Ob Tumorboard, eine Suchmaschine für die Onkologie, oder die Medikation – KI hält bereits Einzug in zahlreiche Projekte der Krebsforschung. IT-Dienstleister sind mit ihrem Hersteller- und Lösungs-Knowhow hier mit vorne dabei. Cancom ist einer davon und hat gleich drei Projekte am Start.
Dienstleister Cancom arbeitet an mehreren KI-Projekten in der Krebs-Medizin.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Eine der Kernaufgaben von IT-Dienstleistern ist es, interdisziplinäre Lösungen zu entwickeln. Immer mehr hält KI Einzug in derartige Projekte und sorgt gerade bei der (Krebs-)Forschung für neue Möglichkeiten bei Datenanalyse und -Korrelation. Cancom hat nicht nur unlängst an der Universität Würzburg ein neues HPC-Cluster für KI-Projekte umgesetzt, sondern arbeitet an drei konkreten KI-Projekten:
dem Tumorboard,
dem Forschungsprojekt SiMed und
an einer KI-gestützten Suchmaschine für die Onkologie.
Digitale und interdisziplinäre Tumor-Konferenz
Gerhard Hacker, Senior Manager Healthcare, Cancom
(Bild: Cancom)
Das Cancom Tumorboard ermöglicht eine digitale und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten über Standorte hinweg. Bisher erforderte eine Tumorkonferenz physische Präsenz, lange Laufwege oder Anreisen externer Spezialisten. Die Lösung auf Basis von Cisco WebEx bringt alle Beteiligten in einer 4K-Videokonferenz zusammen – inklusive Zugriff auf Befunde, Röntgenbilder und Laborwerte. In Zusammenarbeit mit Partnern optimiert das Tumorboard zudem Prozesse der Dokumentation und Therapieplanung mit KI. Die Plattform erleichtert die Dokumentation, interaktive Fallbesprechungen mit Touchscreen-Annotierungen und eine integrierte OP-Planung mit KI-Unterstützung.
Dank Integration in KIS, PACS und Krankenhausportale sowie einer hochwertigen Audioübertragung bietet das Tumorboard eine innovative Lösung. Die Anwendung erfordert keine IT-Expertise, das medizinische Personal kann sich einfach in den Termin einwählen. So werden klinische Prozesse beschleunigt und das Personal entlastet.
Mithilfe von KI machen wir Prozesse effizienter und intelligenter, sodass das gesamte medizinische Personal entlastet, Risiken minimiert und die Sicherheit der Patienten erhöht wird.
Gerhard Hacker, Senior Manager Healthcare bei Cancom
Medikation: sicher dank KI
Um Medikations-Sicherheit geht es beim Forschungsprojekt SiMed. Dieses nutzt Künstliche Intelligenz, um Medikationsfehler im klinischen Alltag zu reduzieren. Ein Dual-Kamerasystem überprüft in Kombination mit einer Arzneimitteldatenbank, ob das richtige Medikament in der richtigen Dosierung für den jeweiligen Patienten bereitgestellt wird. Gerade in der Onkologie, wo individuell dosierte Medikamente eingesetzt werden, ist dies eine wichtige Säule. Zudem sorgt eine intelligente Verteilung der Medikamentendispenser dafür, dass Verwechslungen vermieden werden. Ein Schritt in Richtung digital unterstützter Medikation, die auch das Pflegepersonal entlastet.
Diagnose-Suchmaschine für Onkologie
Cancom arbeitet zudem an einem Projekt zur Entwicklung einer Diagnose-Suchmaschine für onkologische Krankheitsverläufe. Dieses Pilotprojekt wird in Zusammenarbeit mit einer Klinik durchgeführt. Das Hauptziel ist es, mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Informationsaufbereitung für Therapieentscheidungen zu verbessern. Die Diagnose-Suchmaschine soll eine benutzerfreundliche Weboberfläche für ÄrztInnen und medizinische ForscherInnen bieten, Patienteninformationen durch die Eingabe von Suchbegriffen anzeigen und nach spezifischen Kriterien filtern. Dazu gehören die Patientenhistorie und die Wirksamkeit bestimmter Therapieansätze. Der Vorteil der KI liegt in der Nutzung von Methoden, die es ermöglichen, Freitexte aus Dokumenten wie Arztbriefen zu durchsuchen und entsprechenden Codes zuzuordnen.
Das Projekt zielt darauf ab, Diagnosen, Leistungen und andere relevante Informationen aus anonymisierten Daten zu extrahieren und so aufzubereiten, dass sie für Fachabteilungen effizient durchsuchbar und analysierbar sind. Langfristig soll eine Suche für Patientenhistorien geschaffen werden, die alle relevanten Informationen eines Patienten chronologisch zusammenfasst, einschließlich Aufenthaltszeiträume, Leistungen, Wirkstoffe und Diagnosen. Im Laufe des Projekts werden in mehreren Ausbaustufen zunächst Diagnoseinformationen, in weiterer Folge dann aber auch Daten zu Tumorstadien, Medikation und Therapien durchsuchbar gemacht werden. Auf diese Weise wird die Nutzung der umfangreichen Patientendaten ermöglicht und durch die Vergleichbarkeit von Patientenhistorien eine fundierte Entscheidungsbasis geschaffen.
Ergänzendes zum Thema
IT-BUSINESS Initiative „KI gegen Krebs“
Engagieren Sie sich für die KI-gestützte Krebsforschung!
(Bild: Vogel IT-Medien)
KI kann der Gamechanger für die Krebsforschung sein. An der Universität Würzburg wird an einer sehr erfolgversprechenden Weiterentwicklung der Immuntherapie mit Car-T-Zellen geforscht. KI kann dort helfen, große Mengen an Daten zu analysieren und zu korrelieren. Dafür ist die Einrichtung einer KI-Juniorprofessur nötig. Für diese braucht es Gelder. Und genau hier setzt die IT-BUSINESS Initiative „KI gegen Krebs“ an!
Mit zahlreichen Aktionen und Ideen möchte die IT-BUSINESS, gemeinsam mit Lesern und Kunden, Spenden sammeln, die diesem Forschungsprojekt zugutekommen.
Die IT-Branche hat sich schon immer als Innovationsmotor der Wirtschaft bewiesen. IT ist für die Digitalisierung, für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ein zentrales Element und KI gerade für viele Bereiche ein Gamechanger.
Seien Sie dabei und machen Sie mit bei „KI gegen Krebs“ und helfen Sie, den Gamechanger für die Krebstherapie zu finden!
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