Das Google AI Center Berlin soll Forschung und Praxis verbinden, den Austausch zwischen Technologiekonzern, Wissenschaft und Gesellschaft fördern – und Deutschland als Standort für Künstliche Intelligenz (KI) im internationalen Wettbewerb stärken.
Das Google AI Center in Berlin soll eine Plattform sein, um KI-Forschende und -Entwickler zusammenzubringen.
(Bild: Google)
Es ist ein Ort mit Geschichte, an dem nun Zukunft geschrieben werden soll: Im Forum an der Museumsinsel, einem der markantesten Ensembles im Herzen Berlins in der Tucholskystraße 2, hat Google am 5. März 2026 sein Google AI Center Berlin eröffnet. Es ist weltweit das dritte AI Center neben Paris und Accra (die Hauptstadt von Ghana in Afrika). Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gaben sich die Ehre.
Für Philipp Justus, Country Manager Deutschland und VP Zentraleuropa bei Google, ist das Zentrum die logische Fortsetzung eines Engagements, das im Herbst 2025 mit der Ankündigung von 5,9 Milliarden Euro Investitionen in Deutschland begann. Das Zentrum solle ein Ort für Zusammenarbeit und Debatten sein, Innovationen fördern und den KI-Standort Deutschland weiter voranbringen, sagte Justus zur Eröffnung.
Zehn Jahre KI-Forschung – und ein neues Dach dafür
Google forscht in Berlin seit fast einem Jahrzehnt. Mitglieder des früheren Google-Brain-Teams waren an der Entwicklung der Transformer-Architektur beteiligt, die die Grundlage heutiger generativer KI bildet. Modelle wie LaMDA, PaLM und Gemini wurden hier mitentwickelt. Mit dem AI Center bekommt diese Arbeit nun einen festen institutionellen Rahmen. Drei Teams ziehen unter einem Dach zusammen: Google DeepMind, Google Research und Google Cloud. Ergänzt wird das durch eine neu eingerichtete Etage für die Forschungsteams sowie einen AI-Demo-Space, in dem aktuelle Technologien erlebbar gemacht werden.
Dazu kommt eine Eventfläche für bis zu 80 Gäste. Insgesamt verfügt Google in Berlin nun über fünf Veranstaltungsräume, in denen pro Jahr rund 200 Formate geplant sind – viele davon mit explizitem KI-Fokus. Das Center soll ausdrücklich kein abgeschlossener Forschungskosmos werden, sondern ein offener Begegnungsort: für Entwicklerinnen und Entwickler, Unternehmen, Forschende und die interessierte Öffentlichkeit.
Digitale Souveränität mit globalen Akteuren
Google-Deutschland-Chef Philipp Justus, Kai Wegner (Regierender Bürgermeister Berlin), Dr. Annette Kroeber-Riel (VP of Government Affairs and Public Policy Europe bei Google), Slav Petrov (VP, Research at Google DeepMind) und Dr. Karsten Wildberger (Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung) bei der Eröffnung des „Google AI Centers“.
(Bild: Google)
Digitalminister Wildberger zeigte die wirtschaftspolitische Perspektive: Es gehe darum, dass Wertschöpfung, Know-how und hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland entstehen – und dass internationale Partnerschaften mit dem klaren Ziel verknüpft werden, Europas eigene KI-Stärke auszubauen. Indirekt wehrte sich der Minister gegen Kritik an der Zusammenarbeit mit amerikanischen Hyperscalern: Digitale Souveränität, so seine Botschaft, sei kein Widerspruch zur Zusammenarbeit mit globalen Akteuren, sondern deren Voraussetzung.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sieht in der Eröffnung ein Bekenntnis zur Bundeshauptstadt als Innovationsstandort. Berlin, wo rund jedes dritte deutsche Start-up seinen Ursprung hat, solle zum ersten Innovationsstandort Europas werden. Wegner verwies auf konkrete Kooperationsprojekte mit Google, etwa bei intelligenten Verkehrslösungen und smarter Ampelsteuerung – Beispiele dafür, dass KI-Anwendungen im Alltag der Stadt ankommen sollen.
