Forrester-Prognose für 2026 „Jede Blase platzt irgendwann“ – Forrester erwartet Kurswechsel

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Wenn es nach Forrester geht, dann endet dieses Jahr noch der Höhenflug der KI-Agenten: Das Marktforschungsinstitut sieht 2026 als Jahr der Ernüchterung. CFOs übernehmen das Steuer, Governance ersetzt Hype – und viele Projekte landen auf der Bremse.

Sudha Maheshwari, VP Research Director bei Forrester, sieht 2026 als Wendepunkt: Governance statt Glanz, CFOs statt Visionäre.(Bild:  Forrester)
Sudha Maheshwari, VP Research Director bei Forrester, sieht 2026 als Wendepunkt: Governance statt Glanz, CFOs statt Visionäre.
(Bild: Forrester)

Nach Jahren des Hypes folgt die Ernüchterung: Laut einer Prognose von Forrester wird 2026 das Jahr, in dem Unternehmen ihre KI-Strategien neu sortieren. CFOs übernehmen das Steuer, Governance ersetzt Glanz, und aus der Euphorie um KI-Agenten wird Routinearbeit. Rund 25 Prozent der geplanten KI-Ausgaben sollen auf 2027 verschoben werden. Der Grund: Nur ein kleiner Teil der Unternehmen kann den wirtschaftlichen Mehrwert seiner KI-Initiativen direkt nachweisen. Finanzabteilungen übernehmen zunehmend die Kontrolle, viele Proof-of-Concepts werden gestoppt.

„Jede Blase platzt irgendwann“, sagt Sudha Maheshwari, VP Research Director bei Forrester. „In 2026 wird KI ihren Glanz verlieren und die Krone gegen einen Schutzhelm eintauschen. Die Bedenken der Unternehmen in Bezug auf den ROI werden stärker wiegen als der Hype der Anbieter. Angesichts dieser Marktkorrektur werden Firmen Funktionalität über Glanz stellen. CFOs werden stärker in KI-Deals eingebunden, Unternehmen werden ihre Investitionen auf verschiedene Agenten-Ökosysteme verteilen und Mitarbeitende umschichten, während KI-Agenten Routinearbeiten übernehmen. Clevere Unternehmen werden in KI-Governance und Schulungen zur KI-Kompetenz investieren, um Risiken zu minimieren und ihren KI-Kurs Schritt für Schritt zu steuern.“

Fragmentierung zwingt zur Orchestrierung

Auch technologisch erwartet Forrester einen Kurswechsel. Da kein Anbieter bislang eine dominante Position im Bereich agentischer KI einnimmt, werden viele Unternehmen eigene Agentenplattformen entwickeln, um fragmentierte Systeme zu orchestrieren. Zugleich soll KI-Governance zum festen Bestandteil der Unternehmensführung werden: 60 Prozent der Fortune-100-Konzerne wollen bis Ende 2026 eine entsprechende Leitungsfunktion etablieren – befeuert durch neue Regulierungen wie den EU AI Act und verschärfte US-Vorgaben.

Europa selbst steht dabei im Spannungsfeld: Während die EU-Kommission versucht, den Kontinent als KI-Standort zu positionieren, bremsen laut Forrester geopolitische Unsicherheiten und strenge Regularien viele Unternehmen aus.

„Die Europäische Union bemüht sich intensiv, wettbewerbsfähiger zu werden und ihre Abhängigkeit von globaler Technologieinfrastruktur zu reduzieren. In der Realität jedoch werden anhaltende Unsicherheiten und operative Beschränkungen europäische Unternehmen dazu zwingen, pragmatischere Strategien sowohl kurz- als auch langfristig zu verfolgen. Die Prognosen von Forrester sollen europäischen Führungskräften helfen, die zentralen Dynamiken und aufkommenden Trends des kommenden Jahres zu analysieren. Diese Erkenntnisse versetzen sie in die Lage, sich auf künftige Herausforderungen vorzubereiten und neue Chancen für Wachstum und Erfolg im Jahr 2026 zu nutzen“, sagt Dane Anderson, SVP, International Research & Product bei Forrester.

Forrester fasst die Lage nüchtern zusammen: Der Hype ist vorbei, die Realität holt den Markt ein. Governance, Rechenschaft und wirtschaftlicher Nutzen treten an die Stelle von Glanz und Geschwindigkeit – 2026 wird das Jahr, in dem KI erwachsen werden muss.

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