CES 2025 Deutschland erneut Innovations-Champion

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Die Bundesrepublik Deutschland ist auf der Technik-Messe CES erneut als eines der innovativsten Länder weltweit eingestuft worden. Außerdem entstehen trotz schwieriger Finanzierungsbedingungen für Gründer wieder deutlich mehr Start-ups in Deutschland.

Deutschland wurde auf der CES 2025 zum Innovations-Champion gekürt.(Bild:  Deivison - stock.adobe.com / KI-generiert)
Deutschland wurde auf der CES 2025 zum Innovations-Champion gekürt.
(Bild: Deivison - stock.adobe.com / KI-generiert)

CES-Messechef Gary Shapiro, Chef der Consumer Technology Association (CTA), überreichte die Auszeichnung an Digitalminister Volker Wissing (parteilos), der mit einer Delegation nach Las Vegas gekommen war. Neben Deutschland wurden noch 24 andere Länder in die höchste Kategorie eines „Innovations-Champions“ eingeordnet. Die höchste Auszeichnung erhielten Länder mit gut ausgebildeten Fachkräften, schnellem Breitbandinternet, einem unternehmerfreundlichen Klima und Offenheit für neue Technologien.

Shapiro sagte, das Bewertungssystem sei 2019 eingeführt worden. „Es soll das Land nach den Richtlinien und Praktiken einstufen, die das Feuer der Innovation schüren oder dem Fortschritt im Wege stehen.“ Dabei untersuche die CTA, welche Länder über die politischen, wirtschaftlichen und demografischen Gegebenheiten verfügten, die Innovatoren dazu anregten, die Zukunft zu erfinden. „Es geht dabei nicht nur darum, Investitionen zu bewerten und den bürokratischen Aufwand für Start-ups zu reduzieren, sondern auch anzuerkennen, dass Länder die Meinungsfreiheit gewährleisten, Möglichkeiten für eine vielfältige Arbeitsumgebung schaffen und die Grundfreiheiten der Menschen respektieren können.“

Bessere Außenwahrnehmung

Wissing sagte, der Innovationspreis mache Mut und stimme ihn optimistisch. „Der Preis ist aber auch ein gutes Beispiel dafür, dass wir uns in Deutschland in vielen Bereichen schlechtreden.“ Im Ausland werde der Standort positiver wahrgenommen. „Made in Germany ist hier immer noch beliebt.“ Mit Blick auf die CES-Aussteller aus der Bundesrepublik könne man sagen, dass die Innovationen, die hier gezeigt werden, deutlich machen, dass Deutschland „ganz vorn mit dabei“ sei.

Als Innovations-Champions wurden neben Deutschland auch Australien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Island, Israel, Japan, Kanada, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Singapur, Südkorea, Spanien, die Tschechische Republik und die Vereinigte Staaten ausgezeichnet.

Zahl der Start-up-Gründungen steigt trotz Krise kräftig

Trotz schwieriger Finanzierungsbedingungen für Gründer entstehen wieder deutlich mehr Start-ups in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden 2.766 Wachstumsfirmen gegründet und damit rund 11 Prozent mehr als im Vorjahr (2.498), wie Daten des Startup-Verbands zeigen.

„Die aktuellen Zahlen sind ein starkes Signal für den Standort Deutschland“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Helmut Schönenberger. Dem Startup-Verband zufolge erholten sich die Gründungszahlen fast bundesweit von früheren Rückgängen. Gut ein Fünftel der Gründungen (618) entfiel auf den Bereich Software. Hier zeige sich der Boom rund um Künstliche Intelligenz.

Mit dem Anstieg der Gründungen wurde auch das Niveau von 2022 leicht übertroffen, der Spitzenwert 2021 mit knapp 3.200 Neugründungen inmitten des Digitalisierungsbooms in Corona-Zeiten aber verfehlt. Zugleich beobachtet der Verband seit 2021 eine steigende Zahl von Insolvenzen. In der aktuellen Konjunkturflaute seien vor allem Online-Händler betroffen.

Heidelberg bei Gründungen pro Kopf vorne

Während die meisten Wachstumsfirmen 2024 erneut in Metropolen wie Berlin (498), München (203) und Hamburg (161) entstanden, glänzten auch forschungsnahe Standorte: Gemessen an den Gründungen pro 100.000 Einwohnern stand Heidelberg mit einem Wert von 13,5 knapp vor München und Berlin. In Heidelberg gebe es seit Jahren viele Gründungen im Umfeld der Universität, heißt es in der Studie, für die die Analysefirma Startupdetector Handelsregisterdaten ausgewertet hat.

Auf den Plätzen vier bis sechs folgen mit Aachen, Darmstadt und Potsdam ebenfalls Universitätsstädte. Das unterstreiche die Bedeutung hochschulnaher Standorte, „die neben dem internationalen Hotspot Berlin zunehmend das zweite Erfolgsmodell Deutschlands darstellen“.

Erholung von tiefer Krise

Deutsche Start-ups hatten in der Pandemie von einem Digitalisierungsschub und niedrigen Zinsen profitiert – Lieferdienste etwa erlebten einen Boom. Doch als mit der Inflation auch die Zinsen stiegen und Konjunktursorgen wuchsen, hielten sich Investoren zurück: Die Investments in Start-ups brachen 2023 ein, viele Start-ups strichen Jobs.

Im laufenden Jahr zeichnet sich der Förderbank KfW und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY zufolge eine Erholung beim Geld für Start-ups ab.

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