Der Gipfel ist das Ziel Inforsacom Logicalis will unter die Größten
Inforsacom und Logicalis sind zu einem Systemhaus verschmolzen, um auf dem deutschen Markt weiter nach oben zu gelangen. In drei Jahren will das Unternehmen zu den zehn größten Systemhäusern des Landes zählen. Rüdiger Rath, CEO der Logicalis Group in Deutschland, möchte vor allem bei internationalen Unternehmen mit Sitz in Deutschland punkten.
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Nicht nur ambitionierte Bergsteiger planen ihren Weg auf den Gipfel sorgfältig: Bereits 2014, als Logicalis den Systemintegrator Inforsacom Informationssysteme gekauft hatte, sah Mark Rogers, damals COO und President der Logicalis Group, darin die Möglichkeit, „sich als bedeutender Anbieter auf dem deutschen IT-Markt zu positionieren“. Vor gut einem Monat sind die beiden Unternehmen in Deutschland zum Systemhaus Inforsacom Logicalis verschmolzen. Rogers, inzwischen CEO, hofft, dass dadurch die Stellung im deutschen Markt weiter gestärkt wird.
Das ehrgeizige Ziel nach dem Zusammenschluss nennt Rüdiger Rath, CEO der Logicalis Group in Deutschland: Zu den zehn größten Systemhäusern in Deutschland zu zählen. Doch um die „Top Ten“ zu erreichen, muss der Integrations-Prozess glatt laufen. „Wir sind einen guten Monat nach der Fusion sehr zufrieden. Die wichtige Fragestellung ist allerdings, ob und wie die Mitarbeiter beider Unternehmen miteinander arbeiten und neues Geschäft generieren“, so der deutsche CEO. Doch es falle auf, dass die Kulturen und Werte der Unternehmen harmonieren. Diese Rückmeldung bekomme Rath auch von den Kunden, mit denen die ersten gemeinsamen Projekte laufen.
Innerhalb von drei Jahren möchte Rath zu den Top Ten gehören. Es sei schwer, den konkreten Rang zu nennen, auf welchem das Unternehmen momentan stehe. Mit 185 Millionen Euro Umsatz im letzten Jahr befände sich das Systemhaus allerdings in einer guten Ausgangsbasis, um das Ziel in diesem Zeitrahmen zu erreichen. Das Wachstum dafür soll zunächst organisch erfolgen. Zukünftige Zukäufe möchte der Geschäftsführer jedoch nicht ausschließen.
Partner für internationale Fragestellungen
Dank des erweiterten Produkt- und Serviceportfolios werde das Systemhaus bereits jetzt anders wahrgenommen. Auch wegen der Möglichkeit, „weltweit Dienstleistungen aus einer Hand anzubieten“ sei das Unternehmen gut aufgestellt. „Da tun sich einige Top-Ten-Platzhirsche wirklich schwer. Konkret macht uns das für internationale Unternehmen mit Sitz in Deutschland sehr interessant.“ Das Systemhaus betrachtet sich als „Partner für internationale Fragestellungen“. Denn globale Roll-outs werden über einen zentralen Ansprechpartner abgewickelt. Auch eine einheitliche Solution- und Vendor-Strategie, die je nach länderspezifischen Anforderungen ergänzt wird, soll das Unternehmen für diese Zielgruppe attraktiv machen.
Garanten für Innovation und Sicherheit
Bisher lag die Kompetenz auf Gebieten wie Information Management, Storage und Backup bei Inforsacom, einem der größten Oracle-Partner unter den Systemhäusern, während Logicalis sich auf Netzwerk, Security, Cloud und den Anbieter Cisco spezialisiert hatte. Inforsacom Logicalis bündelt Wissen und Fertigkeiten als Cisco-Gold- und Oracle-Platinum-Partner nun unter einem Dach. In solchen strategischen Partnerschaften sieht Rath „Garanten für Innovation und Sicherheit“.
Vor wenigen Tagen kam eine weitere Auszeichnung hinzu: NetApp listet das Unternehmen als „Multi-geo Partner“. Rath sieht darin einen „starken Beleg für die internationale Leistungsfähigkeit. Damit sind wir das einzige Unternehmen in Deutschland mit diesem Status.“ Neben der Ausrichtung auf das internationale Geschäft setzt Inforsacom Logicalis künftig auf vier Bereiche:
- Begleitung von Unternehmen bei der digitalen Transformation
- Ausbau der Analytics-Fähigkeiten
- Ausbau der Cloud-Dienstleistungen, inklusive Managed Services
- IT-Security: Dieses Segment soll bis 2020 etwa zehn Prozent des Umsatzes ausmachen.
50 neue Stellen in Deutschland
Rath hat 2010 die Inforsacom Informationssysteme aus der insolventen TDMi-Gruppe herausgelöst und als eigenständiges Unternehmen aufgebaut. Beim Neustart hatte das Systemhaus knapp 100 Mitarbeiter. Seit der Fusion mit Logicalis betreuen rund 250 Mitarbeiter an sechs Standorten die Kunden. Doch es werde weiter „auf den deutschen Arbeitsmarkt zugegangen“, so Rath. „Wir haben allein für das noch laufende Jahr ein Potenzial von 50 neuen Stellen in Deutschland“, und auch leitende Positionen werden neu besetzt. Das Unternehmen holt „bewusst erfahrene Manager von außen an Bord“, um neue Kompetenzen aufzubauen. Ein Beispiel hierfür ist der neue CSO, Frank Haines, der zuvor Geschäftsführer bei Dextra Data war. Die nächsten Schritte zum „Gipfel“ stehen schon fest: „Auch im laufenden Jahr wollen wir noch zahlreiche Stellen quer über alle Funktionen und an allen Standorten besetzen.“
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