PDFs, Word-Dateien, Rechtsdokumente, Videos, Bilder, Audio KI brilliert im Umgang mit unstrukturierten Daten

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Dass Künstliche Intelligenz ein Gamechanger ist, gilt als Binsenweisheit. Das BI-Umfeld (Business Intelligence) pflügt KI besonders stark um. Nick Magnuson, AI-Chef bei Qlik, erläutert, warum die Kombination GenAI und unstrukturierte Daten so wirkmächtig ist.

„Es gibt keine Antworten, nur Querverweise“, scheint das Motto so mancher Software zu sein. KI schafft hier Abhilfe und liefert.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
„Es gibt keine Antworten, nur Querverweise“, scheint das Motto so mancher Software zu sein. KI schafft hier Abhilfe und liefert.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Künstliche Intelligenz hat großen Einfluss auf die ERP- und BI-Branche. Tatsächlich ist KI hier schon seit einiger Zeit, bevor der große Durchbruch durch Anwendungen wie ChatGPT kam, präsent, zum Beispiel in Form von frühen Ansätzen wie Natural Language Interaction oder prädiktiven Lösungen. „Mit GenAI eröffnen sich nun ganz neue Möglichkeiten, insbesondere wenn es darum geht, Daten über natürliche Sprache zugänglich zu machen“, postuliert Nick Magnuson, Head of AI, Qlik. Das ermögliche eine breitere Nutzbarkeit, die es Unternehmen erlaubt, auch aus unstrukturierten Daten wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. „Wenn wir in die Zukunft blicken, steckt großes Potenzial darin, diese Erkenntnisse nicht nur zu verstehen, sondern sie durch intelligente Agenten direkt in konkrete Maßnahmen umzusetzen“, so der AI-Chef.

Das Ziel: die Jedermann-Anwendung

Nick Magnuson, Head of AI, Qlik(Bild:  Qlik)
Nick Magnuson, Head of AI, Qlik
(Bild: Qlik)

In der BI- und ERP-Branche gibt es seit jeher eine Tendenz, den Kreis derer, die mit den Daten arbeiten können, zu erweitern. „Daten sind der Schlüssel zu besseren Entscheidungen und immer mehr Menschen haben Zugang zu ihnen. KI beschleunigt diesen Prozess“, führt Magnuson aus.

Qlik habe vor diesem Hintergrund viel investiert, um dieses Potenzial zu erschließen. So integrieren Qlik-Lösungen KI direkt in die BI- und Analytik-Workflows. Das Ziel: Unternehmen sollen die Vorteile von KI auf intuitive Weise in ihre bestehenden Arbeitsprozesse einbinden können. „Darüber hinaus bieten wir Werkzeuge, mit denen Unternehmen ihre eigenen KI-Lösungen auf Basis ihrer Daten entwickeln und einsetzen können – und das in einer sicheren und kontrollierten Umgebung“, so der Head of AI.

Die Sache mit den unstrukturierten Daten

Für Unternehmen bedeutet der Einsatz von GenAI, dass sie erstmals Zugang zu großen Mengen bisher ungenutzter, unstrukturierter Daten erhalten. „Bis zu 80 Prozent der Daten in Unternehmen liegen in unstrukturierter Form vor, sei es in Textdokumenten wie PDFs, Word-Dateien, Prozess- oder Rechtsdokumenten – und darüber hinaus auch in Videos, Bildern oder Audiodateien“, beschreibt Magnuson. Mit Techniken wie RAG (Retrieval Augmented Generation) können Unternehmen das Wissen großer Sprachmodelle gezielt nutzen, sagt der Manager, „und dabei gleichzeitig sicherstellen, dass diese Modelle auf unternehmensspezifischen Daten basieren“.

Praxisbeispiele

Mitarbeiter, die bisher stundenlang in Textdokumenten gesucht haben, können nun Fragen in natürlicher Sprache stellen und komplexe Aufgaben in einem Bruchteil der Zeit erledigen. Ein Techniker im Außendienst muss beispielsweise nicht mehr umfangreiche Wartungshandbücher mit sich führen, sondern kann die benötigten Informationen direkt abrufen. Ein Rechtsassistent kann mit einer einfachen Abfrage relevante Vertragsbedingungen extrahieren. Und Vertriebsteams erhalten die genauen Wettbewerbsinformationen und Verkaufsargumente, die sie benötigen, um besser auf die Kundenbedürfnisse eingehen zu können.

Die Auswirkungen auf das Geschäft von IT-Dienstleistern

„KI verändert das Tagesgeschäft von IT-Dienstleistern und Systemhäusern grundlegend“, glaubt der Qlik-Manager. BI- und ERP-Systeme würden durch KI wesentlich einfacher zu bedienen sein und für Endanwender zugänglicher werden. Man müsse kein Entwickler mehr sein, um Daten zu analysieren und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Dies eröffnet IT-Dienstleistern neue Möglichkeiten, ihre Kunden effizienter zu unterstützen.

So waren früher Aufbau, Wartung und Nutzung solcher Systeme mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden. Mit der Entwicklung von Cloud-Computing und jetzt KI habe sich dieser Prozess erheblich beschleunigt.

Aufbruchstimmung

„Erst kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einem Kunden, der ganz begeistert [von KI] war“, sagt Magnuson. „Zum ersten Mal sah er die Möglichkeit, etwas zu realisieren, das vorher wie ein unerreichbarer Traum wirkte: die Kombination von unstrukturierten und strukturierten Daten mit Analyse-Assets wie Geschäftsanwendungen und Datenmodellen – und all das in einer einheitlichen Nutzererfahrung.“ KI mache genau das möglich und das sorgt für eine enorme Aufbruchstimmung in der BI-Branche, resümiert der Manager.

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