Wachstumspotenzial bei Cloud und SASE Hier krempelt Check Point die Ärmel hoch

Von Barbara Miletic 4 min Lesedauer

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Check Point bleibt in Bewegung. Nach einigen Akquisitionen steht ein neues Partnerprogramm in den Startlöchern und SASE sowie Cloud sollen als Marktkategorie weiter ausgebaut werden. Lothar Geuenich verrät, welche Neuerungen lukrativ sein könnten.

Deutsche Unternehmen öffnen sich immer mehr für Cloud-Umgebungen. Dies erfordert andere Anforderungen an die Sicherheit. Kunden möchten Plattform-Services direkt aus der Cloud nutzen und alles auf einer Plattform verwalten.(Bild:  idambeer - stock.adobe.com)
Deutsche Unternehmen öffnen sich immer mehr für Cloud-Umgebungen. Dies erfordert andere Anforderungen an die Sicherheit. Kunden möchten Plattform-Services direkt aus der Cloud nutzen und alles auf einer Plattform verwalten.
(Bild: idambeer - stock.adobe.com)

Ende des Jahres 2023 gab es einige Akquisitionen im Hause Check Point. Jüngstes Beispiel ist die von Perimeter 81, einem Spezialisten für Software as a Service (SASE). Das Unternehmen bietet eine SASE-Plattform, mit der sowohl kleine als auch große Kunden ihre Endverbraucher-Umgebung managen können. Dahinter verbirgt sich: „Kunden gehen immer mehr dazu über, eine Security-Plattform zu integrieren“, sagt Lothar Geuenich, Vice President Central Europe/DACH bei Check Point Software Technologies. Insgesamt wurden die Übernahmen „am Markt positiv aufgenommen“ worden.

Lothar Geuenich, VP Central-Europe bei Check Point (Bild:  Check Point Software Technologies)
Lothar Geuenich, VP Central-Europe bei Check Point
(Bild: Check Point Software Technologies)

Zentrale Verwaltung mehrerer Services

Mit einer stärkeren Konzentration auf SASE will Check Point laut Geuenich besonders bei einer Herausforderung unter die Arme greifen: „Vielen Unternehmen fällt es schwer, ihre Vielzahl an Security-Vendoren sowie Lieferanten gleichzeitig zu managen.“ Eine zentrale Monitoring- und Managing-Plattform anzubieten ist hier eine gefragte Lösung.

Einen zunehmenden Trend sieht Geuenich auch bei den Managed Security Services. „Außerdem beobachten wir, dass der öffentliche Sektor immer mehr in Digitalisierung und neue Infrastrukturen investiert. In diesem konnten wir bereits viele Großaufträge platzieren und sehen weiterhin steigenden Bedarf“, erläutert er. In den Startlöchern steht auch ein neues, weltweites Partnerprogramm, das Check Point noch Anfang dieses Jahres präsentieren will.

KI und Cloud als Risikoträger

Darüber hinaus stellt generative Künstliche Intelligenz (GenAI) eine Herausforderung für Kunden dar. Die Technologie ist nun seit knapp über einem Jahr auf dem Markt. Laut Geuenich bringt sie zwei Probleme mit sich: „Zum einen bedeutet das, dass sich theoretisch jeder Nutzer über ChatGPT auf legalem Weg eine Anweisung erstellen lassen kann, wie er eine Phishing-E-Mail kreiert. Zum anderen werden daneben die Angriffe auf illegaler Seite, sprich im Darknet, immer komplexer.“

In der Breite und in der Tiefe (sprich in der Komplexität) der Cyberangriffe beobachten wir einen Anstieg bei den Ransomware-Vorfällen.

Lothar Geuenich, VP DACH bei Check Point

Im Jahr 2023 war eine von zehn Organisationen mit Ransomware konfrontiert, was einem Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Daten des Berichts stammen aus der ThreatCloud AI, der Big Data Intelligence Engine von Check Point. Hier laufen Daten und Indikatoren täglich zusammen. Das Netzwerk wird laut Hersteller gespeist von 150.000 verbundenen Netzwerken und Millionen von Endgeräten.

