Angetestet: Bleujour Kubb Der Tiger im Würfel

Von Klaus Länger

Im Hands-on-Test diesmal kein Notebook sondern ein Mini-PC mit Tiger-Lake-CPU. Der Clou beim würfelförmigen Kubb ist dabei, dass sein Gehäuse in einer Fülle an Farben und Materialien lieferbar ist. Wir sehen uns auch die inneren Qualitäten des kleinen Würfel-Rechners an.

In unserem Bleujour-Kubb-Testgerät arbeitet als CPU der Mobilprozessor Core i5-1135G7 von Intel. Er ist auf dem winzigen Intel-Mainboard NUC11TNKi5 aufgelötet, das die Basis des kleinen Würfelrechners bildet.
In unserem Bleujour-Kubb-Testgerät arbeitet als CPU der Mobilprozessor Core i5-1135G7 von Intel. Er ist auf dem winzigen Intel-Mainboard NUC11TNKi5 aufgelötet, das die Basis des kleinen Würfelrechners bildet.
(Bild: Bleujour)

Viele Mini-PCs sind so gebaut, dass sie ­möglichst nicht auffallen oder sogar mittels VESA-Mount hinter einem Monitor verschwinden können. Beim Kubb von Bleujour ist das anders: Der würfelförmige Rechner ist auch ein Design-Objekt für den Schreibtisch oder den Empfangsbereich ­einer Firma. Er ist als Kubb Essentielle mit einem Metallgehäuse lieferbar, das der Hersteller in elf Farben, verspiegelt oder mit individuellem Design anbietet, sowie als Wood Kubb mit Holzgehäuse. Bleujour bietet die handwerklich gefertigten Gehäuse auch solo an. So kann der Kubb einfach sein Aussehen ändern.

Mit einer Kantenlänge von zwölf Zentimetern ist der Kubb ein gutes Stück größer, als er eigentlich sein müsste. Denn das Chassis mit dem winzigen Mainboard, den ­Anschlüssen auf der Rückseite sowie Platz für eine 2,5-Zoll SSD oder HDD belegt nur etwa die Hälfte des würfelförmigen Gehäuses, das beim Testgerät in einer Graphit­optik lackiert ist. Das Lösen von vier Schrauben genügt, um das Chassis vom ­Gehäuse zu trennen.

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Intel-NUC-Mainboard als Basis

Als Basis für das Testgerät dient das Intel-Mainboard NUC11TNKi5 mit dem Mobile-Prozessor Core i5-1135G7, der mit seiner Iris-Xe-GPU ebenfalls für die Grafik zuständig ist. Im Core i5 ist allerdings die kleinere Iris Xe mit 80 Ausführungseinheiten (EUs) integriert, während die Core-i7-­Modelle mit 96 EUs aufwarten. Die Quadcore-CPU aus der Tiger-Lake-Familie kann auf 16 GB DDR4-3200 als Arbeitsspeicher zugreifen. Der Hersteller hat ein 16-GB-SO-DIMM montiert und nutzt damit nur einen der beiden Speicherkanäle. Allerdings steht so ein Slot für ein zusätzliches Speichermodul zur Verfügung. Als Massenspeicher sitzt die schnelle M.2-PCIe-4.0-SSD Firecuda 520 von Seagate auf dem Mainboard. Sie bietet eine Speicherkapazität von 500 GB. Zusätzlich bietet die Platine noch Platz für eine kurze M.2-SATA-SSD. Und im Gehäuse ist noch Platz für eine 2,5-Zoll-SSD oder HDD. Das Anschlusskabel ist ­bereits montiert. Auf der Rückseite des Würfels ist eine üppige Auswahl an Schnittstellen versammelt: Zwei mal Thunderbolt (3 und 4), 5 x USB 2.0, 1 x USB 3.2 Gen2, zwei HDMI-Ausgänge und Gigabit-LAN. Weiter sitzen dort noch der Powerbutton und die beiden Antennen für die Intel-­WiFi-6-Karte AX201. Ein Kartenleser fehlt jedoch. Versorgt wird der Kubb durch ein externes 120-Watt-Netzteil, das allerdings sehr klobig ist und besser unter dem Tisch verschwindet.

Höhere Leistung mit zwei Speicherriegeln

Die Leistung des Kubb bewegt sich mit 3.801 Punkten im Anwendungsbenchmark PCMark 10 Extended auf dem Niveau vergleichbarer Notebooks und reicht damit auch für anspruchsvolle Desktop-Anwendungen sehr gut aus. Wer mit dem Kubb spielen will, der sollte den Rechner auf jeden Fall mit zwei Speichermodulen ordern. Dann läge die Leistung etwa 20 bis 30 Prozent höher als die 11.754 Zähler, die der Rechner im 3D Mark Night Raid erzielt. Insgesamt reicht die 3D-Leistung aber auch dann nur für ältere oder weniger anspruchsvolle 3D-Games aus, auch wenn die Iris Xe zu den schnellen integrierten Grafikeinheiten zählt. Angenehm niedrig ist die Leistungsaufnahme mit 11 bis 13 Watt Idle und 15 bis 46 Watt bei Office-Anwendungen. Im 3D-Mark genehmigt sich der kleine Rechner bis zu 60 Watt. Hier macht sich dann auch der Lüfter im Gehäuseboden deutlicher bemerkbar, der im Officebetrieb kaum zu hören ist.

Fazit: Stylische Hülle und solide Leistung

Für einen Mini-PC ist der Bleujour Kubb ausgesprochen flott unterwegs. Zudem wartet er mit guter Ausstattung und modernen Schnittstellen auf. Mit einem Preis von 1.035 Euro ist Würfel zwar ein gutes Stück teurer als ein vergleichbarer Intel NUC 11 Pro, dafür aber ein echtes Designstück. Beim Kauf des Kubb sollte man allerdings darauf achten, dass der Rechner mit zwei Speicherriegeln bestückt ist.

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