S/4HANA-In-Memory-Technologie Der SAP-Datenteufel steckt im Detail

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Die Umstellung auf S/4HANA-In-Memory-Technologie verknappt das Angebot an zur Verfügung stehenden SAP-Beratern. Vielerorts werden bei der Gelegenheit, Prozesse in den Projekten umgekrempelt, was den Aufwand erhöht. Und dann ist da noch die Sache mit den Daten.

Die Datenbankgrundlage eines SAP-Systems wird auf In-Memory-Technologie und für das Cloud-Zeitalter getrimmt.(Bild:  Midjourney / Stefan Riedl)
Die Datenbankgrundlage eines SAP-Systems wird auf In-Memory-Technologie und für das Cloud-Zeitalter getrimmt.
(Bild: Midjourney / Stefan Riedl)

Die Support-Uhr tickt und erzeugt Handlungsdruck in den IT-Abteilungen vieler Unternehmen, die SAP nutzen. So wird die Wartung für SAP ECC (ERP Central Component) 2027 eingestellt. Das veranlasst Kunden zur Systemerneuerung und Migration auf S/4HANA.

Ungefähr 70 Prozent der SAP ECC-Kunden müssen noch auf S/4HANA migrieren.

Christian Geckeis, General Manager DACH, Informatica

Prozesse neu gestalten

Im Zuge dessen geht es an die Prozesse im Unternehmen, weiß Christian Geckeis, General Manager DACH bei Informatica. „SAP S/4HANA bietet die Möglichkeit, Prozesse neu zu gestalten, um den sich ständig ändernden Anforderungen gerecht zu werden“, so der Manager. Informatica spielt bei diesen Projekten im Zusammenhang mit Datenmanagement eine Rolle, denn beispielsweise bei der Umwandlung der Kunden- beziehungsweise Lieferanten-Stammdaten in ECC in das Geschäftspartner-Datenmodell in S/4HANA können Datenqualitäts- und Synchronisationsprobleme entstehen. In Projekten gehen Informatica-Partner solche Herausforderungen mit der hauseigenen „Data Management Cloud“ an, um Datenqualität und -integration, Stammdatenverwaltung, Data Governance und SAP-spezifische Datenmanagement-Assets zu wuppen.

Es mangelt an SAP-Beratern

Christian Geckeis, General Manager DACH, Informatica(Bild:  Informatica)
Christian Geckeis, General Manager DACH, Informatica
(Bild: Informatica)

„Ungefähr 70 Prozent der SAP ECC-Kunden müssen noch auf S/4HANA migrieren“, taxiert Geckeis. Mit Blick auf 2027 ist die Herausforderung, gute SAP-Berater für die Implementierung zu finden. Dazu kommt, dass die „Greenfield“-Implementierungen von S/4HANAalso jene, bei denen von Grund auf neue gezimmert wird, durch SAP-Förderprogramme wie „RISE with SAP“ und „Grow with SAP“ zunehmen. Auch das kostet Berater-Ressourcen.

Auf Du und Du mit den Daten

„Unternehmen sollten sich in der Planungsphase der Modernisierung die Zeit nehmen, den Zustand ihrer Daten in ihrer aktuellen Landschaft zu verstehen“, sagt der Informatica-Chef. Unter anderem folgende Fragen seien dabei zu beantworten: „Welche Daten befinden sich wo? Wie ist die Qualität der Daten an diesem Ort? Gibt es mehrere Orte, an denen dieselben Informationen gespeichert sind?“

Geckeis weiß aus der Praxis, dass SAP-Migrationen häufig dazu genutzt werden, mehrere Systeme gleichzeitig in das neue S/4-System zu konsolidieren, da dies eine Gelegenheit zur Kostensenkung und Vereinfachung der Systemlandschaft ist. Die Folge: Es werden Alt- und Neusysteme über einen längeren Zeitraum hinweg gleichzeitig genutzt. Allerdings sind Geschäftsprozesse in der Regel nur entweder im alten oder im neuen System verfügbar, sie nutzen und aktualisieren aber möglicherweise die gleichen Daten.

Automatisierte Datenproblemlösungen

Hier steckt in Projekten der Teufel dann im Detail, denn das bedeutet, dass die Daten synchron gehalten werden müssen, aber auch, dass Duplikate aufgelöst werden müssen, wenn sie durch Parallelsysteme entstehen. „Dieser Prozess muss automatisiert werden, da er oft in Echtzeit abläuft und Datenprobleme sofort gelöst werden müssen, bevor sie die Prozesse und ihre Ergebnisse gefährden“, so der Informatica-Manager.

Projektarbeit an und mit Daten

Zu Beginn der Arbeit mit den Daten steht die automatisierte Datenermittlung, also die Identifizierung von Datenbeständen in verschiedenen SAP-Systemen. Dieser folgt die Stammdatenverwaltung der Kunden-, Produkt-, Lieferanten- und Mitarbeiterinformationen über alle SAP-Systeme hinweg. Automatisierte Datenintegration unterstützt dabei die Konsolidierung und Integration für SAP S/4HANA, CRM, SCM und anderen Anwendungen. „Datenmigrationen erfolgen in der Regel schrittweise – ist dies kein einmaliges To-do, sondern muss wiederholt durchgeführt werden“, weiß Geckeis. Der omnipräsenten Mangel an SAP-Beratern ist in diesem Zusammenhang nicht hilfreich. Ohne Automatisierung würden die Zeit- und Kostenaufwände daher mitunter aus dem Ruder laufen.

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