Wenn KI programmiert
KI frisst Software: Ist die Softwarebranche am Ende?

Von Dr. Stefan Riedl 9 min Lesedauer

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An der Börse wird derzeit ein Glaubenssatz eingepreist, nämlich der, dass Künstliche Intelligenz, KI-Agenten und Vibecoding weite Teile des klassischen Software-Business komplett umkrempeln werden. Doch was ist an diesem Narrativ dran?

KI ist ein Gamechanger in der Software-Branche. Mit welchen Konsequenzen?(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
KI ist ein Gamechanger in der Software-Branche. Mit welchen Konsequenzen?
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Wird KI die Softwarebranche verschlingen? Es werden zwar keine „Milliarden vernichtet“, wie mitunter aufmerksamkeitsheischend berichtet wird, denn so funktioniert das mit der Markt­kapitalisierung nicht. Aber es gibt in gewissen Software-Segmenten seit geraumer Zeit aus Unsicherheit tendenziell mehr Verkäufer als Käufer. Da die KI tatsächlich tiefe Furchen in der Branche rund um monetarisierbaren Programmcode hinterlässt, entstehen Fragen: Wie ändern sich die Geschäfts- und Abrechnungs­modelle in der Software-Branche? Welche Segmente „übernimmt die KI“, und wie soll das überhaupt gehen? Wenn KI den Code schreibt, wie sieht die Qualitätssicherung der Zukunft aus? Welche Rolle werden KI-Agenten im Zusammenspiel mit Software spielen?

Hintergrund

Was sind Large Language Models (LLMs)?

Large Language Models (LLMs) sind KI-Modelle, die auf natürlichen Sprachverarbeitung (NLP) spezialisiert sind und eine große Menge an Textdaten nutzen, um menschenähnliche Sprache zu verstehen und zu generieren. Diese Modelle werden trainiert, um Kontexte zu erfassen und relevante Antworten auf Fragen zu liefern, Texte zusammenzufassen, Übersetzungen vorzunehmen und weitere sprachbezogene Aufgaben zu erledigen. Sie finden Anwendung in Chatbots, Textgenerierung, automatischen Übersetzungen und vielen anderen Bereichen der Sprachverarbeitung und Analyse.