Omdia-Studie zum IT-Markt und -Channel IT-Markt 2026: Partner bleiben wichtig

Von Mihriban Dincel 3 min Lesedauer

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Der weltweite IT-Markt soll 2026 um 10,2 Prozent auf 6,07 Billionen US-Dollar wachsen. Während IT-Dienstleister weiterhin zentral bleiben, sinkt der Channel-Anteil auf 66,7 Prozent.Gründe dafür sind laut Studie: steigende Investitionen der Hyperscaler in KI und Cloud.

Omdia sagt für 2026 voraus, dass der Channel-Anteil der weltweiten IT-Ausgaben sinken wird, Partner aber weiterhin eine zentrale Rolle bei IT-Endscheidungen spielen werden.(Bild:  GPT Image Editor / KI-generiert)
Omdia sagt für 2026 voraus, dass der Channel-Anteil der weltweiten IT-Ausgaben sinken wird, Partner aber weiterhin eine zentrale Rolle bei IT-Endscheidungen spielen werden.
(Bild: GPT Image Editor / KI-generiert)

Der adressierbare IT-Markt wird laut aktuellen Prognosen von Omdia im Jahr 2026 um 10,2 Prozent auf 6,07 Billionen US-Dollar wachsen. Trotz makroökonomischer Risiken wie Lieferkettenunterbrechungen, Handelsspannungen und (geo)politischer Instabilität entwickeln sich die IT-Ausgaben unabhängig vom BIP-Wachstum.

KI-Infrastruktur treibt Wachstum

Die drei Hauptkategorien sollen 2026 folgendermaßen wachsen: Technologieprodukte erreichen 2,85 Billionen US-Dollar (+14,3 %), IT-Dienstleistungen 1,87 Billionen US-Dollar (+9,6 %) und Telekommunikationsdienste 1,35 Billionen US-Dollar (+3,3 %). Das schnellste Wachstum bei Technologien prognostiziert das Forschungsunternehmen für Infrastruktur mit 29,2 Prozent, angetrieben durch den Ausbau von Künstlicher Intelligenz. Komponenten und Peripheriegeräte wachsen ebenfalls stark, wobei Knappheit bei DRAM (Dynamic Random-Access Memory) eine verstärkte Bevorratung zur Folge hat.

IT-Markt & -Ausgaben

Regionale Unterschiede

Regional zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen im IT-Markt. Diese prognostiziert Omdia wie folgt:

  • Nordamerika wird ein Wachstum von 12,6 Prozent vorhergesagt, wodurch dieser Markt 43 Prozent des Gesamtmarktes ausmachen wird.
  • Beim asiatisch-pazifischen Raum wird ein Wachstum von 9 Prozent prognostiziert, das entspricht 27 Prozent des Gesamtmarktes.
  • Bei der EMEA-Region soll das Wachstum bei 8,1 Prozent liegen, was 26 Prozent des Gesamtmarktes ausmacht.
  • Lateinamerika bildet das Schlusslicht mit 7,4 Prozent Wachstum und 4 Prozent Anteil.

Die USA behalten mit 40,8 Prozent den größten Länderanteil. China wird Omdia zufolge nur 13,6 Prozent beisteuern.

Großunternehmen dominieren IT-Ausgaben

Nach Kundensegmenten entfallen 47 Prozent auf Großunternehmen, 13,8 Prozent auf den Mittelstand und 39,2 Prozent auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die Omdia-Studie „Enterprise IT Insights“ zeigt, dass 72,9 Prozent der Unternehmen für 2026 mit steigenden IT-Budgets rechnen, gegenüber 60,2 Prozent im Jahr 2025. Nur 6,5 Prozent rechnen mit einem Rückgang.

Channel-Anteil sinkt durch Hyperscaler-Investitionen

Der Marktanteil der Partner am gesamten IT-Markt wird 2026 auf 66,7 Prozent sinken, gegenüber 70,1 Prozent im Jahr 2025. Der Grund: Hyperscaler werden weiter stark in Cloud- und KI-Infrastruktur investieren, um Dienstleistungen zu erbringen. Das von Partnern generierte Wachstum beziffert das Forschungsunternehmen damit auf 6,7 Prozent, während das von Anbietern bei 18,1 Prozent liegt.

Partner bleiben zentral für IT-Entscheidungen

Regional variiert der Partner-Einfluss: Nordamerika verzeichnet mit 61,1 Prozent den geringsten Partneranteil, während Lateinamerika mit 78,1 Prozent den höchsten behält. In der EMEA-Region sinkt der Anteil auf 72,2 Prozent (80,1 % in 2025), im asiatisch-pazifischen Raum machen Partner voraussichtlich 68,6 Prozent der IT-Ausgaben aus.

Trotz sinkendem Anteil an erbrachten Leistungen, werden Partner weiter einen großen Einfluss auf IT-Entscheidungen von Unternehmen haben. Auch die Gesamtausgaben für Partner sollen in diesem Jahr steigen. Denn viele Anbieter konzentrieren sich 2026 auf KMU-Wachstumsstrategien, was eine stärkere Abhängigkeit von Partnern und Distributoren bedeutet. Gleichzeitig stehen Partner vor wachsender Komplexität durch technologische Entwicklungen, veränderte Kundenerwartungen, neue Geschäftsmodelle, Lieferkettenprobleme und Hyperscaler-Marktplätze.

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Die Marktforscher sind überzeugt: Partner, die in komplementäre Kompetenzen investieren und Servicekapazitäten ausbauen, sind gut für Wachstum positioniert. Dabei ist jedoch entscheidend, Akquisitionen nicht nur für Skaleneffekte zu nutzen, sondern ebenso gemeinsame Vertriebsstrategien für Cross-Selling zu entwickeln.

Strategien zur Unterstützung des Partner-Ökosystems

Die Omdia-Daten zeigen, dass Kunden durchschnittlich mit 6,3 Partnern zusammenarbeiten, was die steigende Komplexität des Partner-Ökosystems widerspiegelt. Die Studie zeigt auch, dass Partner mit mindestens drei Geschäftsmodellen arbeiten (z. B. Wiederverkauf, Managed Services und professionelle Dienstleistungen).

Wie Anbieter Partner hierbei unterstützen können:

  • Programmstrukturen sollten weiter reichen und verschiedene Partnertypen sowie Vertriebsansätze unterstützen.
  • Anreize im Partnerprogramm sollten über Transaktionen hinausgehen und Partner für Upselling, Cross-Selling, Vorverkaufsaktivitäten, Kundenbindung, Schulungen und Zertifizierungen belohnen.
  • Ebenso ist eine verbesserte Benutzererfahrung gewünscht. Vereinfachung und Automatisierung durch Ökosystemmanagement-Plattformen mit integrierten Tools und KI-Nutzung sind daher notwendig.
  • Co-Modelle werden zur Norm. Anbieter müssen gemeinsame Entwicklung, Vertrieb, Marketing und Innovation zwischen Partnern, ISVs (Independent Software Vendor), Distributoren, Resellern und GSIs (Global System Integrator) fördern und das Geschäft des Partners vollständig verstehen.
  • Das erweiterte Partner-Ökosystem erfordert Investitionen in Allianzen mit GSIs, Servicepartner, ISVs und neue Vertriebswege wie Hyperscaler-Marktplätze.

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