Couchbase-Studie Millionen für KI, doch die Umsetzung stockt

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Trotz steigender Budgets bleiben viele KI-Projekte in deutschen Unternehmen hinter den Erwartungen zurück. Eine neue CIO-Studie von Couchbase zeigt: Der wirtschaftliche Schaden durch Verzögerungen ist messbar und global kein Einzelfall.

Steigende KI-Investitionen treffen auf stockende Umsetzung: In deutschen Unternehmen bleibt der Fortschritt oft hinter dem Budget zurück, so die Couchbase-Studie.(Bild:  KI-generiert)
Steigende KI-Investitionen treffen auf stockende Umsetzung: In deutschen Unternehmen bleibt der Fortschritt oft hinter dem Budget zurück, so die Couchbase-Studie.
(Bild: KI-generiert)

Deutsche Unternehmen investieren so viel wie nie in digitale Innovation – insbesondere in Künstliche Intelligenz (KI). Laut der CIO-Studie* von Couchbase, die auf einer Befragung von 800 IT-Entscheidern weltweit basiert, planen Firmen hierzulande im Schnitt 19 Millionen Euro für die Modernisierung ihrer IT. 14 Prozent dieses Budgets fließen in KI-Projekte.

Doch ein beträchtlicher Teil dieser Vorhaben bleibt in der Umsetzung zurück: 19 Prozent der deutschen Befragten gaben an, dass ihre Unternehmen bei der Einführung von KI-Systemen hinterherhinken.

Laut Studie können sich Verzögerungen dieser Art mit bis zu zehn Prozent Umsatzverlust bemerkbar machen. Damit seien Unternehmen nicht nur in ihrer Innovationsfähigkeit eingeschränkt, sondern setzen sich auch einem wirtschaftlichen Risiko aus.

Globale Rückstände, hohe Kosten

Auch international zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Studie beziffert den durchschnittlichen finanziellen Schaden durch verspätete KI-Implementierungen auf rund 87 Millionen Dollar pro Unternehmen und Jahr.

In Deutschland betrage der Wert 52 Millionen Dollar, basierend auf einer durchschnittlichen Verzögerung von 5,58 Monaten bei der Erreichung strategischer Ziele.

Weltweit gaben 96 Prozent der IT-Verantwortlichen an, einen festen Zeitrahmen für die Einführung von KI definiert zu haben – mehr als ein Viertel habe diesen allerdings bereits verpasst.

Gründe für das Scheitern

Der Report nennt mehrere Faktoren, die die Umsetzung von KI-Projekten ausbremsen:

  • Der Mangel an spezialisierten Fachkräften im Bereich Künstliche Intelligenz
  • Schwierigkeiten bei der Integration neuer Technologien in bestehende Systeme
  • Komplexe und fragmentierte Datenstrukturen

In Deutschland spielt laut Couchbase insbesondere die Komplexität bestehender IT- und Datenlandschaften eine Rolle. Unternehmen, denen es nicht gelingt, neue KI-Technologien nahtlos in vorhandene Systeme zu integrieren, riskieren nicht nur technische Brüche, sondern auch wirtschaftliche Nachteile.

Datenkompetenz bleibt Engpass

Ein zentrales Hindernis für den Erfolg von KI bleibt das Verständnis der zugrunde liegenden Daten. Weltweit attestieren sich nur rund 30 Prozent der befragten Unternehmen eine hohe Datenkompetenz im Kontext von KI.

Gleichzeitig sagen 70 Prozent der IT-Entscheider, dass ihre Organisation ein nur unvollständiges Verständnis darüber hat, welche Daten für KI-Anwendungen benötigt werden. Dieses Defizit erschwert nicht nur die effektive Nutzung von KI, sondern birgt auch Risiken in Bezug auf Sicherheit, Governance und Compliance.

Offenheit für Experimente zahlt sich aus

Die Studie zeigt, dass Unternehmen mit offener Haltung gegenüber Experimenten bei KI tendenziell erfolgreicher sind. Organisationen, die ihren Entwicklern bewusst Zeit für explorative Projekte einräumen, berichten von niedrigeren Ausfallraten, höherem Lernerfolg und weniger Budgetverschwendung.

Während im globalen Schnitt 38 Prozent der KI-Projekte über die Konzeptphase hinaus in die produktive Nutzung übergehen, liegt diese Quote bei experimentierfreudigen Unternehmen im Schnitt um zehn Prozentpunkte höher.

* Die Studie wurde von Couchbase in Zusammenarbeit mit Coleman Parkes Research zwischen März und April 2025 durchgeführt. Befragt wurden 800 IT-Entscheider in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern weltweit – darunter 100 aus Deutschland. Im Fokus standen Verantwortliche für digitale Innovation und cloudbasierte Dienste.

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