Sellwerk-Studie Digitalisierung im Mittelstand: Schmerzpunkte und Potenziale

Von Mihriban Dincel 3 min Lesedauer

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Bei der Digitalisierung ist es unerlässlich, stets up to date zu sein. Wer stehen bleibt, verliert. Was bei größeren Unternehmen aber wie geschmiert zu funktionieren scheint, entpuppt sich bei kleinen Betrieben häufig als holprig. Eine Befragung von Sellwerk beleuchtet diesen Zustand genauer.

Während sich digitale Maßnahmen und Prozesse stetig in die DNA großer Konzerne einflechten, tun sich kleine Unternehmen an dieser Stelle noch schwer. (Bild:  KI-generiert / Copilot)
Während sich digitale Maßnahmen und Prozesse stetig in die DNA großer Konzerne einflechten, tun sich kleine Unternehmen an dieser Stelle noch schwer.
(Bild: KI-generiert / Copilot)

Große Konzerne scheinen immer weiter aufzuholen bei der Digitalen Transformation. Beispielsweise implementieren sie mehr innovative digitale Marketingmaßnahmen. Kleine Unternehmen tun sich hier hingegen noch schwer – auch allgemein bei der Digitalisierung. Das geht aus einer Sellwerk-Befragung hervor, die das Netzwerk des deutschen Mittelstandes kürzlich durchgeführt hat. Die Studie zeigt, wie der aktuelle Stand der Digitalisierung im Mittelstand aussieht, welche Herausforderungen es gibt und wie sich diese je nach Unternehmensgröße unterscheiden.

Mehr Marketingmaßnahmen bei großen Konzernen

Wenn es um das Thema Online-Auftritt geht, ist die eigene Website laut Sellwerk-Studie die meistgenutzte Marketingmaßnahme – und das bei Unternehmen jeglicher Größe. Wobei Betriebe mit 6 bis 20 Mitarbeiter zu 93 Prozent darauf setzen, während es bei Firmen mit 1 bis 2 Mitarbeiter nur 63 Prozent sind. Auf Platz 2 landet die Platzierung in digitalen Verzeichnissen. Unternehmen erhoffen sich daraus mehr Auffindbarkeit. Rund die Hälfte aller Betriebe nutzt dies (bis zu 2 Mitarbeiter: 49 %, bis zu 20 Mitarbeiter: 61 %). Ebenfalls beliebt ist der Einsatz von Social Media, jedoch unterschiedlich ausgeprägt nach der Unternehmensgröße. So gaben nur 27 Prozent der Firmen mit maximal 2 Mitarbeitenden an, soziale Medien als Marketingmaßnahme zu nutzen, bei Firmen mit bis zu 5 waren es 43 Prozent und bei Betrieben mit bis zu 20 Fachkräften 49 Prozent. Insgesamt kristallisiert heraus, dass größere Unternehmen mehr Marketingmaßnahmen nutzen – nämlich im Durchschnitt 4,1 – als es bei kleinen (2,3 Maßnahmen) der Fall ist.

Diese digitalen Marketingmaßnahmen nutzen Betriebe derzeit zur Außendarstellung.(Bild:  SELLWERK)
Diese digitalen Marketingmaßnahmen nutzen Betriebe derzeit zur Außendarstellung.
(Bild: SELLWERK)

Noch Aufholbedarf

Wie schätzen die Befragten ihren eigenen Digitalisierungsstand ein? In einer Eigeneinschätzung sehen sich die Unternehmen jeder Größe kaum als Pioniere. Ein Großteil gab nur an „gut dabei oder up to date“ zu sein – Unternehmen mit unter 2 Mitarbeitenden zu 53 Prozent; jene unter 20 Mitarbeitenden zu 66 Prozent. Beinahe ein Drittel aller befragten Betriebe sehen digital einen Nachholbedarf. Bei kleinen Unternehmen ist dieser noch größer, 14 Prozent verspüren sogar eine Anschlusslosigkeit. Bei größeren Betrieben sind es hingegen nur 3 Prozent. Dieser Wert zeigt, dass die Unternehmensgröße zwar einen Unterschied beim digitalen Stand ausmachen kann, jedoch auf allen Seiten noch Luft nach oben ist.

