Neuer Name, neues Glück? Devil wird in die Action-Mutter integriert

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Zum 1. April hat Karsten Hartmann den von ihm gegründeten Distributor Devil zum zweiten Mal verkauft, und diesmal ist es wohl endgültig. Denn die Devil GmbH verliert ihren Namen und wird eine vollwertige Action-Niederlassung.

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Karsten Hartmann hat seine Anteile verkauft, die Devil GmbH ist nun eine hundertprozentige Tochter der Action S.A.
Karsten Hartmann hat seine Anteile verkauft, die Devil GmbH ist nun eine hundertprozentige Tochter der Action S.A.
(Devil)

Am Montag ging es zum Notar, dort wurde es besiegelt: Der polnische Distributor Action S.A. kaufte die verbliebenen Anteile der Devil GmbH und ist nun hundertprozentiger Eigentümer des deutschen Distributors. Der hatte sich nach der Insolvenz bereits wieder ein wenig Luft verschafft: 28,5 Millionen Umsatz im zweiten Halbjahr 2013, 3.500 Kunden insgesamt, davon 2.000 aktive pro Monat, gab die Action S.A. Ende März bei der Bilanzpressekonferenz bekannt.

Hartmann, der zusammen mit Rechtsanwalt Steffen Helbing noch ein Drittel der Anteile hielt, trennte sich „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ von seiner Schöpfung. Er betont jedoch: „Im Vordergrund der Überlegungen steht die Sache, der Erfolg des Unternehmens. Und der Erfolg ist einfacher zu erreichen in dieser neuen Konstellation.“

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Während Helbing als Gesellschafter nun förmlich ausgeschieden ist, als Rechtsanwalt „in manchen Sachthemen noch involviert ist“ und dem Unternehmen natürlich verbunden bleibe, wird Hartmann auch weiterhin Teil der Geschäftsführung sein und so die Geschicke des Unternehmens nicht vollständig aus der Hand geben.

Mehr Power aus Polen

Die bisherige Entwicklung blieb hinter den Erwartungen zurück. Hartmann gibt zu: „In der bisherigen Konstellation – mit Action als Mehrheitseigner – konnten wir nicht die vollen Vorteile der Konzernmutter nutzen“. Deshalb sei die Erholung anfangs langsamer gelaufen als ursprünglich geplant. Zwar habe sich der Trend in den letzten Monaten beschleunigt. Doch es habe beispielsweise von Herstellern deutliche Signale gegeben, dass eine Zusammenarbeit davon abhängig ist, dass die Muttergesellschaft sich stärker bei dem deutschen Unternehmen engagiert.

„Mit einer Milliarde Euro Umsatz ist die Action-Distributoren-Gruppe rund doppelt so groß wie die mittelständischen Distributoren hierzulande, das schafft ganz andere Möglichkeiten“, so Karsten Hartmann im Gespräch mit IT-BUSINESS. Dazu gehören auch bessere Ratings von Kreditversicherern und attraktivere Konditionen bei den Banken. Beides spielt eine bedeutende Rolle, wenn ein Distributor wachsen will.

Flexibel, schnell und modern

„Wir möchten im Markt ein Zeichen für den Aufbau eines starken, professionellen Unternehmens setzen, das auf globalen Vertriebsstandards und auf starken partnerschaftlichen Beziehungen mit den auf dem deutschen Markt agierenden Herstellern und den Kunden basiert“, betont Piotr Bielinski, Vorsitzender des Vorstandes der Action S.A. Die ersten Monate der Zusammenarbeit mit der Devil GmbH hätten gezeigt, dass die Entscheidung richtig war, sich im deutschen Markt zu engagieren. In kurzer Zeit sei es gelungen, ein mit Action S.A. in Polen vergleichbares Unternehmen aufzubauen. Nun breche ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Unternehmens an: „Wir möchten ein Unternehmen aufbauen, das sich gegenüber der Konkurrenz durch eine überdurchschnittliche Flexibilität und eine schnelle Reaktion auf die Bedürfnisse unserer Kunden auszeichnet. Unser Ziel ist es, die neuesten Technologien zu liefern, neue Bereiche der Geschäftsentwicklung aufzuzeigen und unsere Partner durch gemeinsame Marketingmaßnahmen und Schulungen zu stärken!“, so Bielinski.

Abschied vom Teufel

Zu den Maßnahmen, die nun angeschoben werden, gehört die Integration der deutschen Tochter in die IT-Systeme des polnischen Distributors. Verbunden damit ist der Zugriff auf das vollständige Portfolio der Konzernmutter. Damit hofft man, mehr Kunden zu erreichen und mit den bestehenden Partnern größere Umsätze zu generieren. Doch dies ist ein mittelfristiges Projekt, das noch einiger Vorbereitungszeit bedarf.

Früher bemerkbar machen dürften sich dagegen eigene, neue Distributionsverträge, Zuletzt hatte die Devil GmbH unter anderem AMD und Intel als Partner gewonnen. Nun sollen schnell weitere folgen, um das Portfolio zu erweitern.

Augenfälligste Änderung im Zuge der Übernahme ist aber die Namensänderung, die zum 1. April 2014 in Kraft tritt: Da wird aus der Devil GmbH die Action Europe GmbH.

So ganz verabschieden mag sich Karsten Hartmann aber noch nicht von „seinem“ Unternehmensnamen. Er überlegt noch, in welcher Form die bekannte Marke künftig verwendet werden kann.

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