Enterprise-Resource-Planning Das sind die Trends im ERP-Business

Von Dr. Stefan Riedl 2 min Lesedauer

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An KI kommt niemand mehr vorbei, auch die Akteure im ERP-Geschäft nicht. In diesem Segment pflügt der disruptive Charakter der Technologie besonders tiefe Furchen. Hamburger Unternehmensberater haben diesen Acker genauer untersucht.

ERP-Software entwickelt sich dank dem Einfluss Künstlicher Intelligenz enorm weiter.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
ERP-Software entwickelt sich dank dem Einfluss Künstlicher Intelligenz enorm weiter.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Unternehmen können bald auf neue KI-Features hoffen, die so gut wie jeden Bereich der Bildschirmarbeit betreffen: Datenauswertung, Cloud-Migration, Kunden­anfragen und Kostenoptimierung – alles soll schöner schneller, besser werden, dank Künstlicher Intelligenz. Moderne ERP-Systeme bieten Werkzeuge für automatisierte Routinen, Analytics und flexible Workflows. „Während einige Unternehmen Risiken und Lernkurven sehen, nutzen Early Adopters neue Technologien strategisch zur Stärkung ihrer Wertschöpfung“, postuliert die Unternehmensberatung SoftSelect, die in der Studie „SoftTrend Studie 301 – ERP-­Software 2024“ einen Überblick zu den Lösungsanbietern im ERP-Bereich und der Gesamtgemengelage erstellt hat.

KI und Echtzeit-APIs

Die Integration von KI in Geschäftsanwendungen nimmt laut SoftSelect dank Echtzeit-APIs rasant zu. KI-Assistenten wie ChatGPT, Copilot und Gemini seien aufgrund ihrer Fähigkeit, menschenähnliche Antworten zu generieren, äußerst beliebt. Seit Mai 2024 bietet ChatGPT Version 4o eine Echtzeit-API, die es ERP- Nutzern ermöglicht, ihre Produktivsysteme intuitiver zu nutzen. So können Benutzer komplexe Anfragen in natürlicher Sprache stellen. „Dies erleichtert die Nutzung und verbessert die Effizienz erheblich“, heißt es von den Unternehmensberatern. Zum Beispiel können Benutzer einfach fragen: „Zeige mir den Umsatz von Produkt X im letzten Quartal“, ohne durch mehrere Menüs navigieren zu müssen.

Funktionstiefe gedeiht

Der Leistungsumfang von ERP-Systemen wächst tendenziell.(Bild:  Softselect)
Der Leistungsumfang von ERP-Systemen wächst tendenziell.
(Bild: Softselect)

Ein Ergebnis der Studie ist, dass das Leistungsangebot der ERP-Anbieter sowohl in der Breite (Cloud-Angebote, Apps, Geschäftsanalytik) als auch in der Tiefe (den Funktionen) wächst. ERP-Hersteller integrieren demnach zunehmend CRM-Funktionen, während CRM-Anbieter ERP-Funktionen wie Faktura und Mahnwesen übernehmen. Eine Analyse zeigt, dass die meisten ERP-Systeme CRM (90 %), Waren- und Materialwirtschaft (88 %) und Dokumentenmanagement (81 %) unterstützen, aber weniger häufig Personalmanagement (69 %), Supply Chain Management (69 %) und Personalabrechnung (50 %). Die Nachfrage nach integrierten Projektmanagement-, Business Intelligence- und Dokumentenmanagementfunktionen wird von immer mehr ERP-Anbietern berücksichtigt.

Bereitstellungsmodelle

Auch Inhouse-Betrieb kann Cloud-basiert im Sinne einer Private Cloud stattfinden.(Bild:  Softselect)
Auch Inhouse-Betrieb kann Cloud-basiert im Sinne einer Private Cloud stattfinden.
(Bild: Softselect)

Die Studie legt nahe, dass die meisten ERP-Anbieter weiterhin auf klassische Inhouse-Lösungen setzen, wobei 90 Prozent der untersuchten Systeme vor Ort im Unternehmen bereitgestellt werden. Das Angebot an Cloud-Lösungen, beziehungsweise Software as a Service (SaaS) ist jedoch gestiegen. SaaS habe den Serviceaufwand und Kosten tendenziell reduziert, aber auch die Individualisierbarkeit eingeschränkt. Die Vorteile sind die Abrechnung nach Nutzung, Skalierbarkeit, die geringere Kapitalbindung, die schnelle Einsatzbereitschaft und erweiterte Serviceangebote. Zu den Nachteilen zählen einhergehender Kontrollverlust, die Abhängigkeit vom Anbieter, Probleme durch langsame Internetverbindungen und Sicherheitslücken.

SaaS-Akzeptanz steigt

Die Akzeptanz von SaaS im ERP-Segment ist gestiegen: 2018 waren nur 7 Prozent der IT-Leiter offen für ERP aus der Cloud, heute sind es 47 Prozent, vorausgesetzt die Datenverarbeitung erfolgt innerhalb der EU und es gibt stabile Internetverbindungen. On-Demand-Modelle sind im ERP-Segment weniger verbreitet als in HR, CRM oder Projektmanagement, da ERP-Lösungen oft individualisiert werden müssen. ASP-Strukturen oder private Cloud-­Lösungen seien daher attraktiver für viele Firmen.

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