Auf Grund rasant wachsender Datenmengen wird es für Mitarbeiter in der gesamten Organisation immer schwieriger, einen echten Mehrwert aus den Unternehmensdaten zu generieren. Genau darauf kommt es aber an, um langfristig innovativ und wettbewerbsfähig zu sein. Otto Neuer, Regional VP und General Manager bei Denodo, erklärt, wie Unternehmen wieder Herr ihrer Daten werden.
Rasant wachsende Datenmengen in heterogenen Datenlandschaften – das ist eine der dringendsten Herausforderungen im Datenmanagement. Doch auf Besserung ist nicht zu hoffen, schließlich kommen kontinuierlich neue Datensätze, Quellen und Konsumenten hinzu.
Die Bedeutung von Datenmanagement hat sich mittlerweile sicherlich bis in jedes Unternehmen herumgesprochen, und datengetriebene Entscheidungen sind ein Muss – zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis kämpfen Unternehmen mit allerlei Herausforderungen in ihrem Datenmanagement, die sich negativ auf die tatsächliche Datennutzung auswirken. In großen Unternehmen in Deutschland zählen laut dem „Denodo Data Gap Report 2023“ dazu etwa:
die Automatisierung des Datenmanagements in komplexen Umgebungen (24 Prozent),
das Fehlen qualifizierter Mitarbeiter in diesem Bereich (21 Prozent),
schlicht zu viele Daten (20 Prozent).
Betrachtet man diese Probleme genauer, wird deutlich, dass die Komplexität der Dateninfrastrukturen eher zunimmt. So sind heterogene Umgebungen heute aufgrund des zunehmenden Umstiegs auf die Cloud die Norm. Mehr als jedes zweite Unternehmen (56 Prozent) speichert etwa seine Daten sowohl On-Premises als auch in Private-Cloud- und Public-Cloud-Systemen. Hinzu kommt ein Drittel (34 Prozent), das Services mehrerer Public-Cloud-Anbieter gleichzeitig nutzt (Multi-Cloud).
Verwunderlich ist diese Entwicklung nicht, kann die Cloud doch insbesondere im Hinblick auf Flexibilität, Skalierbarkeit oder Effizienz hohe Vorteile bringen. Aber auch die lokale Infrastruktur wird in vielen Fällen weiterhin benötigt, zum Beispiel um sensible und geschäftskritische Daten zu speichern. Hinzu kommt, dass viele dieser Systeme isoliert voneinander arbeiten und Daten sich entsprechend in Silos befinden.
Daneben zeigen die neuesten Zahlen des IKT-Branchenverbands Bitkom außerdem, dass der IT-Fachkräftemangel mit 149.000 unbesetzten Stellen einen neuen Höchststand erreicht hat. Es gibt in Deutschland einfach nicht genug ITler, was natürlich auch die Experten für Datenmanagement betrifft. Und dass die Menge der Daten praktisch täglich wächst, ist wahrlich keine neue Erkenntnis und lässt sich auch nicht verhindern.
Diese – und weitere Herausforderungen – sorgen dafür, dass Unternehmen nicht in der Lage sind, das Optimum aus ihren Daten herauszuholen. So glauben zwar zwei Drittel der im „Denodo Data Gap Report 2023“ befragten Führungskräfte (68 %), dass ihr Unternehmen bereits jetzt zeitnah Erkenntnisse und Empfehlungen aus Daten liefern kann und diese effektiv genutzt werden, es aber dennoch Verbesserungsbedarf gibt. Und wenn entscheidende Informationen fehlen, treffen Unternehmen schlechte Entscheidungen.
Die Zeit des logischen Datenmanagements bricht an
Doch die Situation lässt sich wieder in den Griff bekommen und das Potenzial von Daten voll ausschöpfen. Der Schlüssel hierfür ist die Datenarchitektur. Aktuell haben 70 Prozent der Befragten das Gefühl, dass ein zentraler Ansatz für das Datenmanagement für die Bedürfnisse ihres Unternehmens derzeit am besten ist. Aber ist dem wirklich so, insbesondere angesichts der bereits erwähnten Herausforderungen?
