Kontrolle pro Workload Microsoft baut Sovereign-Cloud-Angebot aus

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Microsoft hat auf der Frontier Tour in Paris neue Souveränitätsfunktionen für Azure angekündigt. Dazu gehören ein Sovereign Control Panel im Azure-Portal und Confidential Clean Rooms. Auf Azure Local laufen künftig außerdem mehr Dienste, auch ohne Internetverbindung. Mehrere Funktionen sind noch in der Preview.

Microsoft macht sein souveränes Cloud-Angebot flexibler, indem Kunden je nach Workload Angebote wählen und kombinieren können. (Bild: ©  Elite Studio - stock.adobe.com / KI-generiert)
Microsoft macht sein souveränes Cloud-Angebot flexibler, indem Kunden je nach Workload Angebote wählen und kombinieren können.
(Bild: © Elite Studio - stock.adobe.com / KI-generiert)

Satya Nadella hat in Paris die nächste Ausbaustufe der Microsoft Sovereign Cloud vorgestellt. Details nennt Douglas Phillips, President und CTO von Microsoft Specialized Clouds, in einem Blogbeitrag. Das Angebot gliedert sich in drei Teile: die Sovereign Public Cloud auf Azure, die Sovereign Private Cloud auf Basis von Azure Local und ein Partner-Ökosystem. Kunden sollen für jeden Workload entscheiden können, auf welche Variante sie setzen.

Public Cloud: Überblick, Schlüssel, Zugriffe

Das Sovereign Control Panel führt Souveränitätseinstellungen auf einer Oberfläche im Azure-Portal zusammen. Kunden sehen dort ihren aktuellen Stand der Dinge, erkennen Lücken und Risiken und können Kontrollen direkt anpassen. Das Panel zeigt zudem Abhängigkeiten von Workloads und deren Portabilität zwischen Betriebsumgebungen. Das soll bei Business-Continuity-Szenarien helfen.

Bei der Schlüsselverwaltung ist das externe Key Management mit Azure Managed HSM allgemein verfügbar. Der Root-Schlüssel liegt dabei auf Hardware, die der Kunde selbst oder ein vertrauenswürdiger Dritter On-Premises betreibt. Die Schlüssel liegen damit außerhalb der Microsoft-Infrastruktur. Microsoft hatte diese Erweiterung im vergangenen Jahr zugesagt. Das Managed HSM selbst, also die dedizierte Single-Tenant-Lösung für Verschlüsselungsschlüssel unterstützter Azure-Dienste, gibt es bereits.

Den Zugang zu Kundenumgebungen regeln Just-in-Time Access und Customer Lockbox. Für Kunden in der EU und der EFTA kommt Data Guardian hinzu. Ein europäischer Partner überwacht dabei den Remote-Zugriff qualifizierter Microsoft-Ingenieure auf Produktivsysteme im Geltungsbereich. Der Production Touch Ledger protokolliert diese Zugriffe und die ausgeführten Aktionen manipulationssicher. Beide Funktionen rollt Microsoft in der EU und der EFTA schrittweise aus.

Bei Azure Confidential Computing werden unterstützte Daten während der Verarbeitung in einer hardwarebasierten, attestierten Umgebung geschützt. Neu sind die Azure Confidential Clean Rooms. Mehrere Beteiligte können darin gemeinsam sensible Daten analysieren, ohne die zugrunde liegenden Informationen einander offenzulegen.

Azure Local: Datenbanken, Entwicklung und KI vor Ort

Die Sovereign Private Cloud läuft auf Azure Local, im verbundenen wie im getrennten Betrieb. Microsoft ergänzt dort mehrere Dienste:

  • Confidential VMs sind auf Azure Local allgemein verfügbar. Der Arbeitsspeicher ist hardwareverschlüsselt, die Workloads sind hardwarebasiert isoliert. Per Attestierung gibt die Umgebung Daten und Schlüssel erst frei, wenn die Prüfung bestanden ist.
  • Datenbanken und Speicher: SQL Server auf Azure Local ist bereits allgemein verfügbar, auch für getrennte Umgebungen. DocumentDB und Blob Storage starten als Public Preview.
  • GitHub Enterprise Local wird zur Ignite allgemein verfügbar. Es ist eine validierte Appliance auf Basis des GitHub Enterprise Server und hält Repositories und Code lokal. GitHub Copilot kann dort mit lokal gehosteten Modellen für die Inferenz arbeiten.
  • Foundry Local wird zur Ignite für verbundenen und getrennten Betrieb allgemein verfügbar. Der Modellkatalog enthält Modelle von Microsoft und Partnern sowie Open-Weight- und Open-Source-Modelle. Mit lokaler Inferenz und agentischem Retrieval fragen Nutzer lokale Unternehmensdaten in natürlicher Sprache ab. Die Integration mit Microsoft 365 Local ergänzt lokal betriebene SharePoint- und Exchange-Server. Sie ist als Preview für ausgewählte Kunden verfügbar.
  • Multitenancy: Azure Local soll künftig Ressourcen, Governance und Management mehrerer Mandanten auf gemeinsamer Hardware trennen. Das ist für Organisationen mit getrennten Geschäftsbereichen oder Sicherheitsgrenzen relevant. Lokale Betreiber und Service Provider können darauf eigene Sovereign-Cloud-Dienste aufsetzen. Einen Termin nennt Microsoft nicht.
  • Wechsel von connected zu disconnected: Workloads lassen sich vom verbundenen in den getrennten Betrieb überführen. Die Funktion startet als Public Preview. Dazu veröffentlicht Microsoft Leitlinien und Architekturmuster für Business Continuity.

Die Anforderungen an Souveränität unterscheiden sich je nach Land, Branche und Workload. Deshalb ergänzt Microsoft sein Angebot um das Sovereign Partner Ecosystem, das unterschiedliche Kompetenzen abbildet, wie:

  • National Partner Clouds wie Bleu in Frankreich betreiben unabhängige Umgebungen mit einem anderen Eigentums- und Betriebsmodell.
  • Softwarepartner erweitern Azure Local um Funktionen für Sicherheit, Identität, Observability, Backup und Recovery, Migration, Daten, Netzwerk und Anwendungen.
  • Spezialisierte Souveränitätspartner kombinieren Microsoft-Technologie mit lokalem Wissen und Implementierungserfahrung.
  • Plattform-Co-Innovationspartner erweitern die Auswahl an Infrastruktur vom Rechenzentrum bis zum Edge.

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