Smarte Technologie zur Energieerzeugung und -nutzung Mobilfunkstandorte als dezentrale Kraftwerke

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Mobilfunknetze der neuesten Generation haben einen zunehmend hohen Energiebedarf. Mit „Site Energy Orchestration“ von Ericsson soll es möglich sein, die Energieeffizienz zu steigern sowie Kosten und CO₂-Ausstoß zu senken. Bei Energieüberschuss könne Strom ins Netz eingespeist werden.

Bei einem Energieüberschuss verwandelt sich das Mobilfunknetz in ein dezentrales Kraftwerk und speist den Strom ins Netz ein.(Bild:  Ericsson)
Bei einem Energieüberschuss verwandelt sich das Mobilfunknetz in ein dezentrales Kraftwerk und speist den Strom ins Netz ein.
(Bild: Ericsson)

Dezentrale erneuerbare Energieerzeugung ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Dass die Mobilfunkbranche als Akteur mit einem hohen Energieverbrauch jetzt zum Energieerzeuger werden kann, ist Ericsson zufolge ein Paradigmenwechsel. Die Site-Energy-Orchestration-Lösung ermögliche es, an Mobilfunkstandorten durch Photovoltaik und Windkraft gewonnene Energie intelligent zu nutzen. KI könne Wettervorhersagen einbeziehen, sie mit der zu erwartenden Netzauslastung durch Mobilfunkkunden abgleichen und die Stromversorgung optimieren. So würde dann beispielsweise vor einem sonnigen Tag der Batteriespeicher stärker ausgelastet, um Platz für die Solarenergie des Folgetages zu schaffen. Überschüssige Energie könne die neue Technologie sogar direkt ins Stromnetz einspeisen.

Daniel Leimbach, Westeuropachef von Ericsson, sagt: „Wir machen Mobilfunkstandorte zu dezentralen, smarten Kraftwerken. Beispielsweise weiß die KI der Site-Energy-Orchestration-Lösung schon nachts, mit welchem Wetter und mit welcher Netzauslastung am Folgetag zu rechnen ist, und nutzt dann erst mal seinen Energiespeicher, um bei Sonnenaufgang wieder laden zu können. Bei besonders guten Bedingungen speisen die Mobilfunkstandorte dann sogar Energie ins Netz ein. Wir gehen also einen großen Schritt Richtung Energiewende.“

Site Energy Orchestration nutzt maschinelles Lernen und KI-gestützte RAN-Anwendungen (rApps), RAN-Daten und externe Datenschnittstellen. Die Lösung ermögliche es Netzbetreibern, die Mobilfunkstandorte und ihre lokalen Energiespeicher als virtuelles Kraftwerk zu bündeln und gemeinsam zu steuern, sodass sie an verschiedenen Versorgungsplänen in unterschiedlichen Märkten teilnehmen können.

Die täglichen Energieverbrauchsmuster der Mobilfunkstandorte würden auf intelligente Weise optimiert, um den Energieverbrauch in Spitzenzeiten mit besonders hohen Strompreisen zu reduzieren. Die Energie werde nur dorthin geleitet, wo sie zu diesem Zeitpunkt wirklich benötigt wird. Das führe zu sinkenden Kosten und zu zusätzlichen Einnahmen etwa aus dem Energiehandel an der Börse.

Martin Högberg, Head of Product Line Site, Business Area Networks, bei Ericsson, sagt: „Eine widerstandsfähige Energiestruktur garantiert unsere Sicherheit und unsere Anbindung ans Stromnetz und unsere Vernetzung untereinander. Aber wir gehen über dieses Ziel hinaus – wir machen den nächsten Schritt, um die seit Jahren steigende Energieverbrauchskurve zu durchbrechen. Wir geben Netzbetreibern nicht nur die Möglichkeit, ihre Stromrechnungen zu senken und die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, sondern auch neue Einnahmequellen zu erschließen, indem sie sich am Stromhandel beteiligen können. Die Grundlage dafür sehen wir bereits im steilen Wachstum von Mobilfunknetzen, die Lithiumbatterien nutzen.“

„Ericssons Site Energy Orchestration wurde entwickelt, um unsere Kunden bei der Bewältigung der neuen Herausforderungen zu unterstützen, die mit der Transformation der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs einhergehen“, fügt Högberg hinzu. „Dieses neueste Software-Feature ist ein weiterer wichtiger Schritt an der Seite unserer Kunden, um ihnen zu helfen, ihre Netze auf intelligentere Weise zu betreiben, ohne sich um Auswirkungen auf Service Level Agreements oder die Leistung sorgen zu müssen.“

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