IT-Trends 2024 Cybersicherheit 2024: ein Ausblick

Von Alexander Siegert 3 min Lesedauer

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Die Cybersicherheitslandschaft und geopolitische Lage haben sich 2024 erneut verschärft. Die Cybersecurity-Experten von Onapsis wagen einen Blick in die Glaskugel und geben einen Ausblick, welche Trends und Entwicklungen die Cybersicherheit 2024 prägen werden.

Die Nachfrage nach Cybersicherheitslösungen soll vor allem wegen der wachsenden Anzahl an Angriffen steigen, prognostiziert Onapsis.(Bild:  sizsus - stock.adobe.com)
Die Nachfrage nach Cybersicherheitslösungen soll vor allem wegen der wachsenden Anzahl an Angriffen steigen, prognostiziert Onapsis.
(Bild: sizsus - stock.adobe.com)

Ein Jahr mit einem nie dagewesenen KI-Hype, ausgelöst durch den Launch von ChatGPT geht zu Ende. Für Onapsis CTO JP Perez-Etchegoyen wird dies enorme Auswirkungen auf die Cybersicherheit im kommenden Jahr haben:

„Mit den steigenden Investitionen in KI wird es 2024 zu einem grundlegenden Wandel in der KI-Security kommen. KI-Modelle, insbesondere Large Language Models und generative KI, werden branchenübergreifend und in allen Bereichen der Softwarekette Einzug halten. Der Bedarf, diese Technologien vor neuen Bedrohungen wie Prompt Injection und anderen bösartigen Angriffen zu schützen, wird ein bislang nie dagewesenes Ausmaß erreichen. Obwohl diese Technologien noch relativ neu sind, werden strenge Sicherheitsmaßnahmen, noch wichtiger und stellen einen Wendepunkt in der Entwicklung der KI-Technologie dar. Angesichts der enormen Datenmengen und der neuen Anforderungen wird es verstärkte Bemühungen geben, Rahmenbedingungen festzulegen und ein verantwortungsvolles Wachstum dieser transformativen Technologie zu fördern.“

Manipulierte Daten als strategische Waffe

Staatliche Akteure werden auf manipulierte Daten als strategische Waffe zurückgreifen. Davon ist Paul Ladanski, Security Research bei Onapsis überzeugt:

„Die Herausforderung, seriöse Daten von gefälschten Informationen zu unterscheiden, wird weiterhin im Mittelpunkt des globalen Interesses stehen. Staatliche Akteure werden versuchen, Daten für ihre strategischen Interessen zu manipulieren und als Waffe einzusetzen. Da Regierungen und Länder mit wachsenden Bedrohungen durch Ransomware und Kryptowährungen konfrontiert sind, ist damit zu rechnen, dass der Informationskrieg noch komplexer wird. Mit der Verbreitung der generativen KI können Angreifer innovative Techniken einsetzen, um überzeugend Desinformation zu generieren und die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge weiter zu verwischen. Das Katz-und-Maus-Spiel der Cybersecurity wird weitergehen und Regierungen nicht nur dazu zwingen, ihre kritischen Infrastrukturen abzusichern, sondern auch massiv in die Entwicklung innovativer Technologien zur Überprüfung der Authentizität von Daten und zum Schutz vor böswilliger Datenmanipulation zu investieren.“

Nachfrage nach Cybersicherheitslösungen steigt

Aufgrund der steigenden Anzahl von Cyber-Angriffen ist laut Etchegoyen aber auch mit einer steigenden Nachfrage nach Cybersicherheitslösungen zu rechnen:

„Im kommenden Jahr werden wir eine steigende Nachfrage nach Security-Maßnahmen und höheren Sicherheitsgarantien von Kunden aus verschiedenen Branchen sehen. Cybersicherheit wird angesichts der Vielzahl von Bedrohungen immer bedeutender. Zudem ist im kommenden Jahr mit einer Zunahme von Supply-Chain-Angriffen zu rechnen, verursacht durch geopolitische Spannungen und neue Angriffsmethoden. Diese sich intensivierende Bedrohungslage hat globale Auswirkungen, die sich in einer Zunahme von Ransomware-Vorfällen, E-Mail-Kompromittierungen und der Ausnutzung von Zero-Day-Schwachstellen zeigen werden. Unternehmen müssen sich daher auf wachsende Herausforderungen in der Cybersicherheit einstellen, um ihre digitalen Ressourcen und das Vertrauen ihrer Kunden zu schützen. Und das bei gleichzeitig strengerer Budgetkontrolle in allen Unternehmensbereichen, einschließlich der IT-Security. Unternehmen müssen ihre Security-Ausgaben priorisieren und gezielt auf Automatisierung, z. B. bei der ERP-Sicherheit, setzen.“

Steigende Kosten für Cyberschäden

Die durch Angriffe verursachten Schäden sollen auch im kommenden Jahr steigen:

„2024 werden wir einen deutlichen Anstieg der Versicherungsansprüche im Zusammenhang mit Cyberangriffen erleben. Es ist zu erwarten, dass die Versicherungsbranche strengere Anforderungen etablieren und von Vorständen und Führungskräften Transparenz und ein umfassendes Verständnis der eigenen Cybersecurity verlangen wird. Ähnlich wie in von Naturkatastrophen betroffenen Regionen, in denen die Versicherungspolicen für Schäden nicht länger aufrechterhalten werden können, werden die steigenden Kosten von Cyberschäden die Versicherer dazu veranlassen, ihre Angebote neu zu bewerten. Dies wird zu neuen Anforderungen führen, die neben dem Nachweis von Fachkenntnissen der Führungsebene auch die Einführung zuverlässiger Prozesse und technologischer Rahmenbedingungen beinhaltet, damit Unternehmen effizient auf Vorfälle reagieren können. So sollen z. B. proaktiv gut vorbereitete Checklists bei Cyberangriffen zum Einsatz kommen, anstatt der bloßen Anfrage nach Wiederherstellung.“, so

Volker Eschenbächer, Vice President, Sales Europe (Central, South & East) bei Onapsis.

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