Check Points Sicherheitsforscher fügen Daten aus eigener Forschung hinzu sowie aus externen Experten-Quellen. Die ThreatCloud AI aktualisiert auf dieser Basis in Echtzeit die Bedrohungsdaten aller angeschlossenen Check-Point-Produkte.

Sicherheit an Cloud anpassen

Auch öffnen sich deutsche Unternehmen immer mehr für Cloud-Umgebungen, die wiederum andere Anforderungen an Sicherheitsunternehmen stellen. Kunden möchten Plattform-Services und Software direkt aus der Cloud nutzen und alles auf einer Plattform verwalten. Das ist laut Geuenich verständlich, „weil sie auf diese Weise die Skalierbarkeit und Geschwindigkeit der Cloud zu ihrem Vorteil nutzen können, aber es braucht dann die passende IT-Sicherheitsarchitektur, um die neuartige Netzwerkumgebung zu schützen.“ Anders als im Rechenzentrumsmodell seien im Cloud-Modell mehr Bereiche und Anwendungen dem Internet ausgesetzt, was die Angriffsfläche vergrößert, neue Einfallstore für Hacker öffnet und daher einen anderen Umgang mit diesen Schwachstellen erfordert, als noch On-Premise. „Aus diesem Grund kann man nicht schlicht die alten Sicherheitslösungen übertragen, sondern braucht eine Cloud-Native-Lösung.“

Risikofaktor Mensch

Der Nutzer sei immer noch das größte Einfallstor und Teil des Ökosystems. Eine größere Notwendigkeit, Ökosysteme und Mitarbeiter abzusichern, ist da. Check Point ist im Netzwerk- und Data Center-Umfeld groß geworden und begleitet die Kunden „nicht nur anhand einer gesamten Security-Plattform, sondern auch bei der Transformation“ in die Cloud- und SASE-Umgebung – so erläutert es Geuenich. Diese Transformation stelle für die nächsten ein bis zwei Jahre sicherlich die größte Herausforderung dar.

Mehrwerte für Partner & Akquisitionsstrategie

Das Check-Point-Geschäft läuft laut eigenen Aussagen zu 100 Prozent über die Partner. Eine starke Verschiebung und Beliebtheit ist in Richtung Managed Security Service Provider (MSSPs) zu beobachten. Ein kleineres, mittelständisches Unternehmen habe meist gar nicht die Kapazitäten, die IT-Sicherheit selbst zu managen. „So kann ich als Partner eine komplette Lösung inklusive SOC anbieten. Der Kunde nimmt die Dienstleistung an. Der Partner stellt Managed Security zur Verfügung und berechnet diese monatlich. Das Monitoring findet beim Partner im SOC statt“, erklärt Geuenich. Der Partner hat somit die Wahl, wie er sich aufstellen will. Check Point unterstützt die Partner technologisch und bei der Go-To-Market-Strategie, der Partner kann seine Add-on-Services platzieren.

Statt allein auf die großen Konzerne zu setzen, akquiriert der Sicherheitsanbieter immer wieder kleinere Technologieunternehmen und integriert ihre Lösungen in die eigene Plattform. Diese bieten oftmals Lösungen, die Check Point als Feature fehlen und – mit Blick auf den Markt – nachgefragt werden. Allgemein müsse man den Plattform-Gedanken auch in Zukunft weiter vorantreiben. Dennoch – so Geuenich – setzt man sich zum Ziel, 2024 bezüglich Go-To-Market-Strategie noch näher am Kunden zu sein, gerade weil diese immer mehr dazu übergehen, ihre Plattform-Anbieter zu reduzieren. Hier will der IT-Security-Spezialist seine Position als Kooperationspartner stärken.

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