Schließlich müssen bei einem zentralen Ansatz alle Unternehmensdaten in ein gemeinsames zentrales Data Repository bewegt beziehungsweise kopiert werden. Dieses Vorgehen kann allerdings mit einer verminderten Datenqualität einhergehen. Zudem entstehen im Laufe der Zeit – entgegen dem Vorhaben – oft weitere solcher Datenspeicher, sprich es entstehen neue Silos. Auch ist nicht sichergestellt, dass tatsächlich alle Daten gefunden und in das Data Repository kopiert werden.
Es kann deshalb deutlich sinnvoller sein, einen dezentralen Ansatz zu verfolgen, dessen Vorteile immerhin bereits vier von fünf Befragten (81 %) bewusst sind. Dazu gehört etwa, dass die Daten an ihrem physischen Ort verbleiben können und stattdessen mithilfe einer Virtualisierungsplattform in einer logischen Schicht dargestellt werden. An eine solche Plattform können im besten Fall unzählige Datenquellen – ob lokal oder in der Cloud – angeschlossen werden, um alle Daten in Echtzeit abrufen zu können.
Letzteres stellt sicher, dass Nutzer immer auf die neueste Version von Daten zugreifen, was bei einem zentralen Ansatz nicht gegeben ist, wenn Daten außerhalb des Data Repository verändert werden. Grundsätzlich sind in einer logischen Datenarchitektur das zentrale und dezentrale Datenmanagement kein Widerspruch. Denn in eine logische Datenschicht lassen sich auch zentrale Komponenten, wie Data Warehouses und Data Lakes, integrieren.
Self-Service statt Abhängigkeit von IT-Experten
Entscheidend ist allerdings so oder so – auch laut 69 Prozent der befragten Führungskräfte in Deutschland – ein Datenkatalog, Datenmenü oder Nachschlagewerk, das Auskunft über die in der Organisation vorhandenen Daten gibt. Angesichts der riesigen und stetig weiterwachsenden Datenmengen haben Geschäftsanwender ohne ein solches Werkzeug keine Chance, herauszufinden, welche Daten ihnen überhaupt zur Verfügung stehen.
Stand: 08.12.2025
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Noch einfacher gelingt dies, wenn hierbei Künstliche Intelligenz (KI) wie ChatGPT zum Einsatz kommt. Denn smarte Chatbots können natürliche Sprache in Abfragen in Structured Query Language (SQL) umwandeln, um Daten zu suchen. Damit sind nicht mehr nur die rar gesäten IT-Experten in der Lage, relevante Daten zu finden, um nach und nach die Anfragen ihrer Kollegen abzuarbeiten, sondern alle Mitarbeiter können sie selbstständig suchen und mit ihnen arbeiten. So steigt die Datenkompetenz im gesamten Unternehmen, was sich als Konsequenz positiv auf Entscheidungen auswirken wird.
Fazit
Otto Neuer, Regional VP und General Manager bei Denodo.
(Bild: Denodo)
Die Datenmengen in Unternehmen werden nicht weniger werden, im Gegenteil. Aber Unternehmen müssen sich dem nicht geschlagen geben. Stattdessen können sie sich eine logische Datenarchitektur zunutze machen, bei der Daten an ihrem Originalspeicherort verbleiben können, unabhängig davon, ob sich dieser On-Premises oder in der Cloud befindet, und die Mitarbeiter in Echtzeit auf sie zugreifen können. Ermöglichen intelligente Datenplattformen dann auch noch mithilfe von KI einen einfachen Zugang für alle Mitarbeiter, können sie in allen Bereichen das wahre Potenzial von Daten erschließen.
* Der Autor: Otto Neuer, Regional VP und General Manager bei Denodo