IT-Security Konferenz 2025 it-sa 2025: Cybersecurity zwischen Innovationsmangel und Souveränität

Von Natalie Forell 3 min Lesedauer

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Die it-sa 2025 zeigte, dass IT-Sicherheit längst zur politischen und wirtschaftlichen Aufgabe geworden ist. In Nürnberg ging es um Investitionen, Vertrauen und Digitale Souveränität – Themen, die Europas Zukunft entscheidend prägen werden.

Neue Maßstäbe auf der it-sa 2025: Mit gut 993 Ausstellern und 28.267 Messebesuchern verzeichnet die it-sa in diesem Jahr ein Besucherwachstum von mindestens neun Prozent.(Bild:  NürnbergMesse / Heiko Stahl)
Neue Maßstäbe auf der it-sa 2025: Mit gut 993 Ausstellern und 28.267 Messebesuchern verzeichnet die it-sa in diesem Jahr ein Besucherwachstum von mindestens neun Prozent.
(Bild: NürnbergMesse / Heiko Stahl)

Die Daten, die Daten, die Daten – selten war ein Dreiklang so präsent wie auf der it-sa 2025. Vom 7. bis 9. Oktober wurde in Nürnberg deutlich: IT-Sicherheit ist längst mehr als reine Technik – sie ist zu einem wirtschaftlichen und geopolitischen Faktor geworden. Und die Zahlen sprechen für sich: Mit 990 Ausstellern, 28.267 Messebesuchern aus 64 Ländern und fünf Hallen zeigt sich die Relevanz von Cybersecurity.

Sicherheit als nationales Anliegen

(v. l.) Thimo Holst, Claudia Plattner, Dr. Ralf Wintergerst, Prof. Dr. Norbert Pohlmann, Dr. Joanna Świątkowska(Bild:  NürnbergMesse / Thomas Geiger)
(v. l.) Thimo Holst, Claudia Plattner, Dr. Ralf Wintergerst, Prof. Dr. Norbert Pohlmann, Dr. Joanna Świątkowska
(Bild: NürnbergMesse / Thomas Geiger)

In diesem Jahr stand die it-sa besonders unter einem globalen Blickwinkel. Das macht sich auch bei der diesjährigen Special-Keynote bemerkbar: Der Schweizer Dr. Jean-Marc Rickli spricht über „Technologie als geopolitische Waffe“. Dr. Joanna Świątkowska, Secretary General bei ECSO (European Cyber Security Organisation), sprach davon, dass Cybersicherheit längst eine Frage der nationalen Sicherheit sei. Denn die Anwendungsbereiche, die uns alltäglich begleiten, geraten immer weiter in den Vordergrund nationaler Sicherheit. Das wiederum spricht für eine Dynamik, Relevanz und Notwendigkeit von IT-Sicherheit, wie sie auf der it-sa zu fühlen war.

Cybersicherheit ohne vollständige Digitalisierung

Das Problem dabei: Europa investiert viel zu wenig und hat eine lückenhafte Digitalisierung. BSI-Präsidentin Claudia Plattner denkt dabei unter anderem an die Startups. Diese müsse man ihrer Meinung nach deutlich mehr unterstützen. Prof. Dr. Norbert Pohlmann, Vorstandsvorsitzender TeleTrusT, betont außerdem, dass fehlende Investitionen auch zu fehlender Motivation und fehlender Expertise führen, wie aktuell zu bemerken sei. Plattner zeigt sich positiv und nutzt den ersten Messetag auch gleich für eine zentrale Ankündigung: Der BSI wird zukünftig als notifizierende und marktüberwachende Behörde für die Umsetzung des Cyber Resilience Act (CRA) gegenüber der EU-Kommission fungieren.

Pohlmanns Forderungen, um eine ausgeprägtere Digitalisierung und Souveränität zu erreichen sind eindeutig: Open Source und europäische Standards wie „Made in Europe“. Dieser Gedanke der Digitalen Souveränität war auf der gesamten Messe zu spüren: von souveränen Clouds über europäische Identitäts-Managementsysteme hin zu Open-Source-Security-Projekten.

it-sa 2025
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KI als Werkzeug

Bei den Ausstellern zeigt sich ein klarer Trend: Der Markt bewegt sich weg von Einzellösungen hin zu integrierten Plattformstrategien und ganzheitlichen Systeme. Ehemals getrennte Tools werden zu einem transparenten Ökosystem. Begriffe wie SecOps, Zero Trust oder Thread Intelligence prägen viele Gespräche – und oft dreht es sich darum, diese Maßnahmen zu organisieren. Security Operation Center (SOC) haben mit Überlastung zu kämpfen und der Fokus muss sich von Sichtbarkeit hin zu aktiver Sicherheit bewegen. Dabei darf auch Automatisierung und KI nicht untergehen. Doch auf der it-sa wurde klar: Künstliche Intelligenz soll ein Werkzeug sein, keine Revolution.

Geld sparen durch Vorsorge

Ein weiterer Schwerpunkt war der Wandel in den Sicherheitsstrategien: Resilienz ist zum zentralen Schlagwort geworden. Incident Response bleibt zwar relevant, ist aber nur ein Teil einer umfassenden Strategie. Unternehmen, die sich präventiv schützen, können im Ernstfall viel Geld sparen – denn ein Angriff fällt dann oft deutlich milder aus. Dabei helfen Schulungen, Schwachstellen- und Risikomanagement.

Gleichzeitig verschmilzt IT immer stärker mit OT – ein Thema, das auf der it-sa ebenfalls intensiv diskutiert wurde. Sicherheit muss auch in der Industrie weiter und integrativer gedacht werden.

IT-Security Made in Germany

Das Sonderheft IT-Security Made in Germany 2025
(Bildquelle: Vogel IT-Medien)

„Diese Sonderveröffentlichung zeigt die Leistungsfähigkeit der deutschen IT-Sicherheitsbranche“, schreibt Dr. Holger Mühlbauer, Geschäftsführer Bundesverband IT-Sicherheit e. V. (TeleTrusT), in seinem Grußwort zur Ausgabe. Lesen Sie, welche Rahmenbedingungen IT-Security Made in Germany überhaupt erst möglich machen und was sich hier im Moment alles bewegt. NIS2 und DORA sind nur zwei Stichworte. Aber auch Künstliche Intelligenz wird künftig eine wichtige Rolle spielen. Welche – dem gehen wir hier nach. Doch es gilt auch, Mitarbeiter zu schulen und für Awareness zu sorgen.

Unsicherheiten in Politik und Wirtschaft

Die it-sa 2025 hat gezeigt, dass Cybersicherheit in Europa angekommen und ein Teil der wirtschaftlichen Infrastruktur ist. Doch trotz der Fortschritte ist das Vertrauen brüchig – vor allem auch in die politischen Maßnahmen. Die Messebesucher sprachen offen von ihrem fehlenden Vertrauen bei NIS2 – zu viele Versprechen, zu wenig Wirkung. Parallel blicken viele enttäuscht in Richtung Automobilbranche und sprechen von einem deutlichen Druck, der auf Europa lastet. Ob sich das bis zur nächsten it-sa verbessern wird, bleibt offen. Die nächste Gelegenheit,die it-sa zu besuchen, bietet sich vom 27. bis 29. Oktober 2026, wenn sich in Nürnberg die Türen der Messe erneut öffnen.

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