Tausende VMware-Gebrauchtlizenzen mit Third-Party-Support Mit Gebrauchtlizenzen will Capefoxx VMware unter Druck setzen

Von Paula Breukel 3 min Lesedauer

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Striktere Abomodelle, höhere Preise: Broadcom setzt bei VMware auf eine engere Kundenbindung. Third-Party-Support und ein boomender Markt für Gebrauchtlizenzen bieten aber laut Capefoxx eine Alternative.

VMware-Kunden sind oft an rigide Lizenzmodelle gebunden. Capefoxx-CEO Thomas Huth will Kunden alternative Optionen aufzeigen.(Bild:  Zamrznuti tonovi - stock.adobe.com / KI-generiert)
VMware-Kunden sind oft an rigide Lizenzmodelle gebunden. Capefoxx-CEO Thomas Huth will Kunden alternative Optionen aufzeigen.
(Bild: Zamrznuti tonovi - stock.adobe.com / KI-generiert)

Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom hat sich der Markt für Virtualisierung spürbar verändert. Kunden müssen sich mit steigenden Preisen, dem Ende von Dauerlizenzen (Perpetual Licenses) und einer obligatorischen Umstellung auf Subscription-Modelle arrangieren. Besonders Unternehmen mit großer Abhängigkeit von VMware stehen vor erheblichen Herausforderungen. Früher gekaufte Dauerlizenzen können plötzlich wertlos erscheinen. Capefoxx, ein Anbieter für Lizenzoptimierung und gebrauchte Softwarelizenzen, verspricht Unternehmen Auswege.

Gebrauchtlizenzen als Ausweg?

Capefoxx verkauft nicht nur gebrauchte VMware-Lizenzen, sondern organisiert auch Support über Drittanbieter. In Kombination entstehe so ein Lösungsansatz für VMware-Kunden: „VMware bietet keinen Support mehr für Perpetual-Lizenzen. Wer unabhängig bleiben will, braucht Alternativen“, sagte Capefoxx-CEO Thomas Huth im Gespräch mit unserem Partnerportal DataCenter-Insider. Dies sei möglich mithilfe eines „Rundum-Pakets, das Capefoxx den Kunden schnüren kann“.

Daher hat Capefoxx nun tausende VMware-Lizenzen von einem Unternehmen in den Benelux-Staaten erworben, um sie über den eigenen Vertrieb weiterzuverkaufen. Durch die Partnerschaft mit Origina, einem Anbieter für Sofwarewartung- und support will Capefoxx das Problem der ausfallenden Unterstützung für solche Lizenzen umgehen. Damit sollen Unternehmen ihre Infrastruktur unabhängig vom VMware-Subsciption-Modell weiterbetreiben können oder Zeit gewinnen, um eine alternative Lösung zu finden.

Thomas Huth
Thomas Huth ist Gründer und Geschäftsführer von Capefoxx, einem Anbieter für gebrauchte Softwarelizenzen und für Optimierung des Lizenzmanagements. Huth hatte eine maßgebliche Rolle in wegweisenden Gerichtsverfahren gegen Unternehmen wie Adobe und Oracle. Die dazu ergangenen BGH- und EuGH-Urteile haben eine Rechtsgrundlage für den Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen geschaffen.

Bildquelle: Capefoxx

Ein schneller Wechsel weg von VMware sei für viele Unternehmen nicht realistisch, die Suche nach passenden Alternativen brauche Zeit. Aus Huths Perspektive nutze Broadcom gezielt den Umstand, dass „Kunden Monate oder Jahre benötigen, um eine Migration vorzubereiten“. Andere Hersteller hingegen seien flexibler bei Lizenzmodellen und transparenter bei der Preisgestaltung.

Broadcom räumt Bestandskunden keine Sonderregelungen ein...

VMware hat einen beachtlichen Marktanteil – in der Schweiz beispielsweise 67 Prozent im Hypervisor-Sektor. Huth warf Broadcom vor, die Marktposition gezielt auszunutzen: „Man presst die Kunden aus wie eine Zitrone“. Viele Unternehmen hätten gehofft, Broadcom würde ihnen Sonderregelungen einräumen, diese Hoffnungen seien aber vergeblich gewesen. Dies würde einen Anbieterwechsel jetzt noch schwerer machen.

...und hebt Preise deutlich an

Ein weiteres Problem: Die neuen Subscription-Modelle sind teurer – oft um 150 bis 300 Prozent und in einigen Fällen deutlich darüber. Zudem werden Unternehmen in eine Suite-Struktur gezwungen. Einzelprodukte gibt es kaum noch, Kunden müssen komplette Pakete erwerben, auch wenn sie nicht alle Funktionen benötigen. Auch dies erhöht die Kosten.

Besonders deutlich wird das an den „vSphere“-Produkten: Diese sind nur noch als Standard, Enterprise, Foundation oder Cloud Foundation erhältlich. „Cloud Foundation“, die teuerste Option, bindet Kunden eng an die VMware-Infrastruktur.

Marktdominanz schafft Anreize für Alternativen

Huth sieht in der aktuellen Entwicklung einen typischen Zyklus: „Heute ist VMware Marktführer, doch mit steigenden Kosten und wachsender Unzufriedenheit werden Alternativen attraktiver.“ Wer sich jetzt befreien will, sollte nicht nur eine kurzfristige Lösung suchen, sondern eine langfristige Strategie entwickeln. Huth positioniert so Gebrauchtlizenzen mit Third-Party-Support als Brücke, um Zeit zu gewinnen – bis eine vollständige Migration möglich ist.

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