IT-Trends 2024 Mehr Fakes und Lösegeldforderungen

Von Barbara Gribl 2 min Lesedauer

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Welche Cyberrisiken bedrohen Unternehmen im neuen Jahr? Nach Einschätzung von G Data Cyberdefense wird Künstliche Intelligenz immer mehr zur ernsthaften Gefahr für die IT-Sicherheit. Cyberkriminelle machen sich das große Potenzial von KI verstärkt zunutze.

Der IT-Security-Ausblick 2024 von GData prognostiziert mehr Fakes, mehr Regulatorik und steigende Lösegeldforderungen.(Bild:  Treecha - stock.adobe.com)
Der IT-Security-Ausblick 2024 von GData prognostiziert mehr Fakes, mehr Regulatorik und steigende Lösegeldforderungen.
(Bild: Treecha - stock.adobe.com)

Mehr Fakes sollen die IT-Sicherheit laut G Data Cyberdefense bedrohen. Weitere Herausforderungen wie steigende regulatorische Anforderungen und hohe Lösegeldforderungen machen IT-Sicherheit noch mehr zur Sisyphos-Aufgabe.

Nicht nur Sicherheitsanbieter setzen auf Künstliche Intelligenz (KI), um Angriffsversuche frühzeitig aufzudecken. Auch Cyberkriminelle missbrauchen diese für ihre Zwecke. Insbesondere die Qualität von Phishing-Mails steigt. Grundsätzlich werden 2024 vermutlich Fakes in jeglichen Formen zunehmen. Gefälschte Fotos und Videos oder Bewerbungen sind Beispiele dafür. In Zukunft lassen sich Phishing-E-Mails oder gefälschte Bilder laut Experten kaum noch von Originalen unterscheiden. Die rasante Zunahme von Fälschungen führt dazu, dass mehr Wissen erforderlich ist, um solche Manipulationen zu entlarven.

Aus ökonomischen Gründen fokussieren sich Cyberkriminelle beim Einsatz von KI auf Methoden, die bei geringem Aufwand maximalen Profit bringen.

Andreas Lüning, Mitgründer und Vorstand von G Data Cyberdefense

„Wir brauchen ein schlüssiges Konzept, um in Zukunft die Echtheit eines Dokuments oder Fotos beweisen zu können – beziehungsweise einen Beleg, dass sich ein Mensch dahinter verbirgt“, fordert Andreas Lüning, Mitgründer und Vorstand von G Data Cyberdefense.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Malware-Autoren werden künftig weitere Wege erschließen, ihre Schadprogramme vor einer Analyse zu schützen. Dabei kommen Variationen alter Ansätze zum Tragen. Das könnten wenig benutzte und vergleichsweise unbekannte Datei- und Archivformate sein, oder auch Technologien, die sich unter der Oberfläche anders verhalten, als eine Analysesoftware es anzeigt. Unbekannte Archivformate seien gerade deshalb interessant, weil „exotische“ Formate von einem Malware-Scanner nicht geprüft werden können – im Unterschied zu RAR oder ZIP.

Ein weiterer Trend 2024: Die Schadenssummen werden steigen, weil die zunehmende Professionalisierung und die damit einhergehende Arbeitsteilung bei den Tätergruppen zu mehr Double-Exfill-Attacken führen. Dabei erpressen zwei Tätergruppen zeitgleich ein Unternehmen. Während eine Gruppe Lösegeld für die Nichtveröffentlichung der gekaperten Daten verlangt, fordert eine zweite Geld für die Entschlüsselung der verschlüsselten Informationen. Aus „entweder / oder“ wird immer mehr ein „sowohl, als auch“.

Der regulatorische Druck steigt

Mit NIS 2 habe die EU eine Vorgabe auf den Weg gebracht, um das IT-Sicherheitslevel in Unternehmen zu verbessern. Auch wenn aktuell noch viele Dinge im Zuge des nationalen Gesetzgebungsverfahrens unklar sind, müssen sich Unternehmen schon jetzt darauf vorbereiten. NIS 2 macht IT-Sicherheit laut G Data endgültig zur Chefsache: Führungskräfte stehen künftig stärker in der Verantwortung. Allerdings benötigen viele Vorstände und Geschäftsführungen dabei Unterstützung, um das Thema zu durchdringen. Mit NIS 2 wird der Bedarf an Fachkräften im Bereich der IT-Sicherheit weiter steigen.

Externe Security-Expertise wichtiger

Angesichts der beschriebenen Gemengelage bleibt IT-Sicherheit weiterhin eine Mammutaufgabe für Unternehmen. Da die wenigsten Firmen die Möglichkeit haben, für jeden Unterbereich eigene Expertise aufzubauen, holen sich viele Unternehmen die Unterstützung spezialisierter IT-Security-Dienstleister an Bord. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken.

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