Wissenschaft trifft Praxis: Die TUM-Partnerschaft
Ein zentrales Element des AI Centers sind Kooperationen mit deutschen Forschungseinrichtungen. Allen voran die Technische Universität München (TUM): Gemeinsam mit Google und Helmholtz Munich werden Leuchtturmprojekte entwickelt, die verantwortungsvolle KI-Anwendungen in Medizin und Grundlagenforschung voranbringen sollen.
Für das neue AI Center hat Google die Räumlichkeiten im Berliner Büro erweitert: Neben einer eigenen Etage für unsere Forschungsteams gibt es nun einen AI-Demo-Space, um die neueste Technologien greifbar zu machen; zudem entsteht ein neuer „TechTalk“-Bereich für Events und den fachlichen Austausch.
(Bild: Google)
Prof. Dr. Fabian Theis von der TUM illustrierte auf der Eröffnungsveranstaltung, wie groß der Handlungsbedarf ist: Die Entwicklung eines neuen Medikaments dauert im Schnitt noch immer zehn Jahre, neun von zehn Projekten scheitern.
KI soll diesen Prozess grundlegend beschleunigen und verbessern. Konkrete Projekte umfassen unter anderem Zelltherapien für Diabetes, gezieltes Medikamentendesign für Nierenerkrankungen in Kooperation mit Novartis sowie KI-Grundlagenmodelle für die Einzelzellforschung. Google fördert das TUM-Projekt am Münchner Klinikum Rechts der Isar finanziell und bringt dabei Grundlagenforschung und industrielle Anwendung unter einem gemeinsamen Dach zusammen.
440 Milliarden Euro – was KI für die Wirtschaft bedeuten kann
Die ökonomische Dimension des KI-Einsatzes ist gewaltig. Eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag von Google beziffert das Potenzial: Bis 2034 könnte der flächendeckende Einsatz generativer KI eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von rund 440 Milliarden Euro pro Jahr generieren – 110 Milliarden durch Innovationen, 330 Milliarden durch Produktivitätssteigerungen.
Stand: 08.12.2025
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Der Mercedes MBUX Hyperscreen auf Basis von Gemini und Google Maps im Elektro- Modell GLC 400 4Matic.
(Bild: Dr. Jakob Jung)
Dass diese Zahlen nicht abstrakt bleiben, belegen die Unternehmenspartnerschaften, die Google zur Eröffnung präsentierte. Mercedes-Benz setzt auf einen sprachgesteuerten Fahrassistenten namens MBUX Hyperscreen auf Basis von Gemini und Google Maps – erstmals ab Werk fest verbaut im Elektro- Modell GLC 400 4Matic.
Die Deutsche Bank hat mit dBLumina ein KI-System entwickelt, das interne Reports per KI-Agenten abfragt und dabei Quellenangaben liefert, um Halluzinationen zu verhindern; aktuell nutzen 60.000 Mitarbeitende das System, perspektivisch sollen es alle 90.000 sein.
Vodafone hat seinen Kundenservice-Chatbot Tobi auf Gemini umgestellt – die Quote korrekter Antworten bei häufig gestellten Kundenanfragen stieg von 50 auf 78 Prozent. Und Otto nutzt einen KI-Assistenten, der Kaufentscheidungen unterstützt und gleichzeitig Retouren reduziert.
KI für die Allgemeinheit: Das Google.org Fellowship
Parallel zum AI Center startet auch ein gesellschaftliches Projekt: Im Rahmen des ersten Google.org Fellowships in Deutschland unterstützen Google-Mitarbeitende sechs Monate lang ehrenamtlich das CityLAB Berlin – Berlins öffentliches Innovationslabor. Ziel ist die Entwicklung eines KI-basierten Assistenten, der vulnerablen Bevölkerungsgruppen den Zugang zu staatlichen Dienstleistungen erleichtern soll. Die Open-Source-Lösung soll bundesweit als Modell für bürgernahe Verwaltungsservices dienen. Google.org fördert das Projekt mit einer Million US-Dollar.