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Wie sich Reseller vertraglich absichern können

Gefahren bei VAR-Verträgen mit US-Softwareherstellern

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Ein zweiter Unterschied zwischen deutschen und US-VAR-Verträgen liegt in der Möglichkeit, in US-Verträgen Gewährleistungs- und Haftungsansprüche auf ein Minimum zu reduzieren. In deutschen Verträgen sind solche umfassenden Ausschlüsse nicht möglich.

Die Konsequenz aus nicht erfolgtem Nachverhandeln für das Systemhaus: Es haftet im Verhältnis zu seinen Kunden umfassender als der US-Softwareanbieter gegenüber dem Systemhaus. So sehen VAR-Verträge nach US-Recht beispielsweise oft eine Gewährleistungsfrist von 90 Tagen vor, während nach deutschem Recht die gesetzliche Gewährleistungsfrist zwei Jahre für Privatpersonen und, bei entsprechender vertraglicher Vereinbarung, mindestens ein Jahr für Geschäftskunden beträgt.

Auch bei Ansprüchen, die bei gescheiterter Nachbesserung bestehen, gibt es Differenzen. Während US-Verträge die Rechte des Käufers meist auf die Rückabwicklung des Kaufvertrages beschränken, sind nach deutschem Recht auch Ansprüche auf Kaufpreisminderung und Schadenersatz möglich. Diese Ansprüche können in Standardverträgen nach deutschem Recht nicht wirksam ausgeschlossen werden. Selbst Beschränkungen in der Haftungssumme sind gemäß deutschem Recht in Standardbedingungen nur bei leichter Fahrlässigkeit denkbar und nur, wenn die Summe ausreichend bemessen ist, um den typischen und bei Vertragsschluss vorhersehbaren Schaden abzudecken.

Tipp

Neben den geschilderten Unterschieden zwischen beiden Rechtssystemen gibt es oft weitere Differenzen, die vertraglich harmonisiert werden müssen. Die beiden Lieferketten »US-Softwarehersteller an deutsches Systemhaus« und »Deutsches Systemhaus an Kunde« müssen vertraglich stimmig sein. Das Systemhaus sollte in jedem Fall vor Abschluss eines VAR-Vertrages nach US-Recht sorgfältig prüfen, welche Änderungen im Vertrag notwendig sind und diese mit dem Softwareanbieter nachverhandeln.

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