Erfolgreiche regionale Entwickler Gaming-Branche: Kleine Studios mit großen Erfolgen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die deutsche Gaming-Branche steht vor Herausforderungen. Trotz eines wachsenden Markts fließen viele Einnahmen ins Ausland. Aber es gibt auch echte Überraschungen.

Auch wenn es sich bei Computerspielen um eine wichtige Wirtschaftsgröße handelt, fließt ein Großteil der Einnahmen daraus ins Ausland und bleibt nicht in Deutschland. (Bild:  KI-generiert)
Auch wenn es sich bei Computerspielen um eine wichtige Wirtschaftsgröße handelt, fließt ein Großteil der Einnahmen daraus ins Ausland und bleibt nicht in Deutschland.
(Bild: KI-generiert)

Wenn Computerspieler aus aller Welt ihre Mondstationen gegen Außerirdische verteidigen, mit dem Fernbussimulator hinter dem Steuer eines Reisebusses Platz nehmen oder in die mystisch dunkle Welt von Drova eintauchen, dann steckt auch immer ein wenig Erfurt, Magdeburg oder Dresden in den Pixeln am Bildschirm.

„Es gibt einige Leuchtturmprojekte aus der Region, die in der Gaming-Szene sehr beliebt und erfolgreich sind“, sagt Friedrich Lüder, Vorstandsvorsitzender des Branchenverbands „Games & XR Mitteldeutschland“. In der Datenbank des Vereins finden sich 45 Entwicklerstudios und sogenannte Publisher, also Verlage für die Veröffentlichung von Spielen, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bundesweit sind es knapp 960.

Computerspiele sind nicht nur ein Freizeitvertreib für rund 26,5 Millionen Menschen in Deutschland, sie sind auch eine wichtige Wirtschaftsgröße. Nach Angaben des Bundesverbands „Game“ wurden im ersten Halbjahr 2024 fast 2,6 Milliarden Euro Umsatz gemacht – alleine mit Computerspielen. Dazu kommen noch einmal rund 1,7 Milliarden Euro für Abo-Dienste, Zubehör oder Hardware wie Konsolen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz insgesamt bei fast zehn Milliarden Euro. Allerdings weist der Bundesverband darauf hin, dass der Großteil der Einnahmen ins Ausland fließt und nicht in Deutschland bleibt.

Regionale Entwickler erobern die Gaming-Szene

Dennoch hätten sich in den vergangenen Jahren einige kleinere Entwicklerstudios in der Region etabliert, sagt Friedrich Lüder. Vor allem Thüringen und Sachsen hätten höhere Zahlen von Gründungen zu verzeichnen. „Wichtig ist, dass man als Unternehmen seine Nische findet und dann sehr eng mit der Zielgruppe und Community die Spiele entwickelt.“ Das gelinge einigen Studios sehr gut.

Ein aktueller Überraschungserfolg kommt aus Magdeburg. In einer kleinen Altbauwohnung mit drei Zimmern entstand ein Computerspiel, das gerade im Internet und in der Gaming-Community gefeiert wird: Drova. Tausende Nutzer haben das Spiel auf der wichtigen Plattform Steam schon mit Bestnoten bewertet. Entwickelt wurde das Spiel unter anderem von Christian Sandkämper und seinem Entwicklerstudio „Just2d“. Entstanden aus einer Initiative während des Informatikstudiums an der Universität gelang es dem kleinen Team, insgesamt etwa 800.000 Euro für die Programmierung ihres Computerspiels zu besorgen. Das Bundeswirtschaftsministerium förderte das Projekt mit mehr als 324.000 Euro.

Neue Förderungen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Vom Erfolg seien sie dennoch überrascht worden, sagt Geschäftsführer Sandkämper. „Wir hatten ernsthaft überlegt, ob wir in Magdeburg bleiben.“ Es sei schwierig, etwa über besondere Förderungen Geld zu bekommen, um so ein Projekt zu stemmen. Das Problem sei, dass die Entwicklung lange dauere und teuer sei. Aber an den Universitäten gebe es kluge Köpfe und sie fühlten sich Magdeburg verbunden.

Inzwischen hat sich auch die Fördersituation verbessert. Erst in der vergangenen Woche gab die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM) bekannt, eine neue Förderrichtlinie für Computerspiele einzuführen. Ab Januar kommenden Jahres könne die Entwicklung von Spielen dann gezielter gefördert werden. Bis zu 600.000 Euro stehen demnach für die Produktionsförderung von Games zur Verfügung. Games seien einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Unterhaltungsbranche, sagt MDM-Geschäftsführer André Naumann. Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft könnten gleichermaßen von der Innovationskraft profitieren.

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