Anbieter zum Thema
Neue Wege und Ziele
Als Ablagemöglichkeit respektive Lieferkanal für ihre dunklen Geschäfte haben die deutschen Akteure mittlerweile auch den „Packstation-Service“ der Deutschen Post für sich entdeckt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die gelben Metallkästen des Versenders sind an vielen Orten öffentlich zugänglich und können von jedermann genutzt werden. So erfolgt der Güteraustausch bequem und anonym. Auch der Zahlungsverkehr läuft problemlos, denn die „gehackte“ Version eines Packstationen-Kontos ist entweder an eine Mobilnummer und Mailadresse gebunden oder kann mit einer beliebigen Mobilnummer genutzt werden.
Die anonyme Nutzung prädestiniert die Packstationen geradezu als Warenbörse. Die Verkäufer legen dafür ihre Waren in den gewünschten Stationen ab. Käufer erhalten im Anschluss eine SMS mit ihrer pTAN. Zusammen mit Zugriffskarte fungieren diese Informationen als „Sesam öffne Dich“ für die Packstation und erlauben den Zugriff auf die Ware.
Die Adressen der Nutzer lassen sich nicht nachverfolgen, selbst wenn der Service mit einer physischen Adresse und einer Mobilnummer angefordert wird. Alle diese Informationen sind leicht zu fälschen, was den dunklen Lieferketten im Cyberuntergrund in die Hände spielt. Der „Packstation-Service“ wird in der Regel genutzt, um bei rechtmäßigen Online-Händlern Waren zu bestellen, ohne sie zu bezahlen. Die gelben Metallkästen sind inzwischen aber auch ein beliebter Umschlagplatz für den Versand von Drogen oder ähnlichem.
Marktplätze
Der Untergrundmarktplatz „german-plaza.cc“, seit 2015 aktiv, ist einer der Orte, an denen gestohlene Packstationskonten zu finden sind. Hier sind aber auch andere Informationen zu haben, beispielsweise Kreditkarten- und Kontozugangsdaten für den Einzelhandel und das Online-Banking. Dieser Umschlagplatz nutzt für die auf ihm abgewickelten dunklen Geschäfte die Struktur eines Online-Shops. Entstanden sind diese dunklen Warenbörsen aus dem Druck heraus, dass auch Cyberkriminelle ihren Kunden reibungslose und schnelle Verkaufstransaktionen gewährleisten müssen. Im deutschen Untergrund gibt es mittlerweile einige dieser dunklen Marktplätze, auf denen Güter wie Drogen und Kreditkarten gehandelt werden.
(ID:43813509)