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Wie sieht es mit der derzeitigen Wettbewerbssituation in Ihrem Umfeld aus?
Aus unserer Sicht gibt es nicht mehr so viele „Hardcore-Einkäufer“ die noch ohne Tool unterwegs sind. Das heißt, wer heutzutage 100 und mehr Positionen am Tag als Einkäufer verarbeitet, nutzt bereits irgendeines der Tools, die am Markt etabliert sind. Hier könnte in naher Zukunft der Verdrängungswettbewerb größer werden – im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen sich die einzelnen Plattformen ihren Kundenkreis weitgehend ungestört oder unabhängig entwickeln und ausbauen konnten. Andererseits sehen wir noch ein sehr großes, quasi unausgeschöpftes Potenzial bei Systemhäusern und IT-Dienstleistern mit mittlerem Einkaufsvolumen, und verzeichnen hier auch einen ungebrochen großen Zustrom zu unserer Plattform.
Wie beurteilen Sie die Überlebenschancen von ITscope in diesem Marktumfeld?
In Sachen Transparenz gibt es bei uns keine Kompromisse, und wir gehen davon aus das sich langfristig die Plattform mit den meisten Anbietern durchsetzt. Hierdurch unterscheiden wir uns einerseits deutlich von den auf wenige Lieferanten beschränkten Tools, die bei Einkaufsverbänden, wie zum Beispiel den Gemeinschaften unter dem Dach der Synaxon AG, gängig sind. Auf der anderen Seite sehen wir uns mit der konsequenten Ausrichtung auf Web- und Cloud-Technologien auf einem zukunftssicheren Weg, während andere Anbieter, wie beispielsweise COP, lokale Server-Instanzen im Firmennetzwerk benötigen. Generell sehen wir uns für den weiteren Wettbewerb – wie bisher auch – sehr gut gerüstet, da wir mit derzeit sieben, bald neun Vollzeitinformatikern über eine überaus starke Entwicklung am Standort Karlsruhe verfügen.
Wohin bewegt sich ITscope in Zukunft?
Wir streben an, die Medienbrüche in den alltäglichen Ein- und Verkaufsprozessen von Fachhandelsunternehmen weiter zu reduzieren. Künftig lassen sich beispielsweise direkt aus unserem System heraus individuelle Angebote an Endkunden erstellen. Diese Angebote können einerseits in Online-Bestellungen umgewandelt und andererseits in die eigene Warenwirtschaft übernommen werden. Hierzu werden immer mehr Warenwirtschaften und Online-Shops per Schnittstelle an ITscope.com angebunden. Wir sorgen also dafür, dass der Alltag des Fachhandels immer mehr in der Cloud stattfindet, mit all ihren Vorzügen.
Können Sie den Wachstumswunsch anhand von Zahlen etwas näher erläutern?
ITscope ist im Geschäftsjahr 2014 insgesamt knapp zehn Prozent gewachsen, das ist nicht die Welt, aber auch nicht wenig, wenn man bedenkt, dass wir einen kompletten Relaunch hinter uns haben, da wir ja in den letzten drei Jahren die Web-Anwendung ITscope.com von Grund auf neu entwickelt haben. 2015 greifen wir mit neuen Features an. Wir sind überzeugt, dass wir mit einer immer weitgehenderen Verzahnung zwischen Vertrieb und Einkauf auf unserer Plattform, Resellern und Systemhäusern viel unnötige Arbeit abnehmen und Medienbrüche reduzieren werden.
Welche Empfehlung möchten Sie Fachhändlern derzeit geben?
„Kistenschieben“ ist noch lange nicht tot, aber es ist auch kein Geheimnis, dass die Konzentration im Endkundenmarkt auf wenige große Player anhält. Blickt man über den Tellerrand, zum Beispiel in die Schweiz oder in die Ostblockländer, sieht man, dass es dort dem Fachhandel bisher eher möglich war, sich einen Vorteil durch den persönlichen Kundenkontakt in Verbindung mit innovativen Lieferkonzepten, wie gleichtägige Abholung im Laden, zu verschaffen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass lokale Händler vor allem dann langfristig erfolgreich sein können, wenn sie die Beziehung zu lokalen Geschäftskunden pflegen und hier ihre Vorteile ausspielen, beispielsweise durch den persönlichen Kontakt, kurze Wege und unkomplizierte Abwicklung. Hier liegt meines Erachtens noch ein großes ungehobenes Potenzial sowohl für beratungsintensive Produkte als auch für „Hardware von der Stange“.
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