Service Provider Summit 2022 Mit einem MSSP sind Unternehmen besser geschützt
Wer auf die Expertise eines Managed Security Service Providers setzt, verzeichnet bis zu zehn Prozent weniger Cybervorfälle. Waldemar Bergstreiser, Head of Channel Germany bei Kaspersky, verweist auf Studien des Security-Anbieters, die diesen Zusammenhang belegen.
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ITB:Warum steigt die Nachfrage nach Managed Security Services? Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Treiber?
Bergstreiser: Eine Kaspersky-Umfrage unter 1.500 Entscheidungsträgern in Europa hat 2021 zu dieser Frage spannende Erkenntnisse gebracht. 56 Prozent der Befragten würde gerne externe Sicherheitsexperten an Bord holen, verfügen aber nicht über die notwendigen Ressourcen, um einen vertrauenswürdigen Experten zu finden. Sowohl KMUs als auch Großunternehmen nennen „Anforderungen an besonderes Fachwissen“ als Hauptgrund dafür, warum sie sich Unterstützung von außen holen. Fakt ist: Unternehmen, die auf externe Experten vertrauen, sind besser geschützt. Denn sie werden mit fast zehn Prozent weniger Cybervorfällen konfrontiert als Unternehmen, die vollständig oder überwiegend mit internen Ressourcen arbeiten. Hier besteht also weiterhin enormes Geschäftspotenzial, und wir unterstützen Vertriebspartner gerne tatkräftig bei der Entwicklung ihrer individuellen Roadmap für Endpoint Detection & Response (EDR) und Managed Detection & Response (MDR).
ITB: Welche Services fragen Kunden primär nach: Geht es ihnen um Leistungen für klar abgegrenzte Aufgabenbereiche oder suchen sie einen Managed Security Service Provider (MSSP), der sich umfassend um den Schutz ihrer IT kümmert?
Bergstreiser: In Reaktion auf den Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 wurde die Digitalisierung in der Wirtschaft um Monate oder gar Jahre beschleunigt, die IT-Infrastruktur aber gleichzeitig auch komplexer und unsicherer. Cybersicherheitsexperten sind am Markt schwer zu finden, die unternehmenseigene Weiterbildung hinkt hinterher. Viele Firmen wollen daher ihre IT-Sicherheit an Managed Service Provider oder vor allem an Managed Security Service Provider auslagern. Zu den Hauptmotiven für ein solches Outsourcing zählen der Zugang zu Spezialkenntnissen, finanzielle Erwägungen und Compliance-Gründe.
ITB: Welche besonderen Skills braucht ein MSSP über das hinaus, was ein Systemhaus im traditionellen Security-Geschäft auszeichnet?
Bergstreiser: Unseres Erachtens nach ist so gut wie jeder Partner MSP-fähig. Denn es bedarf zwar einer Umstellung seines Geschäftsmodells, die aber ohne größere Herausforderungen bewältigt werden kann. Ein MSSP hingegen muss sich um weitaus mehr kümmern und bereit sein, tiefer ins Detail zu gehen. Das heißt auch, dass er eine noch größere Cybersicherheitsexpertise inklusive eines guten Verständnisses von Cybersicherheitstrends besitzen muss und zusätzlich auch die neuesten Lösungen verstehen sollte. Nur so kann er abwägen, welche Technologie wirklich vonnöten ist, und darüber auch größere Kunden mit komplexeren Bedarfen adäquat schützen.
ITB: Neben dem Wissen über Technologien und Lösungen brauchen Dienstleister auch Expertise, was Bedrohungsvektoren und Angriffsmuster angeht. Wie wichtig ist Threat Intelligence in diesem Kontext?
Bergstreiser: Zum Glück ist Threat Intelligence mittlerweile ein wichtiger Aspekt der Sicherheitsarchitektur von Unternehmen. Sie hilft Sicherheitsexperten, Bedrohungen zu erkennen, einzuteilen und zu untersuchen. Bei Threat Intelligence geht es darum, Big-Data-Analysen mit der Kompetenz von Cybersecurity-Experten für eine umfassende Sicherheitsstrategie eines Unternehmens anzuwenden. Darin liegt die Zukunft nachhaltiger Cybersicherheit. Hier wird der Bedarf bei kleinen und mittleren Unternehmen sowie im Enterprise-Segment deutlich steigen.
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