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Digitalisierung muss Teil der Schule werden

| Autor: Ann-Marie Struck

Tafel und Kreide oder intuitives Whiteboard? In deutschen Schulen beginnt ein Wandel.
Tafel und Kreide oder intuitives Whiteboard? In deutschen Schulen beginnt ein Wandel. (Bild: Anna - stock.adobe.com)

Mit dem DigitalPakt Schule sollen die Schulen fit für die Zukunft gemacht werden. Wie der Stand der Dinge ist, weiß Birgit Dittmer-Glaubig, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft des Bayrischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV).

Wie sieht die Ausstattung in den Schulen aus? Man hört von veralteten Rechnern bis hin zu Tablet-Klassen.

Dittmer-Glaubig: Genauso weitgefächert sieht es in Bayern aus. Es gibt Schulen, die sich ganz früh schon auf den Weg gemacht haben, unabhängig vom DigitalPakt, und fast schon „digital“ sind. Aber im Prinzip findet man die ganze Bandbreite: Schulen, die noch kein Internet haben, aber auch welche, wo in jedem Klassenzimmer ein Whiteboard steht.

Birgit Dittmer-Glaubig, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft des BLLV
Birgit Dittmer-Glaubig, Leiterin der Abteilung Berufswissenschaft des BLLV (Bild: Jan Roeder / foto@janroeder.de)

Im Mai 2019 startete der DigitalPakt Schule. Wie sieht es aktuell mit der Umsetzung aus?

Dittmer-Glaubig: Bis Ende des Schuljahres 2018/2019 mussten alle deutschen Schulen einen Medienentwicklungsplan erstellen. Diese Pläne sind jetzt bei den entsprechenden Sachaufwandsträgern eingereicht worden. Auf dieser Basis können nun die entsprechenden Stellen die Gelder des DigitalPakts abrufen, was aber nach meinem Kenntnisstand noch sehr schleppend vorangeht.

Und wie sieht so ein Medienentwicklungsplan aus?

Dittmer-Glaubig: Jede Schule musste bundesweit ein (individuelles) Medienkonzept auf drei Schienen ausarbeiten: die Ausstattung, die Lernbereiche und die Lehrerbildung. Damit sich die Digitalisierung in der Schule etabliert, müssen alle drei Bereiche aufeinander aufbauen. Am Ende muss im Plan pädagogisch begründet werden, weshalb die Schule dieses oder jenes Mittel braucht.

Meiner Ansicht nach, macht es keinen Sinn bundes- oder landesweit zu bestimmen, dass beispielsweise jede Klasse ein Whiteboard braucht und jedes Lehrerkollegium diese eine Fortbildung besuchen muss. In Bayern hat jetzt jede Schule ein individuelles, auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittenes Konzept entwickelt. So konnten die unterschiedlichen Schüler-, Eltern- und Lehrerklientele der Schule in der Planung mitberücksichtigt werden.

Wie kann man sich das genau vorstellen?

Dittmer-Glaubig: In unserer Schule hat ein Expertenteam zunächst eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Technik gemacht. Anschließend haben wir uns die Frage gestellt, wie wir uns als Schule aufstellen und mit welcher Hardware wir arbeiten möchten. Danach wurde überlegt, welche Fortbildungen wir brauchen, um alles umzusetzen. Zudem gab es eine interne Umfrage zu den Mitteln und Konzepten im Kollegium. So kam am Ende jeder zu Wort und es wurde nichts über den Kopf der Kollegen entschieden.

Wie haben die Kollegen auf die digitale Umstellung des Unterrichts reagiert?

Dittmer-Glaubig: Ich denke, ein Kollegium muss da rein wachsen und man muss sie da abholen, wo sie stehen. Meiner Meinung nach bringt beispielsweise eine Vorgabe, wie oft ein Lehrer ein Medium im Unterricht in der Woche einsetzen muss, nichts. Das wäre ein falscher Ansatz. Durch die Medienkonzepte steht nicht nur hinter jeder technischen Anwendung ein pädagogisches Konzept, sondern es sind auch die nötigen Schulungen mit eingeplant. Zudem gibt es in Bayern ein Online-Fortbildungsprogramm, die jeder Lehrer in seinem eigenen Tempo zu Hause absolvieren kann. Dieses kommen sehr gut an.

Der DigitalPakt Schule geht bis 2024. Was kommt danach?

Dittmer-Glaubig: Wir hoffen, dass die Finanzierung auch weiter geht. Nachdem dann alle Schulen mit IT ausgestattet sind, muss die Technik auch auf dem neuesten Stand bleiben. Das muss einfach gewährleistet werden, wenn Digitalisierung Teil der Schule sein soll!

5,5 Milliarden Euro sind leider schnell aufgebraucht, wenn man es einmal auf die einzelne Schule runter rechnet. Natürlich leisten die Bundesländer auch ihren finanziellen Beitrag. Wir hoffen, dass die Finanzierung auch weiter geht und die dafür Verantwortlichen die digitalen Medien und deren Wartung auch in den kommenden Jahren in ihrem Haushaltsplan berücksichtigen. Wir als Schule setzen unseren Schulentwicklungsplan auf jeden Fall weiter fort.

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