Allianz Risk Barometer 2025 Cyberattacken dominieren auch 2025 die Risikoliste

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

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Jedes Jahr ermittelt der zum Münchner Allianz-Konzern gehörende Unternehmensversicherer Allianz Commercial die größten Geschäftsrisiken weltweit. Auch dieses Mal rangieren Cyberattacken auf Platz 1. Ab dem 5. Platz gibt es jedoch erhebliche Unterschiede zum Vorjahr.

Das Allianz Risk Barometer ermittelt jedes Jahr die wichtigsten Geschäftsrisiken.(Bild:  GraphicSpark - stock.adobe.com)
Das Allianz Risk Barometer ermittelt jedes Jahr die wichtigsten Geschäftsrisiken.
(Bild: GraphicSpark - stock.adobe.com)

Wenig spektakulär ist, dass Cyberangriffe zum vierten Mal die Liste der größten Geschäftsrisiken weltweit und in Deutschland dominieren. Die Attacken nehmen zu, werden auch durch KI immer ausgefeilter und kosten immer mehr Geld. Kein Wunder also, dass 38 Prozent der von Allianz Commercial für das Allianz Risk Barometer 2025 Befragten (weltweit) und sogar 47 Prozent der deutschen Studienteilnehmer dies als größte Gefahr sehen. „Angesichts der zunehmenden Technologieabhängigkeit wird es wahrscheinlich auch in Zukunft ein Hauptrisiko für Unternehmen bleiben. Der CrowdStrike-Vorfall im Sommer 2024 hat uns vor Augen geführt, wie abhängig wir alle von sicheren IT-Systemen sind“, kommentiert Rishi Baviskar, Global Head of Cyber Risk Consulting bei Allianz Commercial. Von den Cyberattacken sind in Deutschland Angriffe auf kritische Infrastrukturen und Sachwerte am meisten gefürchtet (62 %), gefolgt von Malware-Angriffen und Ransomware-Vorfällen.

Platz 2: Betriebsunterbrechungen

Auch Platz 2 ist wenig überraschend: Da Betriebsunterbrechungen eng mit anderen Risiken verknüpft sind, landen sie seit zehn Jahren im Risk Barometer auf einem der ersten Plätze. Weltweit fürchten 31 Prozent der Befragten Betriebsunterbrechungen, in Deutschland sind es 40 Prozent. Vor allem Unterbrechungen der Lieferkette, beispielsweise durch die Huthi-Angriffe im Roten Meer, treten gehäuft auf und verursachen zusätzliche Ausfallzeiten und erhebliche wirtschaftliche Schäden. Michael Bruch, Global Head of Risk Advisory Services bei Allianz Commercial, sieht es folgendermaßen: „Das Streben nach technologischem Fortschritt und Effizienz wirkt sich auf die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten aus. Automatisierung und Digitalisierung haben Prozesse erheblich beschleunigt. Bei effektiver Umsetzung erhöhen diese Technologien die Widerstandsfähigkeit, indem sie bessere Datenanalysen, Vorhersagen und agilere Reaktionsmöglichkeiten bieten. Aus diesem Grund wird der Aufbau und die Investition in Resilienz für jedes Unternehmen wichtiger.“

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Platz 3 und 4: Naturkatastrophen und Änderungen in der Gesetzgebung und Regulierung

Wieder auf Platz 3 landen weltweit und in Deutschland mit je 29 Prozent die Naturkatastrophen. Vor allem Griechenland, Hongkong, Japan, Kroatien, Österreich, Rumänien, Slowenien, Spanien und die Türkei standen 2024 hier im Fokus. Doch allein die versicherten Schäden durch das Hochwasser in Süddeutschland im Juni 2024 beliefen sich laut Gesamtverband der Versicherer (GDV) auf etwa zwei Milliarden Euro. Die Allianz unterstreicht daher die Bedeutung von Prävention und Schadenbegrenzung und plädiert für eine Zusammenarbeit von Regierungen, Versicherern und Kommunen.

Änderungen in der Gesetzgebung und Regulierung rangieren ebenfalls wie im Vorjahr auf Platz 4 und wurden weltweit von einem Viertel der Befragten und in Deutschland von 29 Prozent genannt.

Spannende Änderungen ab Platz 5

2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und ein Jahr schrecklicher Naturkatastrophen. Daher rückt der Klimawandel in der Liste der Geschäftsgefährdungen mit 19 Prozent weltweit von Platz 7 in die Top 5 vor. In Deutschland scheint die Wahrnehmung dieser Problematik geringer zu sein, denn hier rutscht dieser Aspekt sogar ab von Platz 6 auf den 7. Rang.

„Feuer und Explosionen“ beziehungsweise „Politische Risiken und Gewalt“ belegen hierzulande die Plätze 5 (18 %) beziehungsweise 6 (17 %; 2024: Platz 8). Weltweit rangiert die Angst vor „Feuer und Explosionen“ mit 17 Prozent auf Platz 6. „Politische Risiken und Gewalt“ fallen im weltweiten Durchschnitt auf Rang 9 (14 %), wobei sie für große Unternehmen weiterhin ein erhöhtes Risiko darstellen und für diese deshalb auf Rang 7 nominiert wurden. Kleinere Unternehmen stufen dieses Risiko auf Platz 10 ein. „Die Auswirkungen neuer Zölle werden ähnlich sein wie bei (Über-)Regulierung: steigende Kosten für alle betroffenen Unternehmen“, erklärt Ludovic Subran, Chefökonom bei der Allianz. „Nicht jede Regulierung ist von Natur aus ‚schlecht‘. In den meisten Fällen ist es die Umsetzung, die das Unternehmensleben erschwert. Nicht nur die Anzahl der Regeln, sondern auch eine effiziente Verwaltung sollte im Mittelpunkt stehen. Eine gründliche Digitalisierung der Behörden ist dringend erforderlich.“

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Überraschend? Geschäftsrisiko Fachkräftemangel

Im Vorjahr belegte der Fachkräftemangel noch Platz 4 im Allianz Risk Barometer. Doch die schwache wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands sowie der Stellenabbau zahlreicher Unternehmen sind vermutlich die Gründe, warum der Mangel an qualifiziertem Personal dieses Jahr in Deutschland nur auf Rang 8 (15 %) der größten Geschäftsrisiken gesehen wird. Weltweit spielt der Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko gar keine Rolle.

Allianz Risk Barometer 2025

Für das 14. Allianz Risk Barometer wurden im Oktober und November 2024 insgesamt 3.778 Manager, Sicherheitsfachleute, Makler und auch einige eigene Mitarbeiter in 106 Ländern und 24 Industriesektoren befragt.

Zum Report (englisch, pdf)

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