betrifft nicht nur die Stores, sondern auch die bisherige Einkaufsgesellschaft von mStore, die Erste Gesellschaft für Medienkommunikation & Multimedia Marketing. Diese teilt im Laufe der kommenden Wochen das Schicksal der Filialen. Einzig die beiden Läden in Berlin und Hamburg sollen, wie auch die Online Filiale, noch bis auf weiteres bestehen bleiben.

Rettung einzelner Filialen

Es wird zudem versucht, einzelne Filialen an lokale Handelspartner zu übergeben, um den teilweise langjährigen Mitarbeitern auch weiterhin eine Perspektive zu schaffen. Deshalb ist es noch offen, welche Ladengeschäfte tatsächlich von der Schließung betroffen sind. Dabei seien jedoch kurzfristige Schließungen bis zur Übernahme möglich, heißt es aus dem Unternehmen..

Die noch offenen Aufträge von mStore-Kunden, die sich auf einen hohen sechsstelligen Wert belaufen, unterliegen derzeit einer Einzelprüfung. Ziel sei es, diese Aufträge so weit wie möglich zu erfüllen. Kunden, die den betroffenen Filialen noch Reparatur- und Service-Aufträge erteilt haben, bekommen ihre Geräte auf Antrag von der Kanzlei White & Case zurück.

„Ich bin sehr enttäuscht vom Ausgang des Verfahrens. Unsere Mitarbeiter haben das Unternehmen bis zum letzten Tag unterstützt und im Sinne der Kunden agiert. Dass wir nun voraussichtlich nach 25 Jahren Tätigkeit alle Läden schließen müssen und damit Arbeitsplätze vernichten, ist für mich ein schwerer Schritt“, erklärt Martin Willmann, Geschäftsführer von mStore, betroffen. „Leider konnte ich den Ausgang aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht mehr beeinflussen. Ich bin bis zur letzten Verhandlungsminute davon ausgegangen, dass unser Wunschinvestor den Zuschlag erhalten wird.“

Noch im Januar hatten die Gesellschafter das Eigenkapital um 300.000 Euro aufgestockt, um Liquidität ins Unternehmen zu bringen. □

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