42 Prozent der befragten kleineren Unternehmen verspüren digital noch Nachholbedarf oder sogar Anschlusslosigkeit. (Bild:  SELLWERK)
42 Prozent der befragten kleineren Unternehmen verspüren digital noch Nachholbedarf oder sogar Anschlusslosigkeit.
(Bild: SELLWERK)

Kleine Unternehmen sehen sich oft mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert, die ihre größeren Konkurrenten dank umfangreicherer Ressourcen leichter bewältigen können“, begründet Constanze Oschmann, CEO von Sellwerk, diese Zahlen. Sie erklärt: „Die fehlenden zeitlichen und/oder personellen Kapazitäten, sich in die komplexe Welt des digitalen Marketings einzuarbeiten, lassen sie im Wettbewerb zurückfallen. Unser Ziel ist es, gerade auch diesen Unternehmen die gleichen guten Voraussetzungen zu ermöglichen.“

Herausforderungen der Digitalisierung

Doch was hindert die Unternehmen daran, „Pioniere“ auf diesem Gebiet zu sein? Zunächst wäre da einmal der Zeitmangel, der mit 25 Prozent eine der größten Hürden darstellt. Weiter gilt es, zahlreiche bürokratische Hindernisse zu überwinden (17 %). Dicht darauf folgt mit 16 Prozent die Datensicherheit bzw. der Datenschutz. Die Einhaltung strenger Datenschutzgesetze fordert Zeit, Aufwand und Kosten – oder in manchen Fällen sogar Experten. Es gilt zu beachten, dass sich kleinere Unternehmen bei all diesen genannten Herausforderungen schwerer tun. Größere Unternehmen verfügen meist über Ressourcen und Infrastruktur, mit der sich solche Hürden einfacher bewältigen lassen, beispielsweise eigene Abteilungen, die sich ausschließlich mit digitalen und dazugehörigen rechtlichen Themen beschäftigen.

Der Mangel an Zeit stellt für Unternehmen die größte Herausforderung bei der Digitalisierung dar. (Bild:  SELLWERK)
Der Mangel an Zeit stellt für Unternehmen die größte Herausforderung bei der Digitalisierung dar.
(Bild: SELLWERK)

Sich selbstständig zu machen, bedarf Mut und Unterstützung, denn jede Unternehmerin und jeder Unternehmer schafft Lösungen und Arbeitsplätze vor Ort.

Michael Oschmann, CEO von Sellwerk

Vielversprechende Zukunft

Auch wenn sich Unternehmen mit Herausforderungen konfrontiert sehen, bietet die Digitale Transformation doch zahlreiche Chancen: Sie kann zu mehr Effizienz beitragen, Kosten senken oder die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Dass die Betriebe sich zudem ihrer Lücken in der Digitalisierung bewusst sind, lässt Raum für Verbesserungen. Digitale Tools können die Zusammenarbeit und Kommunikation auch über geografische Grenzen hinweg erleichtern, was neue Märkte und Partnerschaften erschließt. Mit der richtigen Investition, Zeit sowie einer passenden Unterstützung kann jedoch auch kleinen Unternehmen der Sprung zum Digital-Pionier ermöglicht werden.

„Der Blick in die Zukunft ist vielversprechend: KMU haben die Möglichkeit, durch Digitalisierung ihre Position zu stärken und die digitale Transformation als Chance für nachhaltigen Erfolg zu nutzen. Doch dafür ist es essenziell, dass Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten, um kleine Unternehmen zu entlasten und ihnen den Zugang zu digitalen Technologien zu erleichtern“, so Constanze Oschmann. „Nur so können wir sicherstellen, dass der Mittelstand, das Rückgrat unserer Wirtschaft, auch in Zukunft konkurrenzfähig bleibt und keiner den Anschluss verliert